Donnerstag, 15. August 2013

Das Buch aus Blut und Schatten - Robin Wasserman




Vor der Mordnacht hatte Nora zwei beste Freunde, Chris und Adriane. Und Max, den sie liebte. Nach jener Nacht hat sie Chris’ Blut an den Händen, Adriane steht unter Schock – und Max ist verschwunden. Was bleibt, ist ein okkultes Buch, das in jener Nacht seine grausige Botschaft offenbarte: Blut und Tod. Was bleibt, ist das mysteriöse Signum von Chris’ Mördern – einer jahrhundertealten Geheimgesellschaft. Gefangen zwischen Lüge und Schatten, behält Nora nur eine Gewissheit: Chris’ Blut war erst der Anfang – und sie selbst wird das Ende sein.





Bei Das Buch aus Blut und Schatten hat mich als erstes der Titel angesprochen und sofort neugierig gemacht. Als ich mir dann den Klappentext durchgelesen habe wusste ich, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss. 
Das Buch war für mich auch so wie erwartet, aber gleichzeitig eine große Überraschung. Definitiv sagen kann ich, dass mich die Geschichte ab Seite 1 richtig mitgerissen hat.

Die Protagonistin in Das Buch aus Blut und Schatten heißt Nora und war mir auf Anhieb sympathisch. Zunächst wirkt sie wie die "typische" Protagonistin in einem Jugendbuch: Familiäre Probleme, sie ist an ihrer Schule eher unbeliebt und unscheinbar. Aber durch ihre lockere, teils umgangssprachliche und sarkastische Art zu erzählen, hat sie mich schnell von sich überzeugt. Besonders interessant fand ich Noras Leidenschaft für Latein, mit der die Geschichte dann auch ins Rollen kommt. 
Nora besucht zusammen mit ihren zwei besten Freunden Adriane und Chris, und dessen Mitbewohner Max einen Kurs bei einem Professor, der ein berühmt berüchtigtes Manuskript übersetzen möchte. Bei diesen Arbeiten fällt Nora die Aufgabe zu, die Briefe von Elizabeth Weston zu übersetzen, eine scheinbar unwichtige Aufgabe, der Nora aber mit viel Herzblut nachkommt. Hierbei stößt sie auf so manches Rätsel und macht einige interessante Entdeckungen. 
Doch in einer Nacht ändert sich plötzlich alles und der Verfolgungswahn des betreuenden Professors scheint doch nicht weit hergeholt zu sein. Chris wird umgebracht, Adriane kann sich an nichts erinnern und Max, zu dem Nora mittlerweile eine tiefer gehende Beziehung aufgebaut hat, ist verschwunden.

Was mir bei diesem Buch besonders gut gefallen und mich extrem neugierig gemacht hat, ist die Tatsache, dass die Geschichte mit den Konsequenzen dieser schrecklichen Nacht beginnt. Als Leser weiß man, dass Chris stirbt, dass mit Adriane etwas nicht in Ordnung ist und was es genau mit Max auf sich hat, hat mir Rätsel aufgegeben.
Danach springt Nora allerdings in der Zeit zurück und beginnt sozusagen am Anfang. Sie erklärt, wie sich alle kennengelernt haben und zu diesem Seminar gekommen sind, um mit dem rätselhaften Manuskript zu arbeiten. Hierbei schweift Nora aber auch nicht zu weit aus und trotz der Tatsache, dass ich unbedingt schnell wissen musste, was das alles jetzt zu bedeuten hat, hat mich der Rückblick nicht gestört oder sogar gelangweilt. Ganz im Gegenteil. Denn einerseits lernt man auf diese Weise Nora und ihre Hintergründe ziemlich gut kennen, andererseits wurde die Spannung so für mich nur weiter gesteigert. Was genau das Manuskript ist, was die Briefe von Elizabeth damit zu tun haben und wie es zu dieser verhängnisvollen Nacht kommt, sind alles Fragen, die mich kaum losgelassen und mich immer weiter zum Lesen angespornt haben.
Nachdem Nora dann schließlich bei der entscheidenden Nacht angekommen ist, häufen sich sogar noch die Fragen, vor allem aber das Misstrauen zu den übrigen Charakteren. Es hat sich hier für mich trotzdem ein kleines Spannungstief ergeben, da es ein wenig dauert, bis Nora die Sache schlussendlich richtig in Angriff nimmt. Aber danach begleitet man Nora auf eine spannende Schnitzeljagd, die sie sogar ins Ausland führt und jede Menge Überraschungen bereit hält. Hierbei wird man als Leser vor allem dadurch auf Trab gehalten, dass nicht nur Nora und ihre Freunde dem Rätsel des Manuskripts auf die Spur kommen möchten, sondern auch andere gefährliche Gegner es auf die Jugendlichen abgesehen haben.
Diesen Teil fand ich ungeheuer spannend und hat mich ein wenig an Dan Browns Abenteuer von Robert Langdon erinnert, nur eben für Jugendliche.

