Montag, 22. Oktober 2012

Aschenputtels letzter Tanz - Kathleen Weise



Märchenhafte Hochspannung 

Grauer Nebel liegt über dem Moor, als Harpers Cousine Elsa überfallen wird. Ein Aschenputtelzitat - das ist die einzige Spur, die der Täter bei der jungen Tänzerin hinterlassen hat. Während die Polizei fieberhaft nach ihm fahndet, geht die Angst in dem kleinen Städtchen um. Nur Harper will nicht tatenlos abwarten. Sie beginnt Fragen zu stellen und schwebt bald selbst in Gefahr. Denn der Täter hat schon das nächste Opfer im Visier ... 

Nie war das Böse so märchenhaft schön.



Wie jeden Sommer fährt Harper auch dieses Jahr wieder mit ihrer Mutter nach Mahnburg, um ihre Großmutter, ihre Cousine und deren Eltern zu besuchen. Doch dieses Jahr ist alles ganz anders: Harpers Cousine wurde im Mahnburger Moor überfallen, woraufhin ihre zukünftige Karriere als Tänzerin zunichte gemacht wurde. Und kurz darauf findet Harper ein weiteres Mädchen, das scheinbar vom selben Täter angegriffen wurde. 
Die Ereignisse, die im Moor vor sich gehen, lassen Harper keine Ruhe und so macht sie sich auf die Suche nach dem Täter.

Aschenputtels letzter Tanz verspricht einen Thriller mit märchenhaften Elementen, die sich zum einen in den Zetteln wiederfinden, die bei den beiden überfallenen Mädchen gefunden werden. Zum anderen ist die Atmosphäre und der Schauplatz durchaus märchenhaft und düster: Das von Rosen bewachsene Haus der Großmutter, das Moor, das regnerische Wetter. 
Wirkliche Spannung, wie ich sie mir erhofft hatte, kam aber leider nicht auf. 

Die Thematik des Überfalls von Harpers Cousine kommt ziemlich schnell zur Sprache, und es dauert auch nicht lange, bis sie das zweite überfallene Mädchen im Moor findet. Die Handlung kommt demnach sehr schnell in Gang und Harper beginnt, Nachforschungen anzustellen. Hierbei sind ihre Beweggründe und Gedanken wirklich klar verständlich und nachvollziehbar, aber leider war die Geschichte für mich etwas zu vorhersehbar. 
Den Charakter Harpers mochte ich allerdings sehr. Sie versucht sich von der Masse abzuheben, in dem sie außergewöhnliche Kleidung trägt und in ihrem Verhalten wirkt sie recht erwachsen für ihr Alter. Viele der übrigen Charaktere waren für meinen Geschmack teilweise etwas zu überspitzt dargestellt, wie beispielsweise die strenge und herrische Großmutter, die  kein nettes Wort übrig hat. Trotzdem macht das Lesen zwar Spaß, mehr als eine Lektüre für Zwischendurch ist dieses Buch für mich allerdings nicht.


Ich habe mir von Aschenputtels letzter Tanz mehr versprochen und wirklich mitreißen konnte es mich daher leider nicht. Das liegt meiner Meinung nach aber nicht an der Qualität der Geschichte, die mir im Groben gut gefallen hat. Dieses Buch ist einfach eher für das jüngere Publikum gedacht, was ebenfalls an der verspielten (aber trotzdem hübschen!) Aufmachung erkennbar ist. Nicht nur der Buchschnitt ist mit einer schönen Illustration versehen, sondern auch jede einzelne Seite ist mit Rosen verziert. Zudem sind kleine Zeitungsartikel und andere Textausschnitte auf eine schöne Weise in den Text integriert.
Insgesamt ist dieses Buch ein netter Jugendthriller, richtiger Nervenkitzel blieb für mich aber leider aus. 

2 von 5 Herzen


224 Seiten, broschiert
Verlag: Planet Girl
Erscheinungsdatum: 21. März 2012


Filo hat gesagt…

Hm, also vom Cover und Klappentext fand ich das Buch total ansprechend, aber jetzt nach deiner Rezi... Ich bin zwar jetzt nicht derjenige, der Spannung pur mit viel Blut, Gemetzel,etc. braucht, aber ein bisschen Spannung wäre schon nicht schlecht ;)

Tolle Rezi jedenfalls!

lg Filo

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