Sonntag, 14. Oktober 2012

Eine andere Art von Ewigkeit - Roxann Hill {Beitrag zur Blogtour}


Heute macht die Blogtour zu Eine andere Art von Ewigkeit bei mir halt! Zuerst einmal gibt es die Rezension zum zweiten Teil der Lilith-Saga. Außerdem durfte ich der Autorin ebenfalls ein paar Fragen stellen, die ihr im Anschluss an die Rezension zu lesen bekommt!

Die Rezension

(c) fotolia.com, Andrey Arkusha/AndersonRise, romaniche, Roxann Hill

Da es sich hier um den zweiten Teil einer Reihe handelt, können in dieser Rezension Spoiler zum ersten Band enthalten sein!

Ein Hass, so tief, dass er Jahrhunderte überdauert.
Das Böse –lockend, unwiderstehlich.
Lilith.
Wie groß muss ein Opfer sein, um die Liebe zu retten?
Manchmal liegt die Antwort im Tod.


Lilith, Asmodeo und der schwerverletzte Johannes sind ihren Verfolgern entkommen. Doch die Gefahr ist noch lange nicht vorüber, denn der Rabe hat Rache geschworen. Er will nicht nur Lilith zerstören, sondern auch diejenigen, die sie liebt. Und er wird alles tun, um sein Ziel zu erreichen.


Nur knapp konnten Lilith, Asmodeo und Johannes dem Raben entkommen und müssen sich vor ihm versteckt halten. Auf einer hübschen, französischen Insel halten sie sich nun auf und versuchen die Erlebnisse, und vor allem Johannes' schwere Verletzung, zu verarbeiten.
Doch die Ruhe währt nicht lange, denn schon bald werden die Drei erneut von den vergangen Ereignissen eingeholt. Lilith schwebt in Gefahr, die nun noch größer zu sein scheint.

Der zweite Band der Lilith-Saga schließt nicht direkt an das Ende des ersten Bandes an. Zu Beginn von Eine andere Art von Ewigkeit haben sich Lilith, Asmodeo und Johannes schon ein wenig in ihrem Häuschen in Noirmoutier eingelebt. Lilith rekapituliert zu Anfang kurz, was ihr und den zwei Männern zuvor zugestoßen ist. So wird das Gedächtnis des Lesern noch einmal kurz aufgefrischt und es dauert nicht lange, bis man direkt in die Handlung hinein gezogen wird.
Anfangs spielt die Handlung in Noirmoutier, wobei oberflächlich der Anschein eines friedlichen Sommerurlaubs erweckt wird. Doch die ruhige Atmosphäre wird von den vorherigen, schrecklichen Ereignissen und von den Konsequenzen der Verletzung Johannes' überschattet. Die Drei versuchen das Leben auf der Insel zu genießen und teilweise gelingt es ihnen, und auch dem Leser, die Wirklichkeit zu verdrängen. Die ganze Handlung in Noirmoutier wirkt wie die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm, obwohl auch hier immer wieder nervenaufreibende Szenen eingestreut sind.

Die Stimmung zwischen den Dreien ist größtenteils sehr positiv und die kleinen Neckereien zwischen ihnen bringen einen immer wieder zum Schmunzeln. Die Ereignisse haben die Drei richtig zusammen geschweißt und vor allem das Verhältnis zwischen Asmodeo und Johannes hat sich zum Guten gewendet.
Besonders gut hat mir auch in diesem Band wieder Lilith gefallen: Sie ist weiterhin so selbstbewusst wie zuvor und hat immer einen guten Spruch auf den Lippen. Wie zuvor wird die Handlung aus ihrer Sicht geschildert, sodass man nicht nur ihre Schlagfertigkeit zu spüren bekommt, sondern auch ihre inneren Gedanken und Ängste.
Im zweiten Band steht weniger im Vordergrund, dass Lilith sich für einen der zwei Männer entscheiden muss, sondern auf die tiefe Freundschaft der Drei wird mehr wert gelegt. Wenn man genauer darüber nachdenkt, erscheint diese Art von Dreier-Beziehung schon ein wenig merkwürdig, aber im Buch selber kommt einem dies keineswegs absurd vor. Lilith liebt sowohl Asmodeo als auch Johannes, und dadurch dass beide Männer wirklich unwiderstehlich sind, kann man Liliths Zwiespalt durchaus verstehen.

Durch die Schwierigkeiten, die sich durch Johannes' Verletzung ergeben, und die sich scheinbar immer weiter zuspitzen, wird die Spannung konstant aufrecht erhalten.
Auch aufgrund der in die Handlung eingeflochtenen Einschübe, die vom Raben und seinen Handlangern berichten, wird dem Leser immer wieder bewusst gemacht, dass Lilith und ihre Männer immer noch in großer Gefahr schweben. Man wartet voller Anspannung geradezu nur so darauf, dass der Rabe wieder zuschlagen wird und die Drei sich ihm erneut stellen müssen.
Ein weiterer sehr spannender Handlungsstrang ist Liliths Vergangenheit und ihre ungewöhnlichen Fähigkeiten. Neben der Frage, warum genau der Rabe so sehr auf Liliths Leben aus ist, verstärkt sich im zweiten Band auch noch die Frage, was es genau mit Liliths Vergangenheit auf sich hat.
Langeweile kommt daher an keiner Stelle auf!

