Sonntag, 15. Januar 2017

MonatsBlick Dezember 2016


Da ist mir doch fast der Monatsrückblick für den Dezember durchgerutscht! Der Januar rauschte bisher nur so an mir vorbei, sodass ich gar nicht bemerkt habe, dass der Dezember schon ein Weilchen hinter uns liegt. Trotzdem darf mein MonatsBlick der Vollständigkeit halber nicht fehlen. Der Dezember war sehr Frauenliteratur-lastig und ich habe drei Bücher und ein Hörbuch beendet.


Angefangen hat mein Dezember mit Die Geschenke meiner Mutter von Cecilie Enger. Dieses Buch hat mich sehr berührt, aber es hat eine gewisse Zeit gebraucht, bis ich damit warm geworden bin. Die Protagonistin Cecilie findet in ihrem Elternhaus Listen, auf denen ihre Mutter akribisch über viele Jahrzehnte hinweg alle Weihnachtsgeschenke notiert hat. Das Tragische daran: Cecilies Mutter ist an Alzheimer erkrankt und lebt seit kurzem in einem Pflegeheim. Anhand der Listen taucht die Protagonistin nun in ihre Familiengeschichte ein, erinnert sich an vergangene Geschichten und schafft es so ebenfalls, sich mit der Gegenwart auseinanderzusetzen. Insgesamt ist mir das Buch sehr ans Herz gegangen. Meine Rezension dazu gibt es hier

Im Anschluss hat mich Blütenzauber und Liebeswunder von Christina Jones mehrere Tage begleitet. Das Buch hat sehr lange auf meinem Stapel ungelesener Bücher gelegen und, wie so oft, ärgere ich mich jetzt darüber. Denn die Geschichte hat mich begeistert und sehr gut unterhalten! Hier geht es um Frankie, die eine kleine Boutique erbt - ihr großer Traum eines eigenen Ladens hat sich erfüllt. Aber da gibt es leider einen Haken: Eines Tages steht plötzlich ein kleiner Mann in ihrem Geschäft und behauptet, vor kurzem verstorben zu sein. Zusätzlich verdreht ein neuer Stadtbewohner, der als Casanova gilt, Frankie den Kopf. Die Geschichte lebt von ihren skurrilen Charakteren und war eine riesige Überraschung für mich. Genaueres dazu könnt ihr hier nachlesen. 

Zum Glück ein Jahr von Sophia Bergmann hingegen konnte mich eher weniger begeistern. Hier geht es um zwei Freundinnen, die sich in der Silvesternacht vornehmen, ihre Ängste zu überwinden und ihr Leben umzukrempeln: Jede von ihnen muss im neuen Jahr eine Liste mit Neujahrsvorsätzen abarbeiten. Diese sind teils harmlos, manche haben es aber auch in sich. Man begleitet die Freundinnen Nelly und Julia im Buch dabei, wie sie versuchen, ihre Aufgaben abzuhaken - mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Im Grunde genommen ist dies auch unterhaltsam. Was jedoch nach einer Weile mein Lesevergnügen gemindert hat, ist die Tatsache, dass sich Nelly und Julia ständig anzicken. Sie sollen dick befreundet sein, aber leider haben sie kaum nette Worte füreinander übrig - dementsprechend konnte ich ihnen diese Freundschaft nicht wirklich abnehmen. Wer Näheres dazu wissen möchte: Hier findet ihr meine Rezension. 

Und zuletzt habe ich im Dezember auch ein Hörbuch gehört: Schuld war nur der Mistelzweig von Judy Astley. Ich hatte große Lust auf eine weihnachtliche Geschichte und da kam diese genau richtig. Die Geschichte ist auch weihnachtlich, aber leider sehr vorhersehbar. Hier geht es um Thea, deren Eltern sich ein idyllisches Weihnachtsfest mit der ganzen Familie weit weg von zu Hause wünschen. Aber alles kommt anders, als es sich Theas Eltern und Geschwister vorgestellt haben und von Idylle kann wirklich nicht die Rede sein. Mich hat das Hörbuch gut unterhalten, Überraschungen hielt es aber leider nicht bereit. Auch zu diesem Hörbuch gibt es hier eine kurze Rezension. 

