Samstag, 18. März 2017

Die Launenhaftigkeit der Liebe - Hannah Rothschild


Der eigentliche Inhalt des Romans Die Launenhaftigkeit der Liebe von Hannah Rothschild ist schnell wiedergegeben, in dem Buch steckt jedoch weit mehr als man anfangs denkt. Auf der Suche nach einem Geschenk findet die Protagonistin Annie in einem Trödelladen ein Gemälde und kauft es kurzerhand. Was sie nicht weiß: Es handelt sich um ein ganz besonderes Bild des Rokoko-Malers Watteau, nach dem die Kunstwelt schon lange sucht. Durch den Fund des Bildes löst Annie allerhand Turbulenzen aus - sie selbst ahnt davon zunächst jedoch nichts. Sie ist gerade dabei, nach einer vor kurzem beendeten Beziehung ihr Leben wieder in die Hand zu nehmen und noch einmal ganz von vorne anzufangen. Sie ist alleine in die Großstadt gezogen und arbeitet bei einer Kunsthändlerfamilie als Köchin. Mehr muss man zum Inhalt kaum sagen, denn man sollte sich als Leser von diesem Buch überraschen lassen. Mich hat die Geschichte nicht nur überrascht, sondern auch begeistert und mitgenommen.  

Zu Beginn bekommt man ein kurzen Vorgeschmack auf das spätere Geschehen: Das Gemälde Die Launenhaftigkeit der Liebe von Watteau soll versteigert werden und Schätzungen zufolge wird es eine schier unglaubliche Summe einbringen. Danach erfährt man erst, wie Annie das Gemälde findet und welche Konsequenzen sich daraus ergeben. Aber schon während des Prologs werden die zahlreichen Charaktere kurz vorgestellt, mit denen man es im weiteren Lauf des Buches zu tun bekommt. Annie ist zwar die Protagonistin, aber die Geschichte steckt voller unterschiedlicher, teils sehr skurriler, Charaktere - da kann man schon mal kurz den Überblick verlieren. Sie alle sind aber irgendwie miteinander verbandelt und haben eine gewisse Beziehung zum Gemälde Watteaus. Dies macht die Geschichte sehr komplex, da man sich in die Hintergründe und Motivation jedes Einzelnen erst einmal hinein denken muss. Aber aufgrund des tollen Schreibstils der Autorin schließt man jeden einzelnen Charakter ins Herz, auch wenn seine Absichten nicht immer die besten sind. Was das Buch zudem besonders macht: Auch das Gemälde selbst kommt zu Wort und gibt kapitelweise einen Einblick in seine Vergangenheit - einfach grandios! Aber kommen wir zu Annie: Ihr wurde das Herz gebrochen, sie hat ihr komplettes Leben umgekrempelt und hat zudem mit einer alkoholkranken Mutter zu kämpfen. Sie hat es nicht leicht, behält aber immer einen kühlen Kopf, wofür ich sie sehr bewundert habe. Sie hat einen Traum und arbeitet fleißig daraufhin, lässt dabei aber auch mal andere wichtige Sachen aus den Augen. Kurzum: Sie ist eine tolle Protagonistin mit kleinen Makeln, die durch Zufall in eine Angelegenheit hineinrutscht, die ihr zum Verhängnis werden kann. 

Insgesamt fällt es mir schwer, die Launenhaftigkeit der Liebe zu beschreiben. Anfangs kostet es vielleicht einige Mühe, bis man richtig in der Geschichte drin ist, aber es lohnt sich. Sie ist gut durchdacht, macht Spaß zu lesen - auch wenn man kein großer Kunstkenner ist, - und ist wunderschön geschrieben. Es gab Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet habe und die dem Buch eine leichte Krimi-Note verleihen. Nachdem ich die letzte Seite umgeblättert habe, war ich richtig traurig, dass es vorbei war - und das ist mir lange nicht mehr passiert. Das Buch ist einfach anders und etwas Besonderes, weshalb ich es wirklich jedem ans Herz legen möchte. Ganze 5 von 5 Herzen gibt es von mir dafür. 


Das Buch wurde mir kosten- und bedingungslos vom Verlag für eine Rezension zugeschickt.

