Donnerstag, 1. Dezember 2016

Die Mühle - Elisabeth Herrmann



Eine Handvoll junger Erwachsener wird mitten im Nichts von einem Unbekannten in einer alten Mühle gefangen gehalten - klingt spannend? Ist es auch! Die Mühle von Elisabeth Herrmann hat mir ein nervenzerreißendes Lesevergnügen bereitet und passt perfekt in diese düstere Jahreszeit. Erzählt werden die Ereignisse des Thrillers von Lana, die in Berlin studiert und zufällig in ein Szenario hineinschliddert, für deren Ursache sie nichts kann. Trotzdem muss sie nun für die Sünden anderer büßen - mitgegangen mitgehangen. Während ihrer Schulzeit hat Lana zu einer Gruppe von Freunden, The Court genannt, hochgeschaut, ist aber nie wirklich mit ihnen in Berührung gekommen. Durch Zufall gelangt sie nun aber an eine Einladung nach Karlsbad für ein Wochenende. Hier findet eine Reunion von The Court statt und sie soll stellvertretend für ein Gruppenmitglied daran teilnehmen. Von Beginn an sind die Zusammenhänge rund um dieses arrangierte Treffen rätselhaft: Niemand aus der Gruppe hat scheinbar die Einladungen verschickt - oder möchte der Verantwortliche es nur nicht zugeben?

Dies ist eine der vielen Fragen, die sich beim Lesen von Die Mühle stellt. Als Leser ist einem ziemlich schnell klar, dass bei diesem Treffen nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Irgendwann merken auch Lana und die Übrigen, dass etwas gehörig faul ist. Sie werden zu einem Picknick eingeladen - ein Festmahl mitten im Nirgendwo. Doch irgendwann bemerken sie, dass sie von dort nicht mehr wegkommen und auch niemand vor hat, sie abzuholen. Zuflucht suchen sie in einer alten Mühle, doch genau hier beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen.

Da die Geschichte aus der Sichtweise von Lana erzählt wird, ist sie die einzige Person, der man in diesem ganzen Buch vertraut. Dies hat das Buch für mich unfassbar spannend gemacht. Denn sollte man in irgendeiner Form Sympathie zu einem der übrigen Charaktere empfinden, hält das in der Regel nicht lange vor. The Court - diese Clique war schon zu Schulzeiten unnahbar und auch noch jetzt, einige Jahre später, gedulden sie kein neues Gesicht in ihrer Gruppe. Lana ist von Beginn an der Außenseiter, der laufend für die Geschehnisse verantwortlich gemacht wird. Daraus ergibt sich wiederholt eine ähnliche Diskussion unter den Gefangenen in der Mühle: Warum ist Lana da? Dabei ist ihnen die Antwort schon klar: Sie ist diejenige, die alle unter falschem Vorwand hergelockt hat und nun Rache übt. Da dies mehrmals angesprochen wird, haben diese Diskussionen einen leicht repetitiven Charakter - der Spannung tut dies aber keinen Abbruch. Im Gegenteil: Lana erzählt die Ereignisse aus ihrer Sicht und kann demnach nicht der Übeltäter sein - aber wer ist es dann? Doch jemand aus der Gruppe oder jemand Außenstehendes? Klar ist aber, dass dieser Jemand The Court nichts Gutes möchte.

Bei mir hat sich beim Lesen immer wieder die Frage aufgedrängt, ob doch alles nicht nur ein schlechter Scherz ist. Darauf werde ich natürlich nicht eingehen, aber diese Frage und viele weitere mehr haben mich dazu angetrieben, das Buch immer weiter zu lesen. Besonders die letzten 100 Seiten haben mich richtig mitgenommen. Ich habe mich mit Lana gegruselt und gehofft, dass sich endlich alles aufklärt. Die letztendliche Lösung fand ich gut, auch wenn ich nicht zu Hundert Prozent damit zufrieden war. Die Mühle liest sich wie ein Erfahrungsbericht, was die Geschehnisse zusätzlich spannend macht. Denn Lana gibt rückblickend immer wieder Kommentare und Wertungen ab - so weiß man, dass sie es irgendwie dort heraus geschafft hat, aber gleichzeitig gibt sie zu verstehen, dass es noch viel schlimmer wird. Insgesamt ein toller Thriller, der mich sehr gut unterhalten hat. Von mir gibt es daher 4 von 5 Herzen.