Sonntag, 8. Januar 2017

Eat Like a Gilmore - Kristi Carlson


Als großer Fan der Fernsehserie Gilmore Girls habe ich mich riesig über die Nachricht gefreut, dass es ein Kochbuch mit lauter Rezepten aus der Serie geben wird. Wer Rory und Lorelai kennt, weiß dass gesunde Ernährung nicht an erster Stelle bei den beiden steht - und dementsprechend steckt Eat Like a Gilmore. Das inoffizielle Kochbuch für Fans der Gimore Girls von Kristi Carlson voller deftiger, leckerer Rezepte.

Unterteilt ist das Kochbuch in verschiedene Kategorien, von "Cocktails, Mocktails & andere Getränke" über "Pancakes, Frech Toast, Omelettes & Frühstücksflocken" bis hin zu "Fleisch, Meresfrüchte & Hauptgerichte". Natürlich sind noch viele weitere Kategorien dabei (wie zum Beispiel himmlisch klingende Cookies und Muffins). Aber ganz im Stil der Gilmore Girls bekommt auch Kaffee ein eigenes Kapitel. Hier ist nicht nur das "Einmaleins des Kaffees" zu finden, das hilfreiche Tipps für die perfekte Tasse Kaffee gibt, sondern auch leckere Rezepte rund um die Kaffeebohne - jeweils in der Sookie- (heißt alles ist selbstgemacht und eher aufwendig) und in der Lorelai-Variante (Hauptsache schnell fertig und wenig Arbeit).

Dies zeigt, dass sich die Verfasserin des Buches nicht einfach nur sämtliche in der Serie erwähnten Gerichte aufgeschrieben und Rezepte dazu kreiert hat. Sie hat sich richtig Gedanken dazu gemacht, wie man wiederholt den Bezug zur Serie geben kann. So ist ebenfalls zu Beginn eines jeden Rezeptes nicht nur vermerkt, aus wessen Küche es stammt - Sookies Küche, Luke's Diner, Emilys Haus und viel mehr -, sondern ein kurzer, unterhaltsam geschriebener Text mit Hinweis auf die Szene der Serie, aus der das Gericht stammt. 

Natürlich musste ich direkt ein Rezept aus dem Buch ausprobieren. Da mich das Buch in der Weihnachtszeit erreicht hat, habe ich den Zuckerstangen-Kaffee von Weston's ausprobiert (in der Lorelai-Variante). Und er war sehr, sehr lecker!


Insgesamt bin ich begeistert von Eat Like a Gilmore. Man merkt, dass sehr viel Arbeit in dem Buch steckt und die Herausgeberin ein wahrer Fan der Gilmore Girls ist. Ich freue mich sehr darauf, weitere Rezepte aus dem Buch auszuprobieren! Jedem Fan, dem auch regelmäßig beim Anschauen der Serie das Wasser im Mund zusammenläuft, kann ich das Rezeptbuch nur ans Herz legen: Egal ob Luke's Pancakes, Luke's Cheeseburger oder Sookies magisches Risotto - alle Rezepte können nun nachgekocht werden. Dafür gibt es volle 5 von 5 Herzen von mir.


Das Buch wurde mir kosten- und bedingungslos vom Verlag für eine Rezension zugeschickt.

286 Seiten, Paperback
Verlag: Shaker Media
Reihe: Einzelband
Eat Like a Gilmore bei Amazon

Mittwoch, 4. Januar 2017

Buchige Neujahrsvorsätze für 2017


Nachdem ich vor kurzem hier auf das Jahr 2016 - zumindest auf die zweite Jahreshälfte - zurückgeblickt habe, soll es heute um das neue kommende Jahr gehen. Habe ich bestimmte Vorsätze für 2017, was das Lesen betrifft? Ja, die habe ich. Wichtig ist mir dabei allerdings, dass ich mir keine festen Regeln auferlegen möchte, der Spaß soll natürlich noch weiter dabei sein.

