Donnerstag, 30. August 2012

Isola - Isabel Abedi


Sie sind zu zwölft und sie haben das große Los gezogen. Drei Wochen allein auf einer einsamen Insel vor Rio de Janeiro - als Darsteller eines Films, bei dem nur sie allein die Handlung bestimmen. Doch nicht nur für die siebzehnjährige Vera, die ganz eigene Gründe hat, auf der Insel zu sein, wird das paradiesische Idyll zu einem schillernden Gefängnis. Was verbirgt der melancholische Solo, der Veras Gefühle auf ganz ungewöhnliche Weise berührt? Wer ist die hübsche Moon, die sanfte Pearl, der provozierende Joker, wer sind sie alle in Wirklichkeit? Ein jeder von ihnen kommt der Wahrheit näher, als als der exzentrische Regisseur die Jugendlichen mit einem Spiel überrumpelt, auf das niemand vorbereitet ist. Ein Spiel, das bald tödlicher Ernst wird. 

Isola - eine fesselnde Liebesgeschichte, ein atemberaubender Thriller und ein psychologisches Kammerspiel der Extraklasse.

Der berühmte Regisseur Quint Tempelhoff hat für seinen neuen Film eine außergewöhnliche Idee. Zwölf Jugendliche sollen drei Wochen auf einer einsamen Insel verbringen, die komplett mit Kameras ausgestattet ist, und so auf Schritt und Tritt verfolgt werden. Die zwölf Darsteller, die Tempelhoff sich für diesen Film ausgesucht hat, könnten unterschiedlicher nicht sein und jeder hat seine ganz eigenen Gründe, bei diesem Filmprojekt mitzumachen. Als besonderen Clou hat Tempelhoff sich ein Spiel ausgedacht, von dem die Jugendlichen jedoch erst erfahren, als sie auf der Insel ankommen.
Doch dann geraten die Geschehnisse auf der Insel außer Kontrolle und die Darsteller befinden sich plötzlich in großer Gefahr.

Isola klingt nach einer außergewöhnlichen Geschichte: zwölf Jugendliche sollen auf einer Insel, auf der sonst niemand wohnt, drei Wochen verbringen und dabei durchgehend gefilmt werden. Diese Aufnahmen sollen hinterher zu einem Film zusammen geschnitten werden, wofür die zwölf jugendlichen Darsteller eine nette Gage bekommen sollen. Leicht verdientes Geld, könnte man denken. Doch eigentlich ist es von vornherein klar, dass es ganz so einfach nicht sein kann. Von daher ist die Überraschung, als die Jugendlichen von dem "Spiel" erfahren, nicht ganz so groß; ich habe schon auf einen Haken an diesem ganzen Filmprojekt gewartet.
Trotzdem kam an diesem Punkt das erste Mal eine gewisse Spannung auf, die mir zuvor leider sehr gefehlt hat. Bis zu diesem Zeitpunkt empfand ich das Buch eher wenig fesselnd.
Und wo dann durch das Spiel endlich mal etwas Spannung aufkam, konnte diese für mich bedauerlicherweise auch nicht lange gehalten werden. Leider konnte mich Isola erst gegen Ende richtig einnehmen und hatte dann aber auch die ein oder andere Überraschung parat.

Erzählt wird die Geschichte von Vera, die im richtigen Leben Joy heißt und aus einem ganz besonderen Grund bei diesem Filmprojekt in Brasilien mitmacht. Vera ist ein sehr verschlossenes Mädchen, wodurch nicht nur die anderen elf Darsteller sehr wenig über sie erfahren, sondern auch der Leser. Obwohl Isola aus ihrer Perspektive erzählt wird, fällt es schwer sich mit ihr zu identifizieren, man wird die ganze Zeit von ihr auf einer gewissen Distanz gehalten. Auch wenn man als Leser einiges aus ihrem Leben und so ihre Motive für ihr Handeln erfährt, über ihre Gefühle lernt man nur sehr wenig kennen. Das habe ich ein wenig vermisst, weshalb ich zu Vera als Protagonistin nicht wirklich eine Beziehung aufbauen konnte.
Aufgrund der Tatsache, dass Vera kaum redet und so mit den anderen Jugendlichen auf der Insel auch nur wenig Kontakt hat, bleiben diese Figuren auch eher oberflächlich. Jeder scheint einen bestimmten Stereotyp darzustellen, aber viel mehr erfährt man über die anderen leider nicht.