448 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
Verlag: cbt
Übersetzer: -
Reihe: Einzelband

Donnerstag, 24. November 2016

Neuzugänge {#33}

Lang, LANG ist es her, dass es hier zuletzt einen Neuzugänge-Post gab! Hin und wieder habe ich natürlich Bücher gekauft, aber das war immer sehr vereinzelt, sodass ich es mir gespart habe, sie hier vorzustellen. Schon lange möchte ich meinen SUB abbauen und habe mich aus dem Grund sehr zurückgehalten, was das Anschaffen neuer Bücher angeht. Mein Stapel ungelesener Bücher ist ordentlich zurückgegangen - wenn auch immer noch jede Menge Bücher darauf liegen, aber es geht voran! 

Vor kurzem hatte ich aber Geburtstag und da habe ich es mir nicht nehmen lassen, mir einige Bücher zu wünschen. Und dank des Bloggerportals von Randomhouse sind auch ein paar Rezensionsexemplare bei mir angetroffen. Alles sind Bücher, von denen ich es kaum abwarten kann, sie zu lesen!


Es sollte eigentlich bekannt sein, dass ich Bücher LIEBE, in denen es um irgendein streng gehütetes Familiengeheimnis geht. Die Bücher von Kate Morton sind bei mir daher immer ein absolutes Muss und jedes wird heiß geliebt. Keine Frage, dass Das Seehaus auf meinem Geburtstagswunschzettel gelandet ist. Wer noch nicht zu einem Buch der Autorin gegriffen hat, sollte dies schleunigst tun - hier besteht absolute Suchtgefahr und die Geschichten passen vor allem perfekt in den Herbst!
Ebenfalls im ähnlichen Stil ist Black Rabbit Hall von Eve Chase - zumindest klingt es so. Und dann habe ich eine Videorezension dazu angesehen, in dem nur so davon geschwärmt wurde und ich wusste, dass ich es einfach lesen muss - also ab auf den Wunschzettel damit. Ebenfalls ein Geburtstagsgeschenk ist Der Alchimist von Paulo Coelho. Das Buch gehört ja fast schon zu den Klassikern und viele sind begeistert. Daher habe ich mich sehr über diese Überraschung gefreut und bin gespannt, ob es auch mir so gut gefallen wird. 

Zugeschickt bekommen habe ich netterweise die übrigen Bücher. Die Geschenke meiner Mutter von Cecilie Enger klingt einfach wunderschön und hat mich sofort angesprochen. Ganz entfernt geht es zudem um Weihnachten, zumindest um Weihnachtsgeschenke - immer ein Pluspunkt bei mir. ;) (Weihnachten ist bei mir übrigens auch schon eingezogen: Die Wohnung ist fast komplett geschmückt und Weihnachtsmusik läuft hier rauf und runter.)
Die Launenhaftigkeit der Liebe von Hannah Rothschild musste ich mir unbedingt ebenfalls näher anschauen: Ein geheimnisvolles Gemälde, ein lang gehütetes Familiengeheimnis - klar, dass ich darauf direkt anspringe. Außerdem ist es Gold! Ich weiß, "Never judge a book by its cover", aber neben der tollen, spannenden Geschichte, die es verspricht, sieht es auch noch schick aus!

Viele sprechen ja immer vom Krimi- oder Thriller-Herbst und ich sehe das ähnlich. Sich bei düsterem und miesem Wetter zu Hause aufs Sofa kuscheln und einen spannenden Thriller lesen passt perfekt! Die Mühle von Elisabeth Herrmann scheint hier genau das richtige Buch für mich zu sein: Alte Schulfreunde, die in eine geheimnisvolle Mühle gelockt werden und dort festsitzen - klingt nervenaufreibend. Ich lese das Buch momentan und bisher ist alles noch sehr rätselhaft, dabei aber natürlich äußerst spannend. 

