Mittwoch, 6. März 2013

Erebos - Ursula Poznanski


Nick fragt sich, was auf einmal an seiner Schule los ist. Denn plötzlich benehmen sich viele seiner Freunde und Mitschüler merkwürdig: sie fehlen im Unterricht, sehen völlig übermüdet aus und niemand geht an sein Telefon; irgendetwas ist faul, aber niemand möchte darüber reden. Dann beobachtet Nick immer wieder, wie heimlich eine CD unter den Schülern weitergegeben wird. Nick wird von Tag zu Tag neugieriger und endlich erhält auch er diese mysteriöse CD. 
Es handelt sich um ein Computerspiel, Erebos, bei dem die Regel besonders streng sind. Niemand darf über Erebos reden, man darf das Spiel nur alleine spielen und man hat nur eine einzige Chance. Anfangs ist Nick noch skeptisch, aber schnell wird auch er von diesem Spiel völlig in den Bann gezogen. Das Spiel fasziniert ihn. Es ist fast so, als ob es wirklich mit ihm reden würde, ihn verstehen würde. 
Doch dann erteilt Erebos ihm Aufgaben, die nichts mit der virtuellen Welt im Spiel zu tun haben. Nick soll Aufträge in der wirklichen Welt erfüllen; scheinbar harmlos zunächst, doch dann gibt ihm das Spiel einen schier unfassbaren Befehl.

Da mich Saeculum von Ursula Poznanski absolut umgehauen hat, wusste ich, dass ich Erebos nicht lange ungelesen lassen kann und habe mich voller Begeisterung ans Lesen gemacht. Erebos habe ich ebenfalls sehr gerne und schnell gelesen, allerdings hat mich dieses Buch im Vergleich nicht ganz so extrem mitgenommen wie Saeculum.

Die Geschichte beginnt damit, dass Nick sich konstant wundert, was mit seinem besten Freund und seinen anderen Mitschülern los ist. Colin ist für Nick dauerhaft telefonisch unerreichbar, er sieht völlig übermüdet aus und in der Schule ignoriert er Nick nahezu. Auch andere Schüler wirken nicht wie sie selbst und Nick fragt sich, was mit ihnen los ist. Anfangs wird recht viel Fokus darauf gelegt, dass Nick sich über das seltsame Verhalten seiner Mitschüler wundert und mit diesem Teil hatte ich so meine Probleme. Ich bin schwer in die Geschichte herein gekommen, da ich diesen Abschnitt der Geschichte eher uninteressant und nicht besonders spannend fand. Erst als Nick selber das Computerspiel Erebos zugesteckt bekommt und anfängt zu spielen, konnte mich die Handlung richtig fesseln.

Sehr spannend fand ich hierbei, dass es zunächst zwei Handlungsstränge gibt, einmal das normale Leben Nicks, sein Alltag in der realen Welt und die zweite Handlungsebene ist das Leben seines Alter Egos in der virtuellen Welt von Erebos. Anfangs sind diese beiden Ebenen noch getrennt, doch schnell verwischen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion: Sowohl für den Leser, der anfangs noch beschrieben bekommt, wie Nick das Spiel steuert, aber hinterher kommentarlos in das Geschehen von Erebos katapultiert wird, als auch für Nick, da das Computerspiel ab einem bestimmten Punkt in seinen Alltag eingreift. Es gibt ihm Befehle und Aufgaben, die er bewältigen muss. Das Spiel macht süchtig und funktioniert so lange nicht, bis diese Aufgaben nicht erledigt sind, wodurch Nick und auch die anderen Spieler dazu getrieben werden, ohne über die Konsequenzen nachzudenken diese Prüfungen und Aufgaben auszuführen, damit sie möglichst schnell weiter spielen können. Als Leser wird man von der Handlung daher richtig gepackt, da man absehen kann, dass diese Aufgaben sicher einem gewissen Zweck dienen und nicht unbedingt ungefährlich sind. Die Spieler sind jedoch so abhängig von Erebos, dass sie darüber gar nicht nachdenken.
Außer Nick jedoch, der nicht ganz so blauäugig an das Geschehen herangeht und zum Glück auch mal seinen Kopf einschaltet. Obwohl ihn das Spiel ebenfalls in seinen Bann gezogen hat, folgt er nicht blind den Befehlen des Spiels, wodurch er sich zum einen von den anderen Spielern absetzt und zum anderen zu einem glaubwürdigen Protagonisten wird. Vielleicht mag es wirklich so sein, dass man sich von einem Computerspiel komplett einnehmen lässt, allerdings war es für mich doch schwer nachzuvollziehen, wie man sich von einem Spiel dermaßen tyrannisieren lassen kann.


Den Schreibstil habe ich als sehr angenehm empfunden. Nicht zu schmückend, aber trotzdem, vor allem bei der Darstellung der virtuellen Welt, so detailreich, dass man - wie die Spieler - fast in Erebos versinkt und alles ganz genau vor sich sieht. Die Geschehnisse in Erebos und in der realen Welt fesseln den Leser, die Spannung wird konstant aufrecht erhalten und die Frage, was es genau mit dem Spiel auf sich hat, stellt sich immer öfter. Ich habe dieses Buch beinahe in einem Rutsch durchgelesen, da ich unbedingt wissen musste, was das Geheimnis hinter Erebos ist und ich wurde wirklich überrascht!