Der Schreibstil hat mir hingegen sehr gut gefallen. Die Insel und die Umgebung werden schön geschildert und einige Begebenheiten hatte man beim Lesen quasi direkt vor Augen. Gerade dadurch empfinde ich es als besonders schade, dass die sonstige Umsetzung der Geschichte, die wirklich jede Menge Spannung verspricht, mir leider nicht so sehr zugesagt hat.
Am meisten hat mir einfach der Nervenkitzel gefehlt. Isola beginnt recht träge und erst zum Schluss kommt die Spannung richtig auf. Eine "fesselnde Liebesgeschichte", wie der Klappentext ankündigt, konnte ich auch nicht wirklich feststellen. Vera und Solo, einer der Darsteller, scheinen zwar wie magisch voneinander angezogen zu werden und ein bisschen bändeln die beiden auch miteinander an, aber eine wirkliche Liebesgeschichte entwickelt sich da in meinen Augen nicht.

Ich hatte ich mir von diesem Buch viel mehr Spannung erhofft und über die einzelnen Figuren erfährt man leider sehr wenig. Einzig das Ende konnte mich richtig fesseln.
Die Idee ist super, der Schreibstil ist klasse, aber insgesamt konnte Isola mich leider nicht groß überzeugen.

3 von 5 Herzen

324 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag (auch broschiert erhältlich)
Verlag: Arena
Erscheinungsdatum: Juni 2007
Isola bei Amazon


Kommentare:

Julia hat gesagt…

hmmm... das Buch möchte ich auch noch sooo gerne lesen ^^

Lori hat gesagt…

Nachdem ich "Whisper" so toll fand, habe ich auch "Isola" gelesen, aber mit dem Buch kam ich einfach nicht zurecht. Ich fand das mit den Personen (Ihren richten und "unrichtigen" Namen) nicht so gut und es war anfangs ziemlich langweilig, weshalb ich es abgebrochen habe :/

Miss Bookiverse hat gesagt…

Schade, dass dich das Buch eher enttäuscht hast. Isola war mein erstes Buch von der Autorin, habe es damals als Hörbuch gehört und fand es toll. Vera mochte ich, Spannung herrschte für mich auch und wie dir hat mir v.a. der Schreibstil supergut gefallen.
Vllt klappt es ja mit einem anderen Buch der Autorin besser für dich? :)

Hannah hat gesagt…

ich war total begeistert von dem Buch. Sowohl als ich es vor drei Jahren zum ersten mal und auch als ich es vor ca. einem halben Jahr noch mal gelesen habe (da habe ich aber am Anfang einen Teil übersprungen). Ich finde auch, dass die Charaktere ziemlich einseitig sind, aber dadurch hatte ich immer das Gefühl zu wissen, was passiert und hatte in Wirklichkeit überhaupt keine Ahnung...
Naja, trotzdem schöne Rezension!
LG, Hannah

Julia (Zwischen den Zeilen) hat gesagt…

Huhu!

Ich habe dir gerade auf meinem Blog einen Award verliehen :)
http://zwischendenzeilen-buchblog.blogspot.de/2012/08/mein-erster-award.html

Liebe Grüße

Rosalie hat gesagt…

OH, dieses Buch hab ich auch gelesen. Ich fand es toll! Jetzt hab ich mir von meiner Tante Whisper geborgt, das soll noch besser sein!

Celina hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Christine hat gesagt…

Hallo Pia!
Das Buch hat mich bis jetzt nicht sonderlich interessiert und wenn du dann auch noch meinst, dass es nicht so toll ist, dann werde ich es auch eher lassen.
Und wegen der Challenge, ich habe den Post soeben veröffentlicht http://books-cupcakes.blogspot.de/2012/09/challenge-zu-meiner-lieblingsserie.html.
Liebe Grüße
Christine

leona fotografie hat gesagt…

das ist eins der besten bücher, die ich jeh gelesen habe :)
aber im moment bin ich bei der twilight reihe und die toppen es :D

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