512 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
Verlag: DVA
Übersetzer: Monika Baark
Reihe: Einzelband
Die Launenhaftigkeit der Liebe bei Amazon

Samstag, 25. Februar 2017

Momentaufnahme {#6}



Currently reading: Die Launenhaftigkeit der Liebe von Hannah Rothschild - und es gefällt mir bisher wahnsinnig gut! 
Was lest ihr an diesem Wochenende?


Mittwoch, 22. Februar 2017

Since You've Been Gone - Morgan Matson


Wenn man keine Lust mehr auf Winter hat, kann man sich mit einem schönen leichten Sommerbuch ein bisschen Wärme in die kalte Jahreszeit holen. Aus diesem Grund habe ich im Januar zu Since You've Been Gone von Morgan Matson gegriffen. Die Autorin ist für ihre sommerlichen Geschichten bekannt und auch dieses Buch passt voll in dieses Schema. Ich hatte keine großen Erwartungen an die Geschichte, sondern habe einfach nach einer leichten Unterhaltung gesucht. So gesehen kann man behaupten, dass das Buch meine Erwartungen voll übertroffen hat, denn mich konnte die Geschichte von Emily wirklich begeistern. 

Für Emily haben endlich die Sommerferien angefangen, die sie kaum erwarten konnte. Sie hatte Pläne mit ihrer besten Freundin Sloane und wollte die freien Monate einfach nur mit ihr genießen. Wie so häufig kommt es dann aber doch anders als gedacht. Von einem Tag auf den anderen ist Sloane verschwunden. Emily weiß nicht, wo ihre beste Freundin steckt und kann sie auch auf dem Handy nicht erreichen. Der Sommer, von dem Emily sich so viel versprochen hat, sieht plötzlich ganz anders aus: Sie ist vollkommen alleine und auch ihre Eltern sind damit beschäftigt, ein Theaterstück zu schreiben und leben während dieser Zeit in ihrer ganz eigenen Welt. Aber dann flattert ein kleiner Lichtblick ins Haus: Sloane hat Emily eine To-Do-Liste mit 13 Aufgaben geschickt, die sie im Laufe des Sommers bewältigen soll. Alles sind natürlich Aufgaben, die Emily viel Überwindung kosten werden. So soll sie etwas stehlen, einen Fremden küssen, Nacktbaden gehen und noch viel mehr. In der Hoffnung, dass das Abhaken jedes einzelnen Punktes Sloane wieder zurückbringt, stellt Emily sich den Aufgaben. Manche kosten sie viel Mut, manche gehen doch leichter als gedacht. Was hier im Laufe der Geschichte toll zu beobachten ist, ist die Entwicklung, die Emily durchmacht. 

Zu Beginn ist sie ein ruhiges, eher unscheinbares Mädchen, das sich hinter der extrovertierten Sloane versteckt hat. In kleinen Rückblicken werden hin und wieder im Laufe des Buches Situationen aus der Vergangenheit zwischen den beiden geschildert, in denen dies deutlich wird. Zudem erwähnt Emily selbst immer wieder, dass Sloane diejenige von den beiden war, die die Dinge in die Hand genommen hat und der es leicht gefallen ist, mit anderen ins Gespräch zu kommen. Aus diesem Grund ist Emily zu Beginn des Buches sehr unbeholfen und schüchtern in Gegenwart von anderen Jugendlichen - es ist keine Sloane da, die das Eis bricht. Ich muss sagen, dass mir Sloane zum einen aufgrund der Tatsache, dass sie einfach ohne ein Wort abhaut, und andererseits aufgrund ihres Verhaltens in den Rückblenden sehr unsympathisch war. Emily hat dies für mich wieder wett gemacht, obwohl sie natürlich auch Fehler hat. Aber ich mochte sie unglaublich gerne und konnte ihre Zurückhaltung vollkommen nachvollziehen! Und wie bereits gesagt: Sie macht eine gehörige Entwicklung durch. Ob das nun an der Liste von Sloane liegt oder an anderen Freundschaften, die sie im Laufe des Sommers schließt, ist schwer zu sagen. Beides hängt vermutlich miteinander zusammen. Für mich hat Emily als Charakter die Geschichte zu etwas Besonderem gemacht und ich habe sie wirklich sehr genossen.