Das letzte Buch ist mal etwas ganz anderes. Manchmal hat man einfach Zeiten, in denen man nicht so top gelaunt ist, wie sonst vielleicht und man sich schnell von Kleinigkeiten runterziehen lässt. Vielleicht befinde ich mich momentan in solch einer Phase - und dann habe ich Irre glücklich von Jenny Lawson entdeckt. Gelesen habe ich es noch nicht, aber ich bin wirklich sehr neugierig. Die Autorin beschreibt hier ihren Weg aus einer Depression oder zumindest, wie sie gelernt hat, trotzdem das Leben genießen zu können. Laut Klappentext erzählt sie ihren Weg mit viel Humor, was mich hat aufhorchen lassen. Und dann noch das Cover dazu (mal ehrlich, schaut es euch an!) - das klingt nach einer äußerst interessanten Mischung.

Donnerstag, 10. November 2016

Die Menschheit hat den Verstand verloren - Astrid Lindgren



Vor längerer Zeit bin ich in einer Buchhandlung vor dem Biografie-Regal gelandet und habe mich in eine Biografie von Astrid Lindgren verguckt. Kurze Zeit später bekam ich statt der ursprünglich gewünschten Biografie Die Menschheit hat den Verstand verloren von Astrid Lindgren mit den Worten geschenkt: "Das hat sie immerhin selbst geschrieben" - denn es handelt sich hierbei um ihre Tagebücher aus den Jahren 1939-1945. Die Freude und Spannung auf das Buch bei mir war seitdem groß. Leider wurde ich doch ein wenig enttäuscht.

Zuerst aber einmal zum Aufbau des Buches: Pro Jahr sind zunächst die übersetzten Aufzeichnung von Astrid Lindgren zu lesen. Anschließend sind Aufnahmen von Seiten der Original-Tagebücher mit Zeitungsartikeln abgedruckt, die die Autorin in ihre Tagebücher eingeklebt hat. Die Übersetzung dieser ist im Anschluss daran zu finden. In den Tagebucheinträgen wird sich an manchen Stellen auf die eingeklebten Artikel bezogen - ist dies der Fall, ist am Rand die Seitenzahl gedruckt, auf der dieser Artikel zu finden ist. Allerdings gelangt man so nicht direkt zur Übersetzung, sondern zum Original-Artikel. Die Seitenzahl der deutschen Version muss man selbst heraussuchen. Daraus resultiert beim Lesen ein häufiges Blättern und Suchen, das den Lesefluss doch sehr stört. 

Auch meine Erwartungen an den Inhalt an sich wurden leider etwas enttäuscht. Die Autorin hat sich nach Ausbruch des 2. Weltkrieges vorgenommen, die Geschehnisse genauestens zu dokumentieren und hat daher die Tagebücher begonnen. Dementsprechend lesen sie sich eher wie Nachrichtenartikel, in denen alles, was zu der Zeit auf der Welt geschieht, zusammengefasst wird. Untermalt wird das Ganze mit den bereits erwähnten Zeitungsausschnitten. Ich hatte mir jedoch mehr Einblicke in das Leben der Autorin erhofft. Hin und wieder gibt sie kleinere Hinweise auf das Familienleben oder auch auf die Entstehung ihrer ersten Geschichten, dies steht aber wirklich eher im Hintergrund. Wer das Buch lesen möchte, sollte sich dessen also bewusst sein und auf jeden Fall ein Interesse am 2. Weltkrieg haben. Dies ist bei mir vorhanden, weshalb ich Die Menschheit hat den Verstand verloren auch gerne gelesen habe. Allerdings hatte ich bestimmte Erwartungen - unter dem Begriff "Tagebuch" habe ich mir einfach etwas anderes vorgestellt.

Bezüglich der Aufmachung des Buches hat mich das Blättern zu den Übersetzungen gestört. Aber davon abgesehen hat sich der Verlag viel Mühe gegeben. Zu Beginn eines jeden neuen Tagebuch-Jahres ist beispielsweise als Kapiteltrenner das Vorsatzpapier des jeweiligen originalen Tagebuchs wiedergegeben. Zu Beginn und Ende eines jeden Kapitels sind Fotos aus dem Privatleben der Kinderbuch-Autorin abgedruckt. Zudem ist am Ende des Buches eine Kopie des Briefes zu finden, den Astrid Lindgren zusammen mit ihrem Manuskript von Pippi Langstrumpf an den Bonnier Verlag geschickt hat. Ebenfalls abgedruckt ist die Antwort mit der Absage des Verlags. Diese kleinen Goodies fand ich ebenfalls sehr interessant. Trotzdem war ich beim Lesen aufgrund anderer Erwartungen an das Buch leider ein wenig enttäuscht. Insgesamt gibt es daher von mir 3 von 5 Herzen. 


