Donnerstag, 18. April 2013

Auracle - Gina Rosati




Seit Anna klein ist, hat sie eine ganz besondere Fähigkeit. Sie kann auf sogenannte Astralreisen gehen, bei denen sie ihren Körper verlassen kann und körperlos in der Weltgeschichte herum reisen kann. Der Einzige, der davon weiß, ist Annas bester Freund und Nachbar Rei. Die beiden sind wie Pech und Schwefel und schon seit Ewigkeiten befreundet.
Als eine Mitschülerin stirbt, ist nicht nur Seth, ein Freund von Anna und Rei und der augenscheinlich etwas mit ihrem Tod zu tun hat, in Schwierigkeiten. Denn Anna hat den Tod von Taylor während einer ihrer Astralreisen beobachtet und als sie wieder in ihren Körper zurück möchte, ist dieser bereits besetzt: von Taylor!
Gemeinsam versuchen Rei und Anna alles, um sie wieder in ihren Körper zurück zu bringen, doch Taylor ist sehr hartnäckig und möchte ihren neuen Körper und das Leben nicht so einfach loslassen.



Die Thematik in Auracle, Astralreisen, hat mich sehr interessiert und ich war sehr gespannt, was sich die Autorin da so überlegt hat. Ich muss direkt sagen, dass ich das Buch sehr gerne gelesen habe, auch wenn ich ein paar Kleinigkeiten zu bemängeln habe.

Am Anfang begleitet man Anna auf einer ihrer Astralreisen und man wird so als Leser direkt über ihre ungewöhnliche Fähigkeit aufgeklärt. Mich hatte das Buch so von Anfang an gepackt. Auch die Katastrophe, auf die zugesteuert wird, der Tod Taylors, lässt nicht zu lange auf sich warten, sodass die Spannung konstant aufrecht erhalten wird. Nachdem Taylor Annas Körper besetzt hat, wurde es für mich auch richtig amüsant. Denn Annas Reaktionen auf die Art und Weise, wie Taylor mit Annas Körper umgeht, waren herrlich. Sowieso haben mich die Gespräche zwischen Rei und Anna immer wieder zum Schmunzeln gebracht. 
Anna als Protagonistin hat mir demnach gut gefallen. Sie war mir sympathisch, vor allem, da sie sich auch mit Schimpfwörtern nicht immer zurück hält, was in Jugendbüchern nicht so häufig anzutreffen ist. Auracle war dahingehend für mich mal eine schöne Abwechslung. Sonst muss man sagen, dass sich Anna von den üblichen weiblichen Hauptcharakteren in Jugendbüchern nicht zu sehr unterscheidet: Sie schert sich nicht um ihr Aussehen, interessiert sich nicht für die üblichen "Mädchensachen" und es gibt familiäre Probleme - in diesem Fall leidet ihr Vater unter Alkoholismus. Trotzdem mochte ich Anna mit ihrer lustigen Art sehr gerne.
Rei hat mir ebenfalls auf Anhieb gefallen, auch wenn er sich für meinen Geschmack manchmal Anna gegenüber mehr als Vater als als Freund benimmt. Er macht sich sehr viele Sorgen und als er Anna darüber belehrt, dass sie doch mehr Vitamin C essen sollte, musste ich kurz mal mit den Augen rollen. Aber im Großen und Ganzen ist Rei ein toller Freund, der aber meiner Ansicht nach ein kleines Duschproblem hat. Man müsste mal zählen, wie oft Rei in diesem Buch unter die Dusche springt, ich glaube, da hat man eine beachtliche Anzahl zusammen...
Taylor war für mich ein toller Anti-Charakter. Man ist von ihrem Verhalten komplett genervt  und frustriert, sodass man vollkommen auf Annas Seite steht. Die Darstellung von Taylor mit den sehr langen Fingernägeln, den Mini-Mini-Röcken und ihr übertriebenes Verhalten allgemein waren vielleicht etwas überspitzt, aber trotzdem konnte ich mich so richtig schön über sie ärgern.


Was mich zunächst sehr gestört hat, war die sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen Anna und Rei. Wieder einmal musste ich mich fragen, warum die Protagonisten nicht einfach mal nur befreundet bleiben können! Auch wenn es hier nur um Freundschaft gegangen wäre, wäre das Buch meiner Meinung nach genauso spannend gewesen. Aber nun gut. Anna sieht Rei zwar langsam mit anderen Augen, aber trotzdem entwickelt sich diese Liebe sehr sachte, sodass ich damit dann auch wieder leben konnte. 
Nicht so ganz nachvollziehbar war für mich, dass Taylor sich ganz plötzlich auch für Rei interessiert. Davon war anfangs überhaupt keine Rede, aberauf einmal steht sie auf ihn. So ganz habe ich ihr das nicht abgekauft. Daher war für mich die Tagline "Ein Mädchen, zwei Seelen, eine Liebe" nicht wirklich passend.
Mir hat das Lesen von Auracle trotzdem sehr viel Spaß gemacht, es ließ sich schön flüssig herunter lesen. Die Einteilung der Kapitel fand ich auch sehr geschickt gemacht, denn für mich endeten die Kapitel jedes Mal an den besten Stellen, sodass ich immer noch "schnell" eins hinterher schieben musste. So hatte ich das Buch innerhalb kurzer Zeit durch. Was ich mir jedoch noch gewünscht hätte, wäre eine Aufklärung irgendeiner Art, warum Anna zu diesen Astralreisen fähig ist. Diese bleibt nämlich leider aus, es wird lediglich erwähnt, dass Anna nach einem allergischen Schock in ihrer Kindheit dazu fähig ist. Da es sich meines Wissens nach um einen Einzelband handelt, wird dies auch nicht in einer Fortsetzung geklärt und man muss sich eine Erklärung für diese Reisen somit selber zusammenreimen.  

Insgesamt hat mir Auracle sehr gut gefallen. Die Charaktere fand ich allesamt herrlich, auch oder gerade weil sie ihre kleinen Macken hatten. Die Liebesgeschichte zwischen Rei und Anna steht eher im Hintergrund, vorläufig geht es darum, dass die Beiden alles daran setzen, Taylor aus Annas Körper heraus zu bekommen. Das Buch ist damit keine schnulzige Liebesgeschichte, was ich sehr begrüßt habe. Sehr schade ist allerdings, dass ich nach Schluss noch kleine Fragen hatte, beispielsweise die Begründung für Annas Fähigkeit. 
Dennoch war Auracle ein tolles und amüsantes Lesevergnügen!

4 von 5 Herzen

368 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
Verlag: Bloomoon
Erscheinungsdatum: 5. Februar 2013

Vielen Dank an Blogg dein Buch!

1 Kommentar:

Silva hat gesagt…

Eine sehr schöne und ausführliche Rezension! Eine Erklärung dieser Fähigkeiten wäre schon gut, ich hatte auch mal einen allergischen Schock, bin aber zu Astralreisen nicht in der Lage ;D
Alles Liebe!

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