Kommen wir zuerst zur alljährlichen Reading Challenge von Goodreads. Ich nutze die App und Webseite schon lange, um einen Überblick über meine gelesenen Bücher zu behalten und zu Beginn eines jeden Jahres kann man dort angeben, wie viele Bücher man im neuen Jahr lesen möchte. An dieser Challenge habe ich die letzten Jahre immer teilgenommen und ich muss gestehen, dass ich sie 2016 das erste mal nicht geschafft habe. Vorgenommen hatte ich mir 60 Bücher, aber es sind letztendlich "nur" 47 geworden. Da ich aber im letzten Jahr einige Monate lang gut was um die Ohren hatte und dementsprechend überhaupt nicht zum Lesen gekommen bin, finde ich das für mich auch vollkommen ok. Da ich befürchte, dass ich 2017 im Schnitt auch eher weniger Zeit für Bücher habe, werde ich mein Lese-Ziel daher etwas niedriger stecken: 50 Bücher möchte ich gerne schaffen und das schätze ich auch als realistisch ein. Eine weitere Challenge für das neue Jahr: Endlich mal wieder bei der Rory Gilmore Reading Challenge weiterkommen! Die ist bei mir leider ziemlich unter den Tisch gefallen, aber das soll sich wieder ändern.

Im letzen Jahr habe ich schon stark daran gearbeitet, meinen SUB abzubauen. Wobei "arbeiten" in dem Zusammenhang das falsche Wort ist. Es ist mir sogar ziemlich leicht gefallen, einfach mal nicht so viele Bücher zu kaufen. Da ich gleichzeitig nicht so wahnsinnig viel gelesen habe, ist der Stapel ungelesener Bücher zwar nicht groß geschrumpft. Ein paar Bücher weniger sind es aber und ich habe eine für mich wichtige Marke unterschritten. Noch auf meinem alten YouTube-Kanal habe ich vor längerer Zeit ein kleines SUB-Projekt gestartet. 2017 werde ich da natürlich weiter machen und freue mich drauf. Dazu wird es im Januar auch noch einen separaten Blogpost geben. Was ich aber eigentlich sagen wollte: Im nächsten Jahr möchte ich, dass der SUB nicht wächst, sondern ein ganzes Stück schrumpft. Ich schätze, das ist ein Vorhaben, das immer wieder bei vielen Leseratten zu hören ist. Aber ich habe bemerkt, wie schön es ist, auch mal ältere Bücher zu lesen und irgendwo fühlt es sich fast befreiend an, nicht mehr Hunderte an ungelesenen Büchern zu Hause zu haben. Trotzdem wird es natürlich auch den ein oder anderen Neuzugang geben - so ganz ohne neue Bücher geht halt auch nicht. Im Rahmen ist das aber auch vollkommen in Ordnung!


Zum Thema Buchreihen: Ich habe einige Reihen angefangen, bei denen mir aber die Fortsetzungen fehlen. Hier möchte ich nach und nach gerne weiterlesen, mir also lieber Reihen-Fortsetzungen zulegen als Reihen-Auftakte. Was mich aber sehr ärgert: Bei vielen Reihen ist es mittlerweile sehr schwierig, an die Fortsetzungen heranzukommen. Da habe ich einfach zu lange gezögert, den ersten Teil zu lesen und nun bekommt man den zweiten oder dritten gar nicht mehr oder für einen unverschämten Preis. Aber ich habe ein paar Reihen vollständig zu Hause stehen, die ich noch nicht ganz gelesen habe. Zum Beispiel die Game of Thrones-Bücher (da habe ich aktuell acht Bücher gelesen, zwei fehlen also noch), die Virals-Reihe und The School for Good and Evil. Diese drei Reihen und noch mehr möchte ich im nächsten Jahr gerne beenden. 