Freundschaft, Liebe, Verzweiflung - alles ist bei Since You've Been Gone zu finden. Emily ist eine tolle Protagonistin und auch die übrigen Charaktere, die sie während des Sommers kennenlernt und die ihr bei der Bewältigung der Aufgaben helfen, konnten mich begeistern. Einzig der Bezug zu Sloane hat mir gefehlt, was schade ist - so fiel es mir manchmal schwer, die besondere Beziehung zwischen den beiden Mädchen nachzuvollziehen. Trotzdem ist es eine schöne Geschichte, die man nicht unbedingt im Sommer lesen muss. Und ganz typisch Morgan Matson: Natürlich fehlen auch in diesem Buch die abgedruckten Playlists nicht. Von mir gab es insgesamt 4 von 5 Herzen.



480 Seiten, Taschenbuch; auch als eBook erhältlich
Verlag: Simon & Schuster
Deutscher Titel: Dreizehn Wünsche für einen Sommer (cbj)
Reihe: Einzelband
Since You've Been Gone bei Amazon
Dreizehn Wünsche für einen Sommer bei Amazon

Samstag, 18. Februar 2017

MonatsBlick Januar 2017


Der erste Lesemonat im neuen Jahr ist schon vorbei und ich bin sehr zufrieden, wie der Januar 2017 lesetechnisch gelaufen ist. Beendet habe ich vier Bücher und somit genau mein monatliches Vorhaben erfüllt. (Momentan sieht es leider so aus, dass dies im Februar nicht der Fall sein wird...)

Seit Beginn des Jahres bin ich wieder vermehrt mit der Bahn unterwegs und ich lese daher wieder viel auf meinem Kindle. Das erste Buch, das ich 2017 beendet habe, ist ein englisches eBook: The Forgotten Ones von Laura Howard. Hierbei handelt es sich um den ersten Band einer Trilogie und für mich wird es auch nur beim ersten Teil bleiben - die weiteren werde ich definitiv nicht lesen. Ich konnte überhaupt nichts mit der Protagonistin Allison anfangen, zudem war der Plot wenig innovativ und unausgereift. Allison bekommt eines Tages plötzlich Besuch von einem Mann, der behauptet, ihr Vater zu sein. Außerdem behauptet er, die letzten Jahre in der Welt der Tuatha de Danaan gelebt zu haben - einem alten irischen Feen-Volk. Allisons Mutter leidet an Schizophrenie und ist schon lange nicht mehr die Frau, die sie früher einmal war. Natürlich weiß der plötzlich aufgetauchte Vater aber, wie er Allisons Mutter heilen kann und für die drei geht es zusammen in die geheimnisvolle Welt der Feen. Das Buch konnte mich nicht wirklich unterhalten und ich habe ständig innerlich die Augen über das Verhalten von Allison verdreht. Empfehlen kann ich The Forgotten Ones daher nicht, es wurde soweit ich weiß aber auch nicht ins Deutsche übersetzt.

Da das erste beendete Buch im neuen Jahr leider ein Flop war, habe ich mich umso mehr darüber gefreut, dass das zweite Buch ein kleines Highlight war: The School for Good and Evil von Soman Chainani. Ich habe den Schuber mit allen drei Bänden der Reihe zu Weihnachten geschenkt bekommen und sofort angefangen zu lesen. Und ich kann nur sagen: Ein richtig tolles, kreatives und lustiges Buch. Ich freue mich sehr darauf, die beiden Fortsetzungen zu lesen! Wer Genaueres zum ersten Band wissen möchte, kann sich hier meine Rezension dazu durchlesen. 

Als nächstes habe ich Die dunkle Königin, Band 8 der Das Lied von Eis und Feuer-Reihe von George R. R. Martin beendet. Ich gebe zu: Das Buch habe ich nicht komplett im Januar gelesen, sondern vor längerer Zeit schon angefangen. Schon mehrere der Bücher aus der Reihe waren für mich ein Auf und Ab - mal mega spannend, mal plätschert die Handlung ein wenig dahin -, aber keines der Bücher hat sich bisher so gezogen wie dieses hier. Zwischendurch habe ich sogar überlegt, ob ich wirklich weiter lesen oder es einfach abbrechen soll. Mein Problem war, dass einige Protagonisten, von denen ich unbedingt wissen möchte, wie es mit ihnen weitergeht, keine Erwähnung finden. Der Autor hat sich dabei etwas gedacht, aber dennoch hatte ich mit diesem Teil leider nicht so viel Spaß. Trotzdem werde ich die weiteren Bände lesen - da ich momentan die Fernsehserie (zum zweiten Mal) schaue, habe ich wieder richtig Lust auf Game of Thrones bekommen. 

