Mittwoch, 19. Dezember 2012

Was du nicht weißt - Claus Beling


Auf der sonst so friedlichen Kanalinsel Jersey werden kurz hintereinander zwei ermordete Frauen gefunden, was die gesamte Bevölkerung der Insel tief erschüttert. Es wird spekuliert, ob es einen Zusammenhang zwischen beiden Morden gibt und wer das Leben der zwei Frauen auf dem Gewissen hat. Besonders die Inhaberin des Teeladens Emily Bloom beschäftigt sich mit dem Fall und kann dank ihres erstaunlich guten Gedächtnisses schnell Zusammenhänge herstellen. Unabhängig von der Polizei begibt sie sich auf die Suche nach dem Mörder und macht dabei erstaunliche und lebensgefährliche Entdeckungen.

In Was du nicht weißt wird gar nicht lange um den heißen Brei herum geredet. Direkt zu Beginn des Buches findet ausgerechnet der frisch pensionierte Richter der Kanalinsel Jersey die Leiche einer Frau. Die Handlung und die Ermittlungen in diesem Mordfall werden demnach sofort in Gang gesetzt. Besonders interessant ist hier, dass daraufhin kurzweilig aus der Perspektive des nächsten Mordopfers erzählt wird. Als Leser begleitet man sie durch den letzten Morgen ihres Lebens, an dem sie eine erstaunliche Entdeckung macht. Nur leider - oder sagen wir besser zum Glück! - erfährt man nicht, was sie an diesem Morgen herausgefunden hat. Kurz darauf wird sie tot aufgefunden und nimmt somit ihre Entdeckung mit ins Grab. Die Frage, worum genau es sich dabei handelt, begleitet den Leser durch das ganze Buch und baut somit eine gehörige Spannung auf. 


Besonders interessant an diesem Kriminalroman ist ebenfalls, dass man als Leser nicht nur der Polizei bei ihren Ermittlungen über die Schulter schauen darf, sondern auch einer Bekannten des zweiten Mordopfers. Auf eigene Faust versucht Emily herauszufinden, wer die zwei jungen Frauen so brutal aus dem Leben gerissen hat. Zugute kommt ihr dabei die Tatsache, dass sie ein sehr außergewöhnliches Gedächtnis hat, denn Emily kann nichts vergessen. Sie hat ein sogenanntes absolutes Gedächtnis. Daher kann sie sich an kurze Gespräche mit dem Opfer und andere Begebenheiten aus der Vergangenheit erinnern, die für diesen Fall wichtig sein könnten. Teilweise werden diese Erinnerungen genau geschildert und man kann selber miträtseln, von welcher Bedeutung diese sein könnten.
Wie bereits erwähnt, verfolgt man sowohl Emily bei der Lösung des Falls als auch der Polizei. So bekommt man als Leser sehr viele Charaktere serviert, denn es gibt sowohl die Berufspolizei als auch eine freiwillige. Hinzu kommen noch Verdächtige und weitere Bewohner Jerseys. Dadurch, dass sich auf so viele unterschiedliche Personen konzentriert wird, erscheinen die Hauptcharaktere leider etwas blass und oberflächlich. 
Auch die Spannung nimmt zwischendurch etwas ab, gegen Ende jedoch kann Was du nicht weißt den Leser wieder ordentlich fesseln. Vor allem die Pointe der Geschichte ist doch sehr erstaunlich und überrascht. 
Positiv aufgefallen sind mir ebenfalls die atmosphärischen Beschreibungen der Insel. Den Traditionen und Eigenheiten Jerseys wird viel Aufmerksamkeit geschenkt, wodurch das Lesen des Buches zusätzlich sehr informativ ist. 

Zwischenzeitlich fehlt Was du nicht weißt zwar ein wenig die Spannung, aber trotzdem hält das Buch einige überraschende Wendungen bereit. Der Roman lässt sich insgesamt sehr flüssig lesen, was ihn zu einem angenehmen, schnellen Lesevergnügen macht.

3 von 5 Herzen

Das Buch wurde mir kosten- und bedingungslos vom Verlag und bloggdeinbuch.de für eine Rezension zur Verfügung gestellt.

318 Seiten, Taschenbuch
Verlag: Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum: 16.11.2012


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