Auch wenn häufig die Vorsätze anlässlich eines neuen Jahres nicht eingehalten werden, möchte ich mich an meine paar Vorhaben halten. Und ich denke, alle sind absolut machbar und es wird in keinem Zwang ausarten. Vorsätze wie in einer Woche oder am Tag eine bestimmte Anzahl von Seiten zu lesen, setzen nur unnötig unter Druck und würden mir den Spaß am Lesen nehmen. 

Jetzt interessiert mich natürlich: Habt ihr für 2017 Vorsätze, was das Lesen angeht?

Sonntag, 1. Januar 2017

Neuzugänge: Weihnachten 2016 {#34}


Als Bücherwurm standen bei mir natürlich Bücher auf meiner Wunschliste für Weihnachten. Aber im Vergleich zu den letzten Jahren habe ich mich sehr zurückgehalten. Jedes Jahr nach Weihnachten ist mein SUB immens angestiegen, da Bücher meist meine einzigen Wünsche waren. Aber für dieses Jahr habe ich nur die Bücher auf meine Wunschliste gesetzt, die ich wirklich, wirklich dringend haben und lesen möchte. Ein Schuber und drei weitere Bücher habe ich geschenkt bekommen und ich habe mich wahnsinnig gefreut.

Ein richtiges Schätzchen ist der Schuber mit allen drei englischen Bänden der Reihe The School for Good and Evil von Soman Chainani. Diese Bücher haben mich in letzter Zeit so sehr angelächelt und ich hatte riesige Lust auf diese märchenhafte Geschichte. Auf deutsch sind bisher die ersten beiden Teile erschienen, im Februar folgt der dritte. Aber ich wollte gerne den Schuber haben, denn er ist ein richtiger Hingucker. Ich weiß nicht, wie es bei den deutschen Ausgaben ist, aber die englischen sind mit tollen Illustrationen und einem besonderen Buchschnitt wirklich toll aufgemacht. Ich war so neugierig auf die Reihe, dass ich nach Weihnachten direkt mit dem ersten Band angefangen habe und ich liebe die Geschichte!

Die Sturmschwester von Lucinda Riley wünsche ich mir schon so lange! Es ist die Fortsetzung zu Die sieben Schwestern, dem Auftakt einer Buchreihe, in der sieben Schwestern ihre Vergangenheit erforschen. Insgesamt wird es sieben Bücher geben und in jedem Buch steht eine andere Schwester im Fokus. Sie alle wurden von ihrem Vater adoptiert und jede hat ihre eigene Geschichte. Das erste Buch habe ich direkt nach Erscheinen gelesen und war sehr, sehr begeistert. Daher freue ich mich, jetzt endlich auch den zweiten Band lesen zu können. 

Auf das Buch Ur-Pippi bin ich zufällig gestoßen. Es handelt sich hierbei um die ursprüngliche Fassung des Kinderbuchklassikers, die Astrid Lindgren 1944 an den Bonnier-Verlag geschickt hat und die abgelehnt wurde. Der Verlag, bei dem es letztendlich veröffentlicht wurde, hat einige Veränderungen vorgenommen und mich interessiert nun brennend, inwiefern die beiden Fassungen sich voneinander unterscheiden. Im Buch ist zudem ein Kommentar einer Literaturwissenschaftlerin abgedruckt, in dem sie einerseits der Entstehungsgeschichte des Buches nachgeht und andererseits beide Fassungen miteinander vergleicht. Hier habe ich direkt noch an Weihnachten meine Nase reingesteckt, werde mir dafür aber ganz in Ruhe noch Zeit nehmen.

Und zuletzt habe ich Dem Horizont so nah von Jessica Koch geschenkt bekommen. Auf dieses Buch oder eher diese Trilogie hat mich Padi LoveBooks wahnsinnig neugierig gemacht. Hierbei handelt es sich um eine Liebesgeschichte, die aber einen krassen Twist haben muss. Ich bin sehr gespannt darauf, zu erfahren, worum genau es hier geht, aber es soll sehr bewegend sein.

Habt ihr einige der Bücher bereits gelesen? Und welche Bücher habt ihr zu Weihnachten geschenkt bekommen?