576 Seiten, gebunden
Übersetzer: Angelika Kutsch, Gabriele Haefs
Reihe: Einzelband

Samstag, 5. November 2016

Currently Reading #1

Auf diesem Blog habe ich bisher noch nie ein Currently Reading veröffentlicht – hauptsächlich da ich meist nicht mehrere Bücher auf einmal lese. Irgendwie habe ich mir in den letzten paar Monaten aber das Parallel-Lesen angewöhnt. Und obwohl ich früher immer der Meinung war, dass das überhaupt nichts für mich ist und ich die einzelnen Geschichten im Kopf nur durcheinander würfeln würde, bin ich ein kleiner „Fan“ davon geworden, mehrere Bücher zur gleichen Zeit zu lesen. Zudem wähle  ich meist Bücher, die inhaltlich völlig unterschiedlich sind, sodass Verwechslungen eigentlich unmöglich sind. 

Da ich zu zwei der Bücher, die ich gerade lese, voraussichtlich keine Rezension schreiben werde – es handelt sich um Reihenfortsetzungen – dachte ich, dass ein Currently Reading, in dem ich kurze Leseeindrücke gebe, ganz interessant sein könnte.

Momentan lese ich drei Bücher, die unterschiedlicher nicht sein könnten:


(Bildquelle von "Lasst uns über Liebe reden": Randomhouse)

Auf dem Kindle und daher meistens wenn ich unterwegs bin, lese ich Lasst uns über Liebe reden von Cecily von Ziegesar, den vierten Teil der Gossip Girl-Reihe. Ich habe die ersten drei Teile im Sommer gelesen und habe die ersten beiden nur so verschlungen. Der dritte hat mir dann eher mittelmäßig gefallen und der vierte kann mich momentan nicht so ganz begeistern. Mal davon abgesehen, dass sich die Bücher nach einer Weile SEHR von der Fernsehserie unterscheiden, komme ich in den Büchern mit mehreren Charakteren überhaupt nicht zurecht. Vielleicht ging es jemandem, der die Bücher gelesen hat, ähnlich? Ich muss sagen, dass mir die Serie bei Weitem besser gefällt als die Bücher. 

Letztes Jahr zu Weihnachten habe ich Die Menschheit hat den Verstand verloren geschenkt bekommen. Hierbei handelt es sich um die Tagebücher von Astrid Lindgren aus den Jahren 1939-1945. Astrid Lindgren hat nach Ausbruch des Kriegs die Geschehnisse in der Welt aufgeschrieben und dokumentiert alles mit Zeitungsausschnitten und ähnlichem. Diese sind auch inklusive Übersetzungen im Buch abgedruckt.  Ich habe zu Beginn gedacht, dass es noch mehr um das Leben Astrid Lindgrens zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs geht, aber sie beschreibt mehr die allgemeinen Geschehnisse und gibt nur hin und wieder einen Einblick in ihr Privatleben. Nichtsdestotrotz lässt sich das Buch sehr gut lesen und ist wirklich interessant – vorausgesetzt natürlich man interessiert sich für diese Zeit.

Nachdem ich im Sommer den siebten Teil der Game of Thrones-Reihe gelesen habe und richtig begeistert war, habe ich vor kurzem zum achten Band Die dunkle Königin gegriffen. Es ist furchtbar spannend, wie sich die Dinge im Vergleich zum ersten Band entwickelt haben und George R.R. Martin versteht es auch, seine Leser ordentlich auf die Folter zu spannen. Von manchen Charakteren war beispielsweise schon länger nicht mehr die Rede und ich bin richtig gespannt, wieder etwas über ihre Erlebnisse zu erfahren – das treibt natürlich dazu an, weiterzulesen. Trotzdem zieht sich das Buch momentan - ich bin etwas über die Hälfte hinaus - ein bisschen in die Länge. UND ich habe Sorge, da ich mich ja langsam dem Ende der bisher erschienenen Bücher nähere, dass ich vorerst nichts Weiteres über die Charaktere erfahre, die mich besonders interessieren (aus Spoiler-Gefahr bleibe ich an dieser Stelle so vage – bitte auch keine Spoiler an mich in den Kommentaren. ;))

Wie handhabt ihr das? Nur ein Buch oder mehrere gleichzeitig? Und was lest ihr gerade?