Und zuletzt sollte es spannend werden und ich habe daher zu einem Thriller gegriffen: Angstmädchen von Jenny Milewski. Zu Anfang konnte mich die Geschichte von Malin, die in ein WG-Zimmer zieht, in dem es plötzlich zu spuken beginnt, richtig mitreißen. Mit der Zeit hat das Tempo dann aber wieder abgenommen und die Handlung hat sich etwas gezogen. Insgesamt konnte mich das Buch daher nicht wirklich fesseln - Details dazu könnt ihr aber hier in meiner Rezension nachlesen. 

Wie ist euer erster Lesemonat im neuen Jahr gelaufen?

Sonntag, 12. Februar 2017

Irre glücklich - Jenny Lawson


Irre glücklich von Jenny Lawson fällt eigentlich nicht in die Kategorie der Bücher, die ich normalerweise lese - zumindest dachte ich es am Anfang. Die Beschreibung auf der Rückseite klang für mich wie eine Art Selbsthilfebuch, in dem die Autorin ihre eigene Geschichte zum Thema Depressionen erzählt und Tipps gibt, wie man mit der Krankheit umgehen kann. Hinterher habe ich aber festgestellt, dass es sich hier nicht um einen klassischen Ratgeber handelt. 

Was meine Aufmerksamkeit  auf das Buch gezogen hat, war das ungewöhnliche Cover: Ein Waschbär, der - wie der Titel des Buches sagt - irre glücklich aussieht. Da es mir zu der Zeit, als ich auf das Buch gestoßen bin, nicht ganz so gut ging, wollte ich es unbedingt lesen - auch wenn Ratgeber normalerweise nicht in mein Beuteschema fallen. Als ich es dann in den Händen hielt, hatte ich einen dieser berühmten Aha-Momente. Plötzlich wusste ich, warum mir der Name der Autorin so bekannt vorkam! Jenny Lawson ist im Internet auch als "The Bloggess" bekannt und schreibt seit vielen Jahren einen Blog, in dem sie auf sehr unterhaltsame Weise aus ihrem Leben erzählt. (Besonders im Kopf geblieben ist mir der Post über Beyonce, dem riesen Huhn aus Metall, über den ich mich sehr amüsiert habe.) Regelmäßig verfolgt habe ich den Blog allerdings nicht, sodass ich auch nicht mitbekommen habe, dass sie ein zweites Buch veröffentlicht hat: Irre glücklich. 

Was ich ebenfalls nicht wusste, da ich "The Bloggess" vor einigen Jahren nur sporadisch besucht habe, ist, dass Jenny Lawson an Depressionen und unter Angststörungen leidet. Irre glücklich ist eine Sammlung an Geschichten aus ihrem Leben und wie sie versucht, das Beste daraus zu machen. Denn auch wenn die Krankheiten ihr das Leben schwer machen - in den Momenten, in denen sie nicht die Oberhand gewinnen, möchte sie alles, was möglich ist rausholen und einfach irre glücklich sein. Das Buch ist somit keine zusammenhängende Geschichte, sondern ganz viele verschiedene Episoden aus ihrem Leben. Abgedruckt sind kleine Streitereien mit ihrem Ehemann, verrückte Geschichten über ihre Katzen oder über ausgestopfte Tiere (ja, wirklich), aber auch Momente, in denen die Autorin sich ihren Ängsten stellt. So erzählt sie beispielsweise von ihrer Reise nach Australien, die ein Abenteuer, aber auch eine große Herausforderung für sie war.