Freitag, 30. Dezember 2016

Zum Glück ein Jahr - Sophia Bergman



Als ich den Klappentext von Zum Glück ein Jahr von Sophia Bergmann gelesen habe, dachte ich, dass es das perfekte Buch für die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr wäre. In dieser Geschichte geht es nämlich um Neujahrsvorsätze. Die Protagonistinnen Nelly und Julia sind seit Jahren miteinander befreundet und gehen gemeinsam durch dick und dünn. Besonders jetzt brauchen die beiden einander, denn Nellys Mann ist ganz unerwartet verstorben. Dies veranlasst die beiden dazu, dass sie und andere Freundinnen am Silvesterabend die Dinge aufschreiben, die sie unbedingt machen möchten, wenn sie nur noch ein Jahr zu leben hätten. Als Nelly und Julia später am Abend alleine sind, beschließen sie, genau diese Dinge in die Tat umzusetzen. Sie losen aus und jeder erhält mehrere Vorsätze, die er innerhalb des nächsten Jahres zu erledigen hat. Manche davon eher harmlos, wie beispielsweise eine Typberatung machen lassen, andere hingegen haben es in sich: Einen zwanzig Jahre jüngeren Mann verführen oder einen Roman schreiben. 

Als Leser begleitet man nun beide Frauen dabei, wie sie versuchen, ihre Aufgaben zu erfüllen. Das Problem: Besonders Julia hat immer wieder Zweifel, was den Sinn des ganzen Projektes angeht. Sie hat einen Ehemann und zwei kleine Kinder zu Hause und versucht, die Vorsätze vor ihnen zu verheimlichen. Doch das ist gar nicht so leicht und bringt sie wiederholt in unangenehme Situationen. Als Leser hat man das Gefühl, sie stellt sich den Aufgaben nicht, um sich selbst etwas Gutes zu tun, sondern nur um Nelly zufriedenzustellen. Julias Zweifel sind daher immer häufiger Streitthema zwischen den beiden Freundinnen. Doch auch Nelly hadert mit den ihr zugeteilten Vorsätzen und zusätzlich noch mit sich selbst. Es fällt ihr schwer, über den Tod ihres Mannes, ihres Seelenverwandten, hinwegzukommen. Sie weiß, dass sie sich gehen lässt, bringt es aber nicht über sich, etwas daran zu tun. Sie hofft, dass sie mithilfe des Silvester-Projekts wieder auf die Beine kommt und ihr Leben wieder in die Hand nimmt.

Die Motivation der beiden Frauen ist demnach ganz unterschiedlich. Trotzdem versuchen sie beide, die Aufgaben zu bewältigen und lernen dabei ganz neue oder längst vergessene Seiten an sich selbst kennen. Im Wechsel werden die Erfolge oder Misserfolge von Julia und Nelly geschildert. Häufig sind auch Emails abgedruckt, in denen die Freundinnen sich gegenseitig von ihren Geschehnissen berichten. Diese Mails sind sehr unterhaltsam geschrieben und waren die Passagen, die mir an Zum Glück ein Jahr am besten gefallen haben. Womit ich jedoch einige Probleme hatten, war die Art von Nelly und Julia miteinander umzugehen. Sie sind seit vielen Jahren befreundet, aber von einer tiefen, mitfühlenden Freundschaft zwischen ihnen ist im Großteil des Buches leider wenig zu spüren. Vielmehr fallen wiederholt Beleidigungen und zynische Kommentare über das Verhalten der anderen, was dann zum Streit führt. So war es für mich als Leser leider schwer nachzuvollziehen, dass sie so eng befreundet sind - sie haben doch ständig an der anderen etwas zu meckern und eher selten nette Worte übrig. Die ständige Zickerei hat mich auf Dauer ziemlich genervt. 