Mittwoch, 2. November 2016

MonatsBlick September/ Oktober 2016

Lang ist es her, dass ich das letzte Mal einen MonatsBlick geschrieben habe. Da ich im September umgezogen bin und mich dieser Umzug sehr stark eingespannt hat, bin ich in den letzten zwei Monaten kaum zum Lesen gekommen. Im September war es insgesamt ein Buch, das ich beendet habe, im Oktober waren es aber immerhin drei Stück.


(Bildquelle "Das Licht zwischen den Meeren": Randomhouse)

Im September bin ich wie gesagt so gut wie überhaupt nicht dazu gekommen, mich entspannt hinzusetzen und zu lesen. Das Licht zwischen den Meeren von M. L. Stedman habe ich im August angefangen, aber erst Ende September beendet. Ich hatte zu Beginn ein paar Schwierigkeiten, in die Geschichte hineinzufinden, aber schließlich hat mich das Buch sehr mitgenommen. Die Geschichte spielt 1926/ 1927 und es geht um einen Leuchtturmwärter und seine Frau, die verzweifelt ein Baby bekommen möchten. Doch ein eigenes Kind scheint ihnen nicht vergönnt. Eines Tages wird ein Baby in einem Boot auf der einsamen Insel, auf der sie leben, angeschwemmt. Sie nehmen das kleine Mädchen bei sich auf und ziehen es als ihr eigenes Kind auf. Dass dies jedoch noch Konsequenzen haben wird, ist sicherlich jedem beim Leser dieser kurzen Inhaltsangabe klar. Ich war ständig hin und her gerissen, was richtig und was falsch ist - dieser Aspekt hat mich an dem Buch sehr fasziniert und unter anderen dazu gebracht, die Geschichte zu lieben. Das Licht zwischen den Meeren hat daher ganze 5 von 5 Herzen von mir bekommen. Das Buch wurde übrigens kürzlich unter dem gleichen Namen verfilmt.

Das nächste Buch, das ich beendet habe, ist der erste Teil der Chroniken der Weltensucher mit dem Titel Die Stadt der Regenfresser von Thomas Thiemeyer. Mir war nach einer abenteuerlichen Lektüre und da kam dieses Buch genau richtig. Der Wissenschaftler Humboldt ist auf der Suche nach einem geheimnisvollen Volk, das scheinbar in den Wolken lebt. Begleitet wird er unter anderem von Oskar, einem jungen Taschendieb, der mehr oder weniger zufällig in die Hände von Humboldt läuft, der in ihm großes Potential erkennt. Ein Abenteuerroman, der mit phantastischen Elementen gespickt ist und den Leser in vergangene Zeiten abtauchen lässt - wirklich klasse und ich bin auf die weiteren Bände der Reihe gespannt! Von mir gab es daher 4 von 5 Herzen.

Die Taunus-Krimis begleiten mich schon viele Jahre - das Buch, das am längsten auf meinem SUB liegt, ist Schneewittchen muss sterben, der vierte Band der Krimi-Reihe von Nele Neuhaus. Nach und nach habe ich mir die vorherigen Teile gekauft und im Oktober musste dann der dritte Teil Tiefe Wunden dran glauben. Die Geschichte beginnt damit, dass ein Holocaust-Überlebender ermordet aufgefunden wird und nach und nach weitere ähnliche Morde geschehen. Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff ermitteln und machen dabei nicht nur eine verblüffende Entdeckung. Mich konnte Tiefe Wunden begeistern, denn das Buch hielt mehrere Überraschungen parat, mit denen ich nicht gerechnet habe. Der Einstieg ist mir hingegen etwas schwer gefallen, daher gab es insgesamt 4 von 5 Herzen von mir. Wer Krimis mag und die Reihe noch nicht gelesen hat, sollte sie sich unbedingt näher anschauen!

