Dienstag, 16. April 2013

Eusebia - Michael Modler




Inhalt: Er sei das schönste Kind, seit die Erde sich dreht, behauptet die Hebamme, als sich Jonas Grimm am 11. Juli 1925 doch noch entschließt, den Schoß seiner Mutter zu verlassen. Seine Kindheit wird von der Trennung der Eltern, dem Zusammenleben mit dem Stiefvater in Berlin und dem Aufmarsch der neuen Macht überschattet. Jonas ist elf Jahre alt, als ein schwerer Autounfall ihn aus seinem gewohnten Leben reißt und er in Eusebia aufwacht. In diesem Gelobten Land ist nichts so, wie es scheint; Gedanken, Träume, Visionen und selbst die vermeintliche Wirklichkeit gewinnen ein Eigenleben ungeahnten Ausmaßes. Jonas muss sich mit seinen neu gewonnen Freunden, die den Schlüssel zur Rückkehr in sich tragen, einer dunklen Macht stellen, die alles zerstören will und sein Leben von Grund auf verändern wird. Die Magie des Fantastischen und die harte Realität drohen, Jonas zu vernichten.




So richtig weiß ich nicht, wie ich anfangen soll. Eusebia ist für mich ein sehr ungewöhnliches, aber auch faszinierendes Buch. Eine Geschichte, die viele Fragen aufwirft, aber auch sehr zum Nachdenken anregt.

Die Geschichte von Eusebia beginnt nicht im gleichnamigen Ort, sondern es werden zunächst die Anfänge von Jonas Grimm geschildert. Oder eher, er schildert sie rückblickend selber. Die Aufzeichnungen seiner Kindheit und seiner Erlebnisse in Eusebia wurden in Kenia gefunden, von ihm selber fehlt allerdings jede Spur - so das Vorwort. 
Obwohl Jonas mit seinen Aufzeichnungen sehr weit ausholt - er beginnt buchstäblich bei seiner Geburt -, werden diese ausführlichen Schilderungen nicht langweilig. Und das liegt ganz einfach an dem unglaublichen Schreibstil des Autors. Besonders leicht ist dieser zunächst nicht zu lesen, man muss sich erst einmal an die vielen Beschreibungen und Vergleiche gewöhnen. Aber trotzdem hat die Erzählweise Michael Modlers mich wirklich beeindruckt und macht dieses Buch besonders.  
Einzig die Art und Weise, wie die Protagonisten, bei denen es sich um Kinder handelt, reden, hat mich zum Teil ein wenig befremdet. Dass ein junges Mädchen Bemerkungen wie "In der Tat" von sich gibt, finde ich doch eher unwahrscheinlich. Allerdings stammen die eigentlichen Aufzeichnungen über die Geschehnisse ja auch von dem gealterten Jonas Grimm, sodass man über diesen Punkt auch wieder hinweg sehen kann. 

So ganz war mir zu Anfang nicht klar, worum genau es bei dieser Geschichte geht. Jonas hat ab und zu kleine Visionen, die äußerst rätselhaft sind, die für mich aber erst ein bisschen untergegangen sind. Ein wenig dauert es auch, bis Jonas in Eusebia ankommt und hier wurde für mich das Geschehen noch rätselhafter. Was hat es mit diesem Ort auf sich? Warum und wie ist Jonas dahin gekommen?
Fragen, die sich für mich durch das komplette Buch gezogen haben, auch wenn man über die Geschichte Eusebias nach und nach aufgeklärt wird. Ich war zunächst der Meinung, dass es sich hier um einen paradiesischen Ort handelt, aber ich wurde schnell eines Besseren belehrt. Kinder leben in "Arbeitslagern", wo Jonas auf Ashanti und Chenu trifft. Die Drei zusammen sind wirklich ein starkes Team und erleben einige Abenteuer miteinander. Man begleitet die Drei bei diesen Abenteuern, fühlt mit ihnen mit und hofft, dass sie ihre Ziele erreichen. 
Zwischendurch ging für mich die Handlung etwas schleppend voran. Aber nachdem die drei Kinder auf eine weitere Gruppe stoßen und sich die eigentliche "Mission" von Jonas, Ashanti und Chenu entwickelt, konnte ich kaum aufhören zu lesen. 
Vor allem das Ende des Buches hat mich sehr mitgenommen und beeindruckt. Auch wenn man über den Schluss der Ereignisse in Eusebia ein wenig in der Luft hängen gelassen wird, steckt das Ende des Buches für mich voller Wahrheit und regt zum Nachdenken an.

Auch wenn sich die Handlung kurzzeitig gezogen hat, konnte mich Eusebia begeistern. Der Schreibstil des Autors ist einzigartig und wundervoll und macht dieses Buch zu etwas ganz Besonderem. Eusebia ist ein rätselhafter Ort und für mich haben sich noch nicht alle Fragen geklärt. Aber das ist gar nicht so schlimm, denn ein wenig geht es für mich hier auch um die Frage danach, was wirklich ist und was nicht. Vor allem der Schluss ist faszinierend und spricht ein sehr wichtiges Thema an.
Für mich steckt das Buch voller Lebensweisheiten und lohnt sich definitiv zu lesen!

4 von 5 Herzen

Das Buch wurde mir kosten- und bedingungslos vom Autor für eine Rezension zur Verfügung gestellt.

ca. 328 Seiten, eBook
Erscheinungsdatum: 15. März 2013


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