Zum Glück ein Jahr ist ein Buch über Vorsätze für das neue Jahr und passt daher perfekt in die aktuelle Jahreszeit. Auch wenn es sich nicht ganz erschließen mag, warum man die Vorsätze von jemand anderem und nicht nur die eigenen umsetzen sollte, wachsen die beiden Freundinnen an den Aufgaben. Ihre Erlebnisse waren zum Großteil sehr unterhaltsam sowie auf eine witzige Art geschildert und sowohl Nelly als auch Julia haben Probleme, denen sie sich stellen müssen. Die Art der beiden, miteinander umzugehen, hat mich jedoch wiederholt gestört. Als Leser hatte ich nur selten das Gefühl, dass die beiden eng miteinander verbunden sind. Von mir gibt es daher 3 von 5 Herzen.


Das Buch wurde mir kosten- und bedingungslos vom Verlag für eine Rezension zugeschickt.

336 Seiten, Klappenbroschur
Verlag: Diana
Reihe: Einzelband
Zum Glück ein Jahr bei Amazon

Mittwoch, 28. Dezember 2016

Halbjahres-Highlights 2016 {Teil 2}


Die Weihnachtstage sind offiziell vorbei, alle Geschenke sind verschenkt und nun sitze ich hier mit einer Tasse Tee, um mir Gedanken über meine Halbjahres-Highlights der zweiten Jahreshälfte zu machen. Unglaublich, einerseits kommt es mir so vor, als hätte ich doch gerade erst die Bücher herausgesucht, die mir von Januar bis Ende Juni am besten gefallen haben. Andererseits ist im letzten halben Jahr richtig viel passiert - zum Beispiel lebe ich in einer anderen Stadt als noch im Juni. Ich bin sehr gespannt, was 2017 so zu bieten hat! 

Aber kommen wir noch zu meinen drei Lese-Highlights von Juli bis Dezember 2016:


(Bildquelle "Das Licht zwischen den Meeren": Randomhouse)

Da wäre als erstes Nachts ist es leise in Teheran von Shida Bazyar. In diesem kleinen, unscheinbaren Büchlein steckt eine Geschichte, die mich von Anfang bis Ende begeistert hat. Als Leser begleitet man vier Generationen einer deutsch-iranischen Familie, angefangen im Jahr 1979 in Teheran. Man begleitet den jungen Behsad, der für eine Revolution kämpft und sich in die schöne Nahid verliebt hat. Zehn Jahre später sind sie verheiratet, aber mussten aus ihrer Heimat fliehen und leben nun gemeinsam in Deutschland. Weitere Jahre später werden die Erlebnisse ihrer Kinder geschildert. Ich habe die unterschiedlichen Geschichten gerne gelesen und sie haben mich durchweg sehr berührt. Von daher ein klares Halbjahres-Highlight. 

Das nächste Buch sollte eigentlich keine große Überraschung sein: Harry Potter and the Cursed Child darf natürlich nicht fehlen. Ich bin ein großer Fan der Harry Potter Bücher und habe alle mehrmals gelesen. Direkt nach Erscheinen habe ich mir daher das darauf basierende Theaterstück von John Tiffany und Jack Thorne gekauft. Ich habe gelesen, dass viele enttäuscht davon waren, aber mir ging es da ganz anders. Ich denke, es kommt hier stark auf die Erwartungen an, die man an das Buch hat. Im gewissen Maße ist es eine Fortsetzung der Bücher, aber nun man als Theater-Skript. Und was das heißt, muss man sich vor dem Lesen bewusst machen. Natürlich wird nicht die gleiche "Hogwarts-Stimmung" aufkommen, da es nun mal kein von J. K. Rowling geschriebener Harry Potter-Roman ist. Ich zumindest fand die Geschichte und die Idee dahinter richtig klasse und habe mich sehr darüber gefreut, lesen zu können, was aus Harry, Ron und Hermine geworden ist. 

Das dritte Highlight ist Das Licht zwischen den Meeren von M. L. Stedman. Nach einem recht langsamen Einstieg konnte mich das Buch schließlich doch mitreißen, sodass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Erzählt wird die Geschichte eines Leuchtturmwärters und seiner Frau, die 1926/27 allein auf einer Insel leben und sich nichts sehnlicher wünschen als ein Baby. Ein eigenes Kind scheint den beiden jedoch nicht gegönnt. Aber eines Tages erfüllt sich der Traum ganz unerwartet doch: Ein kleines Baby wird ganz allein in einem Boot angeschwemmt. Das Paar nimmt das Kind bei sich auf und ich denke es ist allen klar, dass dies nicht ohne Konsequenzen bleibt. Lange hat mich ein Buch nicht mehr zum Weinen gebracht, hier war es, besonders am Ende, der Fall. Ich musste daher nicht lange überlegen, ob dieses Buch zu meinen Highlights zählt oder nicht - ein ganz klares Ja!