Zuletzt im Oktober beendet habe ich Auf Zehenspitzen berühre ich den Himmel von Amanda Prowse. Hier geht es um die 32-jährige Poppy, glücklich verheiratet und Mutter von zwei Kindern, die plötzlich mit der Diagnose Krebs konfrontiert wird. Eine ausführliche Rezension von mir ist HIER zu finden, aber noch einmal in Kürze: Der Anfang war so lala, danach konnte ich das Buch absolut nicht aus der Hand legen, bis dann etwas bestimmtes passiert ist, das mir die ganze Geschichte kaputt gemacht hat. Daher hat Auf Zehenspitzen berühre ich den Himmel, von dem ich lange Zeit gedacht habe, dass es ein 5-Herzen-Buch ist, letztendlich nur 3 Herzen bekommen. 

Donnerstag, 27. Oktober 2016

Auf Zehenspitzen berühre ich den Himmel - Amanda Prowse



Poppy ist 32 Jahre alt, hat zwei niedliche Kinder und ist mit der Liebe ihres Lebens verheiratet. Ihr Familienglück wird allerdings zerstört, als sie eines Tages einen Knoten in der Brust entdeckt. Die Diagnose: Krebs. Poppy muss sich plötzlich damit abfinden, nicht für immer für ihre Familie da sein zu können. Doch der Gedanke an ihre Kinder lässt sie ungeheure Kräfte entwickeln und sie fasst den Entschluss, ihre größten Wünsche noch wahr werden zu lassen. 

Schon dieser kleine Einblick in den Inhalt von Auf Zehenspitzen berühre ich den Himmel von Amanda Prowse macht deutlich, dass dieses Buch keine fröhliche und auch keine besonders aufbauende Lektüre ist. Das Buch soll vor allem eines: traurig machen. Das wird bereits auf den ersten 50 Seiten deutlich, auf denen sich dem Leser eine schier übertriebene Familienidylle präsentiert. Mehrmals wird man hier auf die Folter gespannt, indem die Protagonistin gefühlt auf jeder dritten Seite unter der Dusche steht und man nur so darauf wartet, dass sie den Knoten in der Brust findet. Aber nein, vorher muss einem mehr als deutlich vor Augen geführt werden, wie perfekt Poppys Leben als Ehefrau von Martin und Mutter von Peg und Max ist. 

Zu Beginn war ich daher von der Geschichte recht genervt – diese Idylle hat auf mich eher aufgesetzt als authentisch gewirkt. Trotzdem wollte ich Auf Zehenspitzen berühre ich den Himmel eine Chance geben. Und siehe da: Plötzlich hat mich das Geschehen kaum noch losgelassen. Schwupps waren 250 Seiten an einem Stück gelesen. Bis hierhin konnte mich die Geschichte sehr mitnehmen, auch wenn mich einige Punkte weiterhin gestört haben, besonders was die Familienmitglieder anging. So konnte ich mit Poppys Ehemann Martin nicht viel anfangen und konnte sein Verhalten mehrmals nicht nachvollziehen. Zudem hat sich die achtjährige Tochter der beiden  für mein Empfinden eher wie eine Vierjährige aufgeführt. Zusätzlich ist der Aspekt von Poppys größten Wünschen und deren Erfüllung für mich etwas zu sehr im Hintergrund verschwunden. 

Die Protagonistin selbst habe ich jedoch sehr gemocht. Die Diagnose Krebs ist selbstverständlich eine furchtbare Nachricht und ein Schock für sie. Aber sie gibt nicht auf, sie möchte kämpfen und versinkt nicht in Selbstmitleid – das mochte ich sehr. Nach etwa 250 Seiten hat die Geschichte jedoch eine Wendung genommen, die mir sämtliche bisherige Lesefreude genommen hat. Vielleicht haben andere Leser mit diesen Geschehnisse keine Probleme, aber für mich war das ein absolutes No-Go. Von einem Moment auf den anderen ist meine Meinung über das Buch gekippt und ich konnte den Rest der Geschichte leider kaum genießen. Da hat auch die selbstbewusste, sympathische Protagonistin nicht mehr helfen können.

Auf Zehenspitzen berühre ich den Himmel ist ein Buch, das auf die Tränendrüsen drücken will – das sollte einem bereits beim Lesen des Klappentextes bewusst sein. Wer solche Bücher mag, wird sicherlich nicht enttäuscht sein. Auch mich konnte die Geschichte nach anfänglichen Schwierigkeiten mitreißen. Doch meine Begeisterung hat ein jähes Ende gefunden, nachdem die Geschehnisse eine Wendung genommen haben, mit der ich mich überhaupt nicht anfreunden konnte. 