Bevor man das Buch in die Hand nimmt, muss man sich bewusst sein, dass Jenny Lawson - in einer ganz liebevollen Art und Weise - schon ein bisschen verrückt ist. Ihre Gedankengänge und Ideen sind unfassbar komisch, aber auf diese Art Humor muss man stehen. Meinen Geschmack trifft es, sodass ich in jedem Kapitel mindestens einmal laut aufgelacht habe. Was mich aber erstaunt hat, war die Art und Weise, wie die Autorin über ihre Krankheiten spricht. Manchmal wird in einem kurzen Absatz oder auch nur in einem Nebensatz erwähnt, welche Auswirkungen diese auf ihr Leben haben - und diese sind wirklich immens. Die Passagen sind bedrückend und traurig, aber trotzdem schafft Jenny Lawson es, dass im gesamten Buch der Humor überwiegt. Es beeindruckt, wie sie mit ihrer Situation umgeht und inspiriert dazu, sich den eigenen Ängsten zu stellen. Ich habe das Buch sehr genossen und kann es daher nur empfehlen. Ganze 5 von 5 Herzen gab es für Irre glücklich


Das Buch wurde mir kosten- und bedingungslos vom Verlag für eine Rezension zugeschickt.

320 Seiten, Klappenbroschur
Verlag: Kailash
Reihe: Einzelband
Irre glücklich bei Amazon

Mittwoch, 25. Januar 2017

The School for Good and Evil - Soman Chainani


Eine märchenhafte Geschichte voller Fantasie und Witz - wer danach sucht, ist bei The School for Good and Evil von Soman Chainani genau richtig! Mit viel Kreativität wird die Geschichte von Sophie und Agatha erzählt, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Agatha trägt am liebsten schwarze und triste Kleidung und ist ein Einzelgänger. Ihre Freundin Sophie hingegen sieht mit ihrem blonden Haar aus wie ein Engel, sie ist hilfsbereit und kann es kaum erwarten, endlich eine richtige Märchen-Prinzessin zu sein. Denn alle vier Jahre werden zwei Kinder aus ihrem Dorf vom sogenannten Schulmeister entführt und gelangen in die Schule für Gut und Böse. Wie der Name bereits erahnen lässt, werden die Kinder hier streng eingeteilt in Gut und Böse, um für ihr zukünftiges Märchen ausgebildet zu werden - entweder als Bösewicht oder als Prinzessin.

Sophie weiß, dass ihr das Leben als Prinzessin vorherbestimmt ist. Für sie ist es somit keine Überraschung, dass sie zu den zwei Kindern gehört, die entführt werden. Agatha wird ebenfalls vom Schulmeister mitgenommen und so beginnt das größte Abenteuer der beiden Mädchen. Zur Überraschung der beiden landet Sophie jedoch bei den Bösen und Agatha bei den Guten - hier kann ja wohl nur ein Fehler vorliegen! Beide Mädchen haben es aufgrund der falschen Zuordnung nicht leicht, sich in der Schule einzugewöhnen. Für Sophie steht fest: Die Verwechslung muss so schnell wie möglich berichtigt werden. Agatha hingegen möchten am liebsten einfach nur wieder zurück in ihre Heimat. Einziger Lichtpunkt für sie ist Sophie, ihre beste Freundin.

Als Leser bekommt man im Wechsel von den Erlebnissen der beiden Mädchen zu lesen. Sie haben mit fiesen Mitschülern, den ungewohnten Unterrichtsfächern und den Lehrern zu kämpfen. Da Sophie und Agatha so unterschiedlich sind, kommt an keinem Punkt der Geschichte Langeweile auf. Mich hat The School for Good and Evil somit sehr schnell in seinen Bann gezogen und auch nicht mehr losgelassen. Die Wende der Ereignisse ist vielleicht keine riesige Überraschung, aber trotzdem macht es einfach nur Spaß, das Buch zu lesen - auch wenn man nach einer Weile einer der Protagonistinnen nur noch wenig Sympathie entgegenbringen kann. Der Grund für den hohen Unterhaltungswert sind die großen Fantasie und Kreativität, die in die Geschichte geflossen sind: Die Schule steckt voller Überraschungen und Magie. Zudem hat mich das Buch mehrmals laut auflachen lassen - der trockene Humor hat die Geschichte ebenfalls zu etwas Besonderem gemacht.

