Dienstag, 19. Februar 2013

Türkisgrüner Winter - Carina Bartsch




Da es sich um den zweiten Teil einer Reihe handelt, können in dieser Rezension Spoiler zum ersten Band enthalten sein! 



Das Ende von Kirschroter Sommer bedeutet nicht das Ende von Emely und Elyas! Nein, turbulent geht es weiter mit den beiden und endlich scheint Emely ihren Groll Elyas gegenüber etwas überwunden zu haben. Vielleicht bedeutet ihr der ehemalige Aufreißer doch etwas? Oder warum sonst stört es sie, dass von Elyas plötzlich keine Textnachrichten, keine Anrufe und auch keine Überraschungsbesuche mehr kommen? Es herrscht Funkstille, genauso wie auch Luca, ihre Emailbekanntschaft plötzlich keine Zeit mehr für sie hat. 
Das kann Emely nicht auf sich sitzen lassen und macht sich doch noch auf den Weg zur Halloween-Party, bei der Alex und auch ihr Bruder sein werden. Diese Party wird einiges zwischen Emely und Elyas ändern, aber wie man die beiden Streithähne nun mal kennt, wird es nicht lange harmonisch bleiben...


Türkisgrüner Winter ist die Fortsetzung von Kirschroter Sommer, und während die Leser im ersten Teil sehnsüchtig darauf gewartet haben, dass endlich mal mehr zwischen Emely und Elyas passiert, kommen sich die beiden im zweiten Teil tatsächlich näher. Anfangs hat die Geschichte wie gewohnt viel Witz, allerdings schlägt die Stimmung auch schnell um und der Liebeskummer Emelys steht im Vordergrund. Die Grundstimmung ist hier demnach völlig anders als im ersten Teil.

Der Anfang jedoch ist äußerst amüsant. Emely ist auf der Halloween-Party und versucht, die Aufmerksamkeit von Elyas zu erlangen. Da dieses Unterfangen aber nicht ganz so ausgeht wie erhofft, greift Emely zum Alkohol. Und so viel kann gesagt sein: betrunken ist Emely noch ein Vielfaches lustiger als nüchtern. Die darauffolgenden Ereignisse lassen das Herz des Lesers höher schlagen, denn endlich! kommen sich Emely und Elyas sehr nahe. 
Doch wie zu erwarten bleiben die Konflikte nicht aus. Weiter möchte ich hier allerdings nicht darauf eingehen, denn sonst würde ich vielleicht zu viel des Inhalts verraten. Daher fällt die Rezension insgesamt eher etwas kürzer aus.
Aber wie bereits angedeutet, ist die Stimmung in Türkisgrüner Winter eher traurig als lustig. Emelys Leiden und Gedanken nehmen den Leser sehr mit und sind detailliert dargestellt. Für mich war es zum Teil aber auch schon zu viel des Guten. Ich konnte Emelys Trauer sehr gut verstehen, meiner Meinung nach hätte sie dem Ganzen aber auch schneller ein Ende setzen können. Wie im ersten Teil auch, hat mich ihr Sturkopf daher wieder schier verzweifeln lassen und ich bin mit Emelys Charakter nicht vollständig warm geworden. 
Viel besser als im ersten Teil hat mir allerdings Alex gefallen, Emelys beste Freundin, die in Sebastian wirklich einen Seelenverwandten gefunden zu haben scheint. Sie wirkt seitdem sie mit ihm zusammen ist ausgeglichener, nicht mehr ganz so "hibbelig" und geht viel mehr auf Emely ein. 
Elyas tritt im Buch nicht so häufig auf wie in Kirschroter Sommer, allerdings erfährt man als Leser doch einiges über seine Vergangenheit, sein Geschichte und vor allen Dingen über seine Absichten Emely gegenüber. Dies geschieht jedoch erst gegen Ende der Geschichte, als Leser muss man sich also eine ganze Weile gedulden. Auch andere Kleinigkeiten, die im ersten Teil noch unklar waren, erfährt man in Türkisgrüner Winter, allerdings waren dies für mich ehrlich gesagt keine allzu großen Überraschungen. Da hat mich teilweise doch gewundert, dass Emely da nicht selber drauf gekommen ist. 

Der Schreibstil ist wie im ersten Band auch locker und leicht, einige witzige Bemerkungen sind auch hier wieder eingestreut. Vordergründig beschreibt dieses Buch aber sehr genau, wie eine junge Frau mit Liebeskummer zurecht kommen muss. Mich konnten einige Stellen tatsächlich sehr mitnehmen, andererseits hat es mich auf Dauer doch ein wenig genervt, dass es eigentlich nur darum geht. Erst gegen Ende, als sich der Konflikt langsam aufzulösen beginnt, wurde das Buch für mich wieder interessanter. Der mittlere Teil hat sich für mein Empfinden sehr gezogen. Trotzdem sollte man sich nicht entgehen lassen, wie es mit Emely und Elyas weiter geht und weiter lesen.
Insgesamt ist Türkisgrüner Winter für diejenigen, die den ersten Teil gelesen haben natürlich ein Muss. Andererseits sollte man sich auch darüber im Klaren sein, dass die Stimmung hier ganz anders ist. Es fängt lustig und fröhlich an, dieser Eindruck nimmt jedoch auch schnell wieder ab. Die Fortsetzung ist meiner Meinung nach nicht mehr ganz so mitreißend wie der Vorgänger und zwischendurch etwas langatmig, aber trotzdem lohnt es sich auf jeden Fall zu lesen!

3 von 5 Herzen


ebook, ca. 359 Seiten
Erscheinungsdatum: 28. Oktober 2012
Reihe: Zweiter von zwei Bänden
           (Rezension zum 1. Teil)


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