3 von 5 Herzen



384 Seiten, Taschenbuch
Verlag: Piper Verlag
Übersetzer: Karin Dufner
Reihe: Einzelband

Donnerstag, 21. Juli 2016

Halbjahres-Highlights 2016

Es ist unfassbar, dass mehr als die Hälfte des Jahres schon wieder rum ist. Wir haben doch gerade erst Silvester gefeiert? 

Nicht nur am Ende eines Jahres, sondern auch in der Mitte gucke ich gerne darauf zurück, welche Bücher ich gelesen habe und welche drei davon mir am besten gefallen haben. Besonders schwer ist es mir dieses Mal nicht gefallen. Es waren eher wenige Bücher dabei, die mich bisher komplett umgehauen haben - bis auf diese hier: 


(Bildquelle "Zwei an einem Tag": Heyne Verlag)

Die erste Geschichte, die mich in diesem Jahr besonders gefesselt hat, ist Zwei an einem Tag von David Nicholls. Das Buch gab es eine gewisse Zeit lang gratis bei Amazon für den Kindle und da habe ich zugeschlagen. Bis ich es gelesen habe, hat es allerdings ein paar Jährchen gedauert. Ich habe es dann auf einer längeren Autofahrt angefangen zu lesen und war sofort begeistert. Erzählt wird die Geschichte von Emma und Dexter, die sich gegen Ende ihres Studiums kennenlernen und anfreunden. Als Leser verfolgt man die Beziehung der beiden über viele Jahre hinweg, allerdings erhält man pro Jahr nur Einblick in einen ganz bestimmten Tag - jeweils in den 15. Juli. So ergeben sich Lücken, die man beim Lesen selbst erschließen muss, was mir sehr gut gefallen hat. Zudem mochte ich Emma unheimlich gerne und konnte mich sehr gut in sie hineinversetzen. So habe ich bei den Ereignissen richtig mitgefühlt. Auch nach dem Beenden hat mich das Buch so schnell nicht mehr losgelassen. Eine Geschichte, die ich unbedingt noch einmal lesen möchte! Natürlich habe ich auch sofort die Verfilmung angeschaut - die hat mir jedoch überhaupt nicht gefallen. 

Lasst uns als nächstes über Illuminae von Amie Kaufmann und Jay Kristoff sprechen - ein unglaubliches Buch! Hier merkt man schon auch schon ohne eine einzige Seite wirklich gelesen zu haben, dass es sich um etwas ganz Besonderes handelt. Normalerweise bin ich kein großer Fan von Science Fiction, aber hier muss man einfach eine Ausnahme machen. Hier geht es um die beiden Teenager Kady und Ezra. Kurz nachdem sie miteinander Schluss machen, wird ihr Planet zerstört, sie können sich allerdings noch auf zwei verschiedene Raumschiffe retten. In Form von Chat-Verläufen, Niederschriften von Überwachungskameras und anderen Dokumenten verfolgt man als Leser die Ereignisse rund um die beiden Teenager. Was mich hier neben der spannenden Handlung beeindruckt hat: Die Autoren haben es geschafft, zu den Protagonisten eine unglaubliche Nähe aufzubauen. Ich musste unbedingt wissen, was mit Kady und Ezra geschieht und habe fast das ganze Buch am Stück gelesen. Wer hat es gelesen und ist ebenfalls begeistert?

Mein drittes Highlight ist noch nicht allzu lange her: Im Mai habe ich So wüst und schön sah ich noch keinen Tag von Elizabeth LaBan gelesen. Interessant hier ist die Verknüpfung der beiden Handlungsstränge: Man erfährt einerseits die Geschichte von Duncan, der sein letztes Schuljahr erlebt und somit eine aufregende Zeit durchmacht. Andererseits bekommt man die Ereignisse eines weiteren Schülers zu lesen, der jedoch ein Jahr vor Duncan auf die gleiche Schule gegangen ist und als Außenseiter galt - Tim. Die Autorin hat gekonnt meine Neugier aufrecht erhalten, sodass ich kaum erwarten konnte, worauf letztlich alles hinausläuft. Zudem sind beide Protagonisten nicht perfekt, man schließt sie aber trotzdem ins Herz. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann sich HIER meine Rezension durchlesen.

Was waren eure Halbjahres-Highlights?
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