Erebos konnte mich nicht von Anfang an begeistern, aber sobald man in die virtuelle Welt in Erebos eintaucht, konnte mich das Buch absolut fesseln. Ursula Poznanski schafft es, dass man sich als Leser fasst im Buch verliert und es wirklich nicht aus den Händen legen kann. Im Gegensatz zu Saeculum gibt es weniger Nervenkitzel, aber die Spannung lässt auch hier nicht nach.
Insgesamt ein klasse Thriller und absolut empfehlenswert! Wer das Buch beginnt, sollte allerdings viel Zeit mitbringen - denn man kommt kaum drum herum das Buch sofort auszulesen.

4 von 5 Herzen


488 Seiten, broschiert
Verlag: Loewe 
Erscheinungsdatum: 6. Juni 2011
Erebos bei Amazon


Helena hat gesagt…

"Erebos" steht auch ganz oben bei mir auf der Liste! Wenn ich mit meinem aktuellen Buch durch bin, dann fang ich damit an. :)
Bei mir war auch "Saeculum" der Grund, warum ichs lesen wollte und ich bin gespannt, ob ich einen ähnlichen Eindruck wie du von "Erebos" bekommen werde. :)

Grüße,
Helena

Paralauscher hat gesagt…

Hey^^

Bei mir war es genau anders herum:
Ich habe Erebos verschlungen und fand es auch besser als Saeculum. Saeculum habe ich sogar abgebrochen, weil es mir leider gar nicht gefiel. Aber Erebos ist wirklich ein tolles Buch!

his + her books hat gesagt…

...kann den ersten Eindruck von dir auf jeden Fall nachvollziehen. "Erebos" fand ich richtig gut. Die Autorin hat einen richtig fesselnden Schreibstil. Eigentlich mag ich alle Bücher von ihr :-)

LG

Kay

Crini hat gesagt…

Diese Besessenheit mit dem Spiel konnte ich auch nicht so richtig nachvollziehen, aber ich spiele selbst auch keine, vll liegt es daran :D
Hatte auch wie du so gerade am Anfang leichte Schwierigkeiten, aber sobald er mal im Spiel drin war, fand ich es auch spannend.

(wenn dir gerade der Aspekt mit dem Spiel sehr gefallen hat, kann ich dir Ready Player One empfehlen falls du es nicht schon kennst. Das geht auch in die Richtung und ist noch viiiel besser!)

Saeculum muss ich auch noch lesen, das wartet schon ganz schön lange darauf, gelesen zu werden :D

Clara hat gesagt…

Mir haben sowohl "Erebos" als auch "Saeculum" MEGAgut gefallen und auf meinen SuB liegt auch noch "Die Verratenen" und ich freu mich schon so darauf es zu lesen ;D.
Ursula Poznanski hat einfach einen absolut mitreißenden Schreibstil...

Schöner Blog :),
liebe Grüße, Clara :)

Pia hat gesagt…

@Helena: Lies Erebos am besten sofort! Aber sieh zu, dass du viel Freizeit hast, denn, ohne Witz, das Buch MUSS man einfach auf einmal durch lesen!

@Paralauscher: Huch, da bin ich ja richtig geschockt, dass dir Saeculum überhaupt nicht gefallen hat und du es abgebrochen hast! Für mich ist das Buch einfach DAS Buch. Keine Geschichte hat mich bisher so sehr mitgenommen, auch wenn ich dem Mittelalter-Aspekt zunächst nicht so viel abgewinnen konnte. Vielleicht kannst du Saeculum ja doch noch eine Chance geben?? ;)

@Kay: Der Schreibstil der Autorin hat es mir auch wirklich angetan! Ist ruck zuck zu einer meiner Liebling-Autorinnen geworden.

@Crini: Ready Player One steht schon eine gefühlte Ewigkeit auf meiner Wunschliste. Den Aspekt mit den Computerspielen finde ich total interessant, weshalb ich mich wirklich mal drum kümmern werde, dieses Buch in die Finger zu bekommen. Danke für die Empfehlung! :)

@Clara: Die Verratenen ist jetzt für mich auch absolutes Muss! Allerdings versuche ich im Moment keine neuen Reihen/Trilogien zu beginnen, von denen erst ein Band draußen ist. Wenn der Folgeband erscheint, werde ich mir wohl beide direkt auf einmal kaufen. Denn ich weiß jetzt schon: enttäuschen werden mich dieses Bücher sicher nicht! :)

Michael Petrikowski hat gesagt…

Wir würden uns freuen, wenn Sie sich an unserem Voting „Die besten Bücher des Jahres“ beteiligen und dieses Buch in unserem Blog www.gedankenspinner.de/?p=470 bewerten.

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