Freitag, 20. Juli 2012

Zwölf Wasser. Zu den Anfängen – E.L. Greiff

DSC_6662
rezi3
Wasserstände sinken, Quellen versiegen – etwas geht vor…Noch ist die Bedrohung des Kontinents kaum spürbar; die Völker leben in Frieden, die großen Schlachten sind Vergangenheit. Aber unter der Oberfläche mehren sich dunkle Vorzeichen. Eine Bedrohung, die nicht allen verborgen bleibt: Die Undae, eine Gemeinschaft von hohen Frauen, die dem Wasser verbunden sind und darin lesen können, treten aus ihrer Abgeschiedenheit zurück in die Welt, um die Menschen zu warnen. Drei von ihnen machen sich auf den Weg zu den zwölf Quellen, um das Gleichgewicht der Welt wiederherzustellen. Aber sie gehen nicht allein. Ein Soldat, der sich gegen seine Bestimmung wehrt, ein junger Hirte auf der Suche nach Rache und sein Falke begleiten eine von ihnen. In dieser Schicksalsgemeinschaft muss jeder Einzelne zunächst sich selbst überwinden, bevor sie gemeinsam ihre Welt vor dem Untergang retten können.
Eine Zeit des Wandels hat begonnen und der Ausgang der Reise ist ungewiss. Nur eines ist sicher: Die, welche zurückkommen werden, sind für immer verändert.
rezi4
“Etwas geht vor.” – mit diesen Worten durchbrechen die Undae, die Hohen Frauen, die aus dem Wasser lesen können, ihr jahrhundertelanges Schweigen. Das Wasser hat zu ihnen gesprochen und verheißt verheerende Auswirkungen, wenn das Versiegen der Zwölf Quellen nicht rechtzeitig gestoppt wird. Um dies zu verhindern machen sich drei der Undae auf den Weg zu diesen Wassern, wobei jede der Frauen von drei Welsern begleitet wird. Zusammen begeben sie sich auf eine lange, beschwerliche Reise, die die Reisenden zusammen schweißt, aber auch zu ungeheuerlichen Erkenntnissen führt.

Der erste Teil von Zwölf Wasser konzentriert sich auf den jungen Hüter Babu. Aufgewachsen im Langen Tag und dazu bestimmt ein Leben als Hüter von Kafur-Rindern zu führen, sehnt er sich nach neuen Herausforderungen und spürt, dass er anders ist. Als er dann zufällig ein lange gehüteten Geheimnis erfährt, muss er gezwungenermaßen zusammen mit seinem Falken Juhut, aber nicht ohne den Wunsch nach Rache, aus seiner Heimat fliehen.
Der Großteil des Buches jedoch schildert die Reise Felts, einer der Welsen, der auserwählt wurde mit den Undae zu den Zwölf Quellen zu pilgern. Felt, ein starker Offizier mit weichem Herz, der seine Frau und Famlie über alles liebt. Aufgrund der Prophezeiung der Undae muss er seine Familie jedoch verlassen und schwört sich, so schnell wie möglich zu ihnen zurückzukehren. Doch der Weg, den die Welser und die Undae beschreiten, ist gepflastert mit Hindernissen und sie kommen nur langsam vorwärts. Dabei drängt die Zeit, denn mit dem Versiegen des Wassers, verschwindet die Menschlichkeit aus der Welt.



Zwölf Wasser ist ein toller Fantasy-Roman, der mich aufgrund der hindernisreichen Reise an die Odyssee erinnert. Die Charaktere sind ausführlich beschrieben und das Innenleben von Babu und Felt wird gründlich dargestellt. Ihre Gedanken, Wünsche, aber auch ihre Ängste lernt der Leser ganz genau kennen. Die Geschichte von Felt nimmt den Großteil des Romans ein, wodurch Babu meiner Meinung nach ein wenig zu kurz kommt. Eine etwas frühere Verstrickung der beiden Handlungsstränge hätte ich mir gewünscht, da mich die wachsende Beziehung zwischen Babu und Juhut sehr interessiert hat.
Zunächst ist es etwas schwierig in die Handlung herein zu kommen. Nicht, weil die Handlung nicht interessant ist. Im Gegenteil, inhaltlich hat mich Zwölf Wasser direkt in seinen Bann gezogen. Allerdings erschweren die fremden Namen der Tiere und vor allem der Zeitrechnung das Lesen und man muss sich erst einmal an diese fremden Ausdrücke und ihre Bedeutung gewöhnen. Im Anhang gibt es jedoch eine Übersicht, die den Leser genau über alles aufklärt. Auch eine Landkarte ist dem Buch angehängt, was es mir sehr vereinfacht hat die Wege, die die Reisenden gehen, nachzuvollziehen.

Der Schreibstil in Zwölf Wasser hat mir außerordentlich gut gefallen, alles wird sehr genau beschrieben. So hat man die Umgebung, die Figuren und die Gebäude genau vor Augen. E.L. Greiff konzentriert sich sehr darauf, dem Leser ein genaues Bild der Umgebung zu schaffen und es gelingt ihm mit seiner schönen, bildhaften Sprache wirklich sehr gut.

Ich hatte großen Spaß daran mich voll von Zwölf Wasser einnehmen zu lassen. Durch die Schwierigkeiten, die den Reisenden widerfahren und die oftmalige Aufdeckung kleiner Rätsel, wird die Spannung konstant aufrecht erhalten. Fantasy Freunde werden auf jeden Fall großen Spaß an diesem Buch haben.

4 von 5 Herzen.
4

608 Seiten, Taschenbuch

Verlag: dtv

Erscheinungsdatum: 1. August 2012

Reihe: 1. Band der Zwölf Wasser- Trilogie

Zwölf Wasser bei Amazon

Vielen Dank an vorablesen und den dtv für das Rezensionsexempar.
Jani hat gesagt…

Mit dieser Rezi hast du mich echt gespannt auf das Buch gemacht. Ich denke, dass ich mir das auf jeden Fall noch zu legen werde ;)

Liebe Grüße. Jani
http://janis-allerlei.blogspot.de/

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...
© zeilenblicke. Made with love by The Dutch Lady Designs.