Montag, 11. März 2013

Asche und Phönix - Kai Meyer



Parker und Ash haben nichts gemeinsam. Er ist Hollywoods größter Jungstar, das Gesicht des Magiers Phoenix aus den »Glamour«-Filmen. Sie ist eine »Unsichtbare«, nirgends zu Hause, getrieben von der Angst, wie alle anderen zu sein. Doch dann erwischt Parker Ash in seiner Londoner Hotelsuite, wo sie gerade sein Bargeld klaut.
Parker kann sein Leben im Fokus der Medien nicht mehr ertragen. Und nutzt die Chance, mit Ash vor den Fans und Paparazzi zu fliehen. Dabei scheint er geradezu körperlich abhängig von Ruhm und Aufmerksamkeit. Ihre gemeinsame Flucht führt sie durch Frankreich an die Côte d’Azur – auf den Spuren eines teuflischen Paktes, verfolgt von einer dämonischen Macht, die sie gnadenlos jagt.


Viel Positives habe ich schon über die Bücher von Kai Meyer gehört und konnte mir nun mit Asche und Phönix endlich selber ein Bild machen. Ich war in mehrfacher Hinsicht überrascht - erstens darüber, wie sehr mich dieses Buch in seinen Bann gezogen hat, und zweitens vom Inhalt. Ich gebe zu: mir war nicht klar, dass Kai Meyer phantastische Literatur schreibt und war dementsprechend von den phantastischen Elementen überrascht. 

Nach einem sehr rätselhaften Prolog gibt das Buch zunächst einen Einblick in das Leben von Parker und Ash, den beiden Protagonisten, die wohl kaum unterschiedlicher sein könnten. Während Ash sich ihren Lebensunterhalt damit finanziert, dass sie als Zimmermädchen getarnt Hotelgäste beklaut, ist Parker bekannter Schauspieler, Mädchenschwarm und Sohn eines berühmten Medienmoguls. Parker hat es allerdings satt von seinem Vater abhängig zu sein und sagt sich auf einer Pressekonferenz von ihm los - etwas, das in Parkers Leben verheerende Folgen haben wird. Spontan fährt er nicht zu der Premiere seines neuen Filmes, sondern kehrt um und fährt zurück in sein Hotelzimmer, wo er Ash dabei erwischt, wie sie im Begriff ist ihn zu beklauen. Doch wie sich herausstellt, kann Parker sehr dankbar sein hier auf Ash zu treffen, denn sie kann ihn unbemerkt aus dem Hotel heraus schleusen, das bereits von Fans und Journalisten umstellt ist. 
So beginnt der gemeinsame Weg von Parker und Ash, der von Gefahren nur so gepflastert ist. Denn die anfängliche Flucht vor den Paparazzi wird zu einer Hetzjagd durch Frankreich, bei der sowohl das Leben von Parker als auch das von Ash auf dem Spiel stehen. Schnell wird einem bewusst, dass die Geschehnisse nicht auf einer natürlichen Begebenheit beruhen, sondern dass eine übernatürliche Macht ihre Finger im Spiel hat. Was genau es damit auf sich hat, wird  allerdings erst später im Buch aufgeklärt und die Auflösung ist im wahrsten Sinne des Wortes teuflisch. 


Ash habe ich von Anfang an als sehr sympathisch empfunden. Sie hat es in ihrem Leben nicht leicht gehabt, sie muss sich durchbeißen und ist eine Kämpferin. Dies wird nicht nur aufgrund der Tatsache deutlich, dass sie sich durch Stehlen über Wasser halten muss, sondern auch dadurch, dass sie innerhalb der Geschichte immer wieder ihren Mut unter Beweis stellt. 
Bei Parker wusste ich anfangs nicht genau, wie ich ihn einschätzen soll - ist er der typische, eingebildete Schauspieler? Schnell stellt sich allerdings heraus, dass dem nicht so ist. Gerade in Bezug darauf, wie er mit Ash umgeht, habe ich ihn sehr schnell ins Herz geschlossen. 
Zusammen sind Ash und Parker ein tolles Team, sie helfen dem anderen immer wieder aus schwierigen Situationen heraus. Beide geben den anderen nicht auf, was mich wirklich beeindruckt hat, auch wenn die Lage noch so ausweglos erscheint. Und wie zu erwarten entsteht zwischen Parker und Ash mehr als nur eine Freundschaft. Wo ich anfangs leicht genervt davon war - warum können die Protagonisten nicht einfach mal nur befreundet bleiben?! -, konnte mich die Darstellung der Liebesbeziehung zwischen den beiden dann doch schnell begeistern. Denn diese steht keineswegs im Vordergrund und entwickelt sich sehr zart und langsam, wodurch sie weder erzwungen noch aufgesetzt wirkt.
Überhaupt hat mich der Schreibstil des Autors absolut begeistert. Der Text steckt voller Bilder, aber ohne davon überladen zu sein. Die Art und Weise, wie einige - auch sehr brutale -Begebenheiten mit Hilfe von Metaphern beschrieben werden, hat mich wirklich beeindruckt  und versetzt den Leser gekonnt in das Geschehen hinein. 

Asche und Phönix hat mich buchstäblich von der ersten Seite an gepackt und beeindruckt. Für mich steckte das Buch voller Überraschungen, weshalb ich es nur so verschlungen habe. Die Charaktere sind authentisch und vor allem der Schreibstil macht dieses Buch zu etwas ganz Besonderem. Wer allerdings eher zart besaitet ist, sollte sich darüber im Klaren sein, dass es hier auch mal sehr brutal und blutig zugeht. 
Asche und Phönix ist rasant, mitreißend, eindrucksvoll - insgesamt einfach wahnsinnig gut!

5 von 5 Herzen


464 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
Verlag: Carlsen
Erscheinungsdatum: November 2012


Kommentare:

Miss Bookiverse hat gesagt…

Hihi, schon lustig zu sehen wie Leser ihr erstes Kai Meyer Buch verschlingen :) Hast du schon das dein nächstes Buch von ihm auf dem Schirm?
Ich mag seinen Schreibstil auch total, der nimmt sofort gefangen und ist unheimlich unterhaltsam. Außerdem mag ich seinen Ideenreichtum, bei seinen reinen Phantastik-Romanen bekommt man davon noch viel mehr geboten. Solltest du dir nicht entgehen lassen ;)

Pia hat gesagt…

@Miss Bookiverse: Ich habe noch den ersten Teil der Arkadien-Reihe hier stehen. Bevor ich den lese, werde ich mir aber wohl zuerst die beiden weiteren Teile zulegen...ich schätze, dass das eine Reihe ist, die man am besten in einem Rutsch liest. ;)

Miss Bookiverse hat gesagt…

Ja, das empfiehlt sich, dann versteht man die Zusammenhänge viel besser ;)

Kai Meyer hat gesagt…

Hallo Pia,

schönen Dank für die tolle Rezension! Ich freu mich! :)

Liebe Grüße
Kai

Filo hat gesagt…

"Asche und Phönix" will auch noch unbedingt lesen. Ich mag Kai Meyers Schreibstil sehr gerne und die Arkadien-Reihe konnte mich schon in ihren Bann ziehen :D Bin auf jeden Fall schon sehr gespannt auf das Buch ;)

LG Filo

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