Neben den bekannten Charakteren aus Band 1 werden auch noch einige neue Personen eingeführt. Insgesamt ist dieser Teil um vieles "dämonischer", was Eine andere Art von Ewigkeit eine zusätzliche Spannung verleiht. Der Roman ist sehr flüssig und angenehm zu lesen, zudem schafft es Roxann Hill mit ihren ausführlichen Landschaftsbeschreibungen, den Leser geradezu in die wunderschöne Szenerie Frankreichs hineinzuversetzen.

Viele der offenen Fragen werden in diesem Teil beantwortet, aber trotzdem muss man diese Buchreihe einfach weiter lesen. Denn das Ende lässt einen völlig fassungslos zurück und man fragt sich, wie es mit Lilith, Asmodeo und Johannes nun weiter gehen soll.
Eine wirklich gelungene Fortsetzung!

4 von 5 Herzen

Das Buch wurde mir kosten- und bedingungslos von der Autorin für eine Rezension zur Verfügung gestellt.

ca. 476 Seiten, ebook
Reihe: 2. Teil der Lilith-Sage
          (Rezension zum 1. Teil gibt es HIER.)
Eine andere Art von Ewigkeit bei Amazon



4 Fragen an die Autorin

-Erst einmal vielen Dank, dass du dich bereit erklärst, ein paar Fragen zu deinen Büchern zu beantworten und den Lesern einen kleinen Einblick in das Leben einer Autorin gewährst! Fangen wir ganz allgemein an: Wie genau bist du zum Schreiben gekommen? Wusstest du schon immer, dass du eines Tages schreiben möchtest?

Vielen Dank, dass du mich interviewst, Pia!

Ich habe schon immer gerne geschrieben.
Wenn ich alleine bin, sehe ich komplette Filme vor mir. Handlungen und Geschichten entwickeln sich ganz von selbst und ohne mein Zutun.
Irgendwann habe ich gedacht, es wäre doch einmal an der Zeit, das festzuhalten. Und das habe ich dann getan.

Hast du ein bestimmtes "Schreib-Ritual"? Also eine bestimmte Musik oder Umgebung, die du brauchst, damit die Ideen am besten fließen?

Ich bringe die Kinder ins Bett, verstaue meinen Mann ins Arbeitszimmer, schmeiße noch eine Ladung Wäsche in die Waschmaschine oder fülle die Spülmaschine, dann setzte ich mich mit einer großen Mineralwasserflasche ans Laptop ins Esszimmer – und los geht’s. Musik kann ich beim Schreiben nicht gebrauchen. Das engt meine Gedanken zu sehr ein und lenkt meine Gefühle je nach Song in eine Richtung. Allerdings höre ich beim Schreiben oft ein Musikstück wie in einer Endlosschleife durch meinen Kopf rattern.
Ich esse und nasche auch nicht beim Schreiben. Das geht gar nicht.

- Welche Autoren sind deine Vorbilder?

E.T.A. Hoffmann, der Meister der Nachtseite der Romantik: Besonders liebe ich seinen Roman „Die Elixiere des Teufels“. Wenn du den noch nicht kennst, solltest du ihn lesen.

Mickey Spillane: authentisch, hart und gut. Und immer in Originalsprache. Aber: „It’s not for sissies!“ J

Dashiell Hammett: humorvoll (Der dünne Mann) bis ultrabrutal und spannend (Rote Ernte), aber immer voller überraschender Wendungen, brillant geschrieben. Nur im Original – Den Malteser Falken kennt wohl jeder.

Alexandre Dumas, der Ältere: Darüber brauche ich nichts mehr zu sagen, oder?

Johann Wolfgang von Goethe: Meines Erachtens total überbewertet, aber sein Faust ist klasse.

Emily Brontë: leidenschaftlich bis zur Besessenheit

Luciano Vincenzoni: Drehbuchautor für Sergio Leone.

Hast du ab und zu mit Schreibblockaden zu kämpfen? Und wenn ja, was unternimmst du dagegen? Hast du irgendwelche Tipps an andere, um Schreibblockaden zu überwinden?

Schreibblockaden kenne ich nicht. Das liegt vermutlich daran, dass ich mich den ganzen Tag aufs Schreiben freue und das als Belohnung sehe. Außerdem habe ich ein komplettes dramaturgisches Konzept für meine Romane im Kopf. Wenn ich mich hinsetze, weiß ich genau, welche Szene jetzt kommt. Meine Aufgabe ist es, mich voll und ganz hineinzufühlen und danach das, was ich vor meinem inneren Auge gesehen habe, niederzuschreiben.
Allerdings komme ich unterschiedlich schnell voran. Meine „Produktivität“ kann ich nicht vorhersagen. Aber das macht auch nichts. Lieber ein paar gute Zeilen, als seitenweise Mist. J
Als Tipp: Ich kann nur von mir ausgehen. Andere mögen das anders halten. Aber ich muss wissen, was ich schreiben will. Ich muss das Buch und jede einzelne Szene darin vor mir sehen und durchleben. Erst dann kann ich mich hinsetzen und alles niederschreiben.
Und wie groß ist die Überraschung und die Freude, wenn die Figuren anfangen zu leben, indem sie eigene Akzente setzen und mich in ihre Welt mitziehen!

Vielen, vielen Dank an Roxann Hill für das Beantworten der Fragen und diese Blogtour! 
Morgen geht es auch schon direkt weiter auf dem nächsten Blog!





1 Kommentar:

Beate hat gesagt…

Eine schöne Rezension. Und die Fragen/Antworten sind auch sehr interessant.

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