Für mich war der erste Teil der Trilogie The School für Good and Evil ein richtiges Highlight, wenn es auch ein paar kleine Schwächen aufweist. Die Grundidee, dass Märchen wahr sind und die Protagonistinnen dieser jeweils in der Schule für Gut und Böse ausgebildet werden, ist einfach klasse. Zudem sind die Erlebnisse der beiden Mädchen sehr unterhaltsam und mit einem Augenzwinkern erzählt. Ich freue mich darauf, die beiden Fortsetzungen zu lesen. Insgesamt gab es daher 4 von 5 Herzen von mir.


512 Seiten, gebundene Ausgabe (deutsche Ausgabe)
Verlag: Ravensburger (englisch: Harper Collins)
Übersetzer: Ilse Rothfuss
Reihe: Band 1 der The School for Good and Evil-Trilogie

Sonntag, 22. Januar 2017

Anstmädchen - Jenny Milewski



Wenn es draußen kalt und trüb ist, ist ein Thriller, den man nicht mehr aus der Hand legen kann, genau das Richtige für mich. Daher war ich Feuer und Flamme, als ich den Klappentext von Angstmädchen von Jenny Milewi gelesen habe: Das klingt genau nach dem richtigen Winter-Buch für mich! Die junge Protagonistin Malin studiert an der Uni in Linköping und bekommt mitten im Semester endlich ein Zimmer in einem der Studentenwohnheime zugeteilt. Was sie zunächst nicht weiß: Das Zimmer ist plötzlich frei geworden, da sich die vorherige Bewohnerin Yuko das Leben genommen hat. Eher zufällig erfährt sie von ihren Mitbewohnern, dass sich Yuko in ihrer Badewanne die Pulsadern aufgeschnitten hat. Daraufhin geschehen zunehmend merkwürdige Dinge. Malin findet büschelweise Haare, die nicht von ihr stammen können, sie hat Albträume und sieht  nachts immer wieder eine gruselige Gestalt. Ihre anfängliche Freude über das Zimmer weicht schnell, stattdessen wird es ihr immer unheimlicher. Sie ist sich sicher: Yuko ist noch da und möchte ihr und auch den anderen Bewohnern nichts Gutes - eine Handlung, die große Spannung verspricht.

Der Einstieg in die Geschichte fällt leicht. Mit einem kurzen Prolog wird die Spannung sofort geschürt und die ersten 100 Seiten haben mich nicht enttäuscht. Ohne Vorgeplänkel ist man direkt mitten in der Geschichte und begleitet Malin dabei, wie sie ihr neues Zimmer bezieht und ihre Mitbewohner kennenlernt. Und es dauert auch nicht lang, bis die ersten merkwürdigen Geschehnisse in Malins Zimmer eintreten, von denen man als Leser weiß, dass sie nichts Gutes bedeuten können. Doch nach einer kleinen Weile hat sich die Handlung für meinen Geschmack ein wenig gezogen. Es wurde versucht, durch kleinere unheimliche Geschehnisse Spannung und Angst aufzubauen. Diese Spannung war aber leider nur von kurzer Dauer.  So ganz konnte mich das Buch hier leider nicht packen. Erst das letzte Drittel hat es wieder in sich und hat mich mitreißen können. Der Schluss dagegen ließ mich etwas enttäuscht zurück - dieser war leider keine Überraschung. Fragen blieben ungeklärt und es hat der besondere Kniff gefehlt. 

So richtig konnte mich Angstmädchen daher leider nicht fesseln. Malin als Charakter mochte ich gerne, die übrigen Charaktere wie ihre Mitbewohner blieben hingegen etwas blass. Ich hatte Schwierigkeiten damit, sie auseinander zu halten und hätte mir gewünscht, mehr über sie zu erfahren. Was mir gefallen hat, war das Einbringen japanischer Folklore in die Geschichte - auch wenn dies leider erst zu einem recht späten Zeitpunkt geschieht. Da mir der Einstieg sehr gut gefallen hat und mich das letzte Drittel gruseln konnte, bekommt das Buch insgesamt 3 von 5 Herzen von mir.


Das Buch wurde mir kosten- und bedingungslos vom Verlag für eine Rezension zugeschickt.

336 Seiten, Klappenbroschur
Verlag: Heyne
Übersetzer: Maximilian Stadler
Reihe: Einzelband
Angstmädchen bei Amazon

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