Der Schreibstil in Das Buch aus Blut und Schatten hat mir sehr gefallen. Streckenweise ziehen sich die Sätze, sind verschachtelt und lang, aber an besonders emotionalen Stellen ist genau das Gegenteil der Fall. Kurze, prägnante Sätze - zum Teil auch sehr kurze Kapitel von nur wenigen Sätzen -, die Noras Gefühle richtig deutlich und verständlich machen. Das Wechseln des Tempos aufgrund der unterschiedlichen Satzlänge, je nach Kontext und Gefühlslage der Protagonistin,  ist mir positiv aufgefallen und hat mich beeindruckt.
Was das Ende betrifft, bin ich mir immer noch nicht ganz sicher, ob es mich zufrieden gestellt hat oder nicht. Es war nicht wirklich das, was ich erwartet hatte, aber spannend und ereignisreich war es allemal!

Bei Das Buch aus Blut und Schatten wird von Anfang an viel Tempo aufgenommen, sodass der Großteil der Handlung wirklich sehr spannend ist. Als Leser wird man in diesem Thriller mit vielen Rätseln konfrontiert - meist in Form von alten Briefen, mit denen die Geschichte gespickt ist -, und begleitet die Protagonistin auf eine abenteuerliche Schnitzeljagd. Wer auf geheimnisvolle Manuskripte und jede Menge Rätsel steht, sollte sich diese Geschichte definitiv näher ansehen!

4 von 5 Herzen


Das Buch wurde mir kosten- und bedingungslos vom Verlag für eine Rezension zur Verfügung gestellt.

552 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
Verlag: Arena
Erscheinungsdatum: 1. Juni 2013
Reihe: Nein

Sarah O. hat gesagt…

Sehr schöne Rezension. Ich habe die Skinned-Trilogie ja geliebt, deswegen möchte ich dieses Buch auch gerne lesen - eigentlich, denn als ich es in der Buchhandlung in der Hand hatte, war ich geschockt, wie unhandlich fett es ist. Besonders weil ich da gerade auch ein Buch von FJB mit ähnlich vielen Seiten in der Hand hatte...

Arena bauscht die Bücher ja gerne mal auf, aber bei dem haben meine Finger schon in Gedanken Krämpfe bekommen. Muss das sein?

Pia hat gesagt…

@Sarah: Skinned möchte ich auch unbedingt lesen! Vor allem, da mir dieses hier so gut gefallen hat. :)
Aber ja, das ist ein ganz schöner Schinken und ich verstehe auch nicht ganz, warum es mit "nur" 500 Seiten so unhandlich dick sein muss. Aber beim Lesen ging es dann eigentlich, ich lege die Bücher meist eh auf meinen Beinen ab, daher hat es mich persönlich nicht groß gestört.

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