Welche Bücher sind eure Highlights in diesem Jahr gewesen?

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Blütenzauber und Liebeswunder - Christina Jones


Ich muss gestehen: Ich hatte keine besonders großen Erwartungen an Blütenzauber und Liebeswunder von Christina Jones. Ich habe mich auf einen locker-leichten Roman für Frauen eingestellt, der zwar unterhält, mich aber wahrscheinlich nicht sonderlich berührt. Damit, dass mir dieses Buch richtig ins Herz geht, habe ich nicht gerechnet! Grund dafür war unter anderem der doch sehr kitschige Titel des Buches. Aber worum geht es überhaupt? Die Protagonistin Frankie erbt eine kleine Boutique - ganz unverhofft hat sich ihr Lebenstraum eines eigenen Ladens erfüllt. Voller Freude beginnt sie, aus dem Laden ihre eigene kleine Welt zu machen und das auch mit Erfolg. Doch plötzlich steht ein kleiner, komisch gekleideter Mann in ihrer Boutique. Das Merkwürdige: Es handelt sich um den unlängst verstorbenen Ernie Yardley, der eine spezielle Bitte an Frankie hat. Um dem ganzen das Krönchen aufzusetzen, hat Dexter, neuer Stadtbewohner und berüchtigter Frauenheld, Frankie ganz schön den Kopf verdreht.

Was mir an Blütenzauber und Liebeswunder am besten gefallen hat, sind die zahlreichen skurrilen Charaktere und die leicht absurde, aber trotzdem herzergreifende Geschichte. Zwar geht es hauptsächlich um Frankie und ihr kleines Geister-Problem - Ernie hängt in ihrem Laden fest und kann nicht ins Jenseits übergehen -, aber auch andere Charaktere werden näher beleuchtet. Da ist zum einen natürlich Dexter, der so wie Frankie kürzlich ein kleines Unternehmen geerbt hat und aufgrund dessen neu in die Stadt gezogen ist. Er gilt als Casanova und verdreht Frauen reihenweise den Kopf. Aber er scheint ein Geheimnis zu haben und redet nicht über seine Vergangenheit. Dies macht ihn interessant und regt zu Spekulationen an. Ebenfalls unerwartet sympathisch ist Cherish, die zunächst eher eine kleine Nebenrolle spielt, aber im Laufe der Geschichte eine größere Rolle einnimmt. Ihre Entwicklung ist mir besonders ans Herz gegangen und hat mich einfach nur glücklich gemacht. Und das ist auch das richtige Stichwort: Das Buch macht glücklich. Die Autorin schafft es mit ihrem Schreibstil, die Charaktere zum Leben zu erwecken, sodass sie einem richtig ans Herz wachsen. Man kann nicht anders, als Frankie, Dexter, Ernie und Co. unfassbar sympathisch zu finden und hofft, dass sie alle am Ende des Buches ihr Glück finden werden.

Manche Ereignisse am Ende waren vorauszusehen, manche hingegen überraschen auch wieder. Alles in allem konnte mich Blütenzauber und Liebeswunder begeistern, womit ich zu Beginn nicht wirklich gerechnet habe. Eine Geschichte voller Magie, die ans Herz geht und perfekt in die jetzige Jahreszeit passt: Ein Großteil der Ereignisse spielt in der Weihnachtszeit. Von mir gab es dafür 4 von 5 Herzen.



413 Seiten, Taschenbuch
Verlag: Goldmann
Übersetzer: Elisabeth Spang
Reihe: Nein
Blütenzauber und Liebeswunder bei Amazon
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