Montag, 9. September 2013

Die drei Leben der Tomomi Ishikawa - Benjamin Constable






Tomomi Ishikawa ist tot. Sie hat sich umgebracht, so steht es in dem Abschiedsbrief an ihren Freund Ben Constable.

Doch Tomomi weigert sich hartnäckig, in Frieden zu ruhen. Stattdessen hinterlässt sie Ben eine Menge rätselhafte Botschaften, die ihn, ähnlich wie bei einer Schnitzeljagd, durch Paris, New York und Tomomis Vergangenheit führen.

Ben würde gerne glauben, dass es sich bloß um ein Spiel handelt, dass die Geschichten, die Tomomi ihm hinterlassen hat, nur Ausgeburt ihrer Fantasie sind, doch dann offenbaren sie ihm ein grausames Geheimnis.

War Tomomi Ishikawa in Wahrheit eine Serienmörderin? Und ist sie tatsächlich tot?
Bald weiß Ben nicht mehr, was Fiktion und was Realität ist.





Die drei Leben der Tomomi Ishikawa hat mich direkt neugierig gemacht, als ich das erste Mal den Klappentext gelesen habe. Geschichten, in denen es darum geht, Hinweisen zu folgen, die den Protagonisten zu einem Geheimnis oder Schatz führen, finde ich richtig spannend. Dieses Buch war aber so viel mehr als nur eine Schatzsuche oder Schnitzeljagd und hat meine Erwartungen bei Weitem übertroffen!

Die Geschichte um Ben Constable, der den für ihn ausgelegten Hinweisen seiner toten Freundin Tomomi, auch Butterfly genannt, durch Paris und New York folgt, hat mich von Anfang gepackt und in sich hinein gezogen. Schon der Prolog lässt einen die Grenzen zwischen Fiktion und Realität hinterfragen - ein Aspekt, der sich sowohl für den Leser als auch für Ben durch das komplette Buch zieht. Der Protagonist heißt so wie der Autor und somit hat sich mir immer wieder die Frage gestellt, ob die Erlebnisse wirklich geschehen sind oder ob alles nur erfunden ist. Vor allem, da es im Prolog darum geht, dass Ben Constable gerne ein Buch schreiben würde - und man hält schließlich gerade ein Buch von Ben Constable in den Händen. Verwirrend und genial.
Die richtige Geschichte beginnt dann direkt mit dem ersten Brief von Tomomi Ishikawa an Ben, in dem sie ihm von ihrem Vorhaben erzählt: Zu dem Zeitpunkt, an dem Ben den Brief liest, wird sie bereits Selbstmord begangen haben, allerdings hat sie sich für ihn etwas ganz Besonderes überlegt und einige Hinweise versteckt, die ihn zu einem Schatz führen werden. 
Diese Schatzsuche gestaltet sich schwierig, erlebnisreich und führt Ben mehr als einmal an seine Grenzen. Sie ist aber auch ein Abenteuer, das ihn seine verstorbene Freundin besser kennen lernen und seinen Horizont erweitern lässt. Die Entdeckungen, die Ben hierbei über seine Freundin macht, geben ihm viele Rätsel auf und lassen in ihm immer wieder die Frage aufkommen, was Fiktion ist und was nicht.
Mit Fiktion und Fantasie kennt sich Ben übrigens hervorragend aus. Regelmäßig wird er von einer Katze besucht, die er Cat getauft hat. Cat existiert allerdings nur in seiner Vorstellung. Klingt abgedreht? Ist es auch. Aber gut abgedreht, falls das Sinn macht. 

Die Handlung hat mich so sehr ergriffen und begeistert, dass ich bis spät in die Nacht hinein und das Buch fast in einem Rutsch gelesen habe. Ich musste mich wirklich zwingen, es aus der Hand zu legen und zu schlafen. Aber auch in den Lesepausen hat mich die Schatzsuche nicht in Ruhe gelassen. Die Geschichte hat mich so sehr beschäftigt, dass ich pausenlos gerätselt habe wie es ausgeht, was eine mögliche Lösung für das Ganze ist und was nun wahr ist und was nicht. 
Ganz besonders möchte ich auch den brillanten Schreibstil betonen. In den Text sind immer wieder Briefe und Nachrichten von Tomomi eingeflochten, die mir anfangs zwar Schwierigkeiten bereitet haben, die aber wunderschön geschrieben sind. Schon der erste Brief von Tomomi steckt voller Wahrheiten, wunderbarer Wortgefüge und hat mich richtig geködert. Aber auch die von Ben erzählten Teile haben mich begeistert. Seine Erlebnisse schildert er in einem sehr lockeren Stil und er hat es immer wieder geschafft, mir mit seinen Kommentaren ein Lächeln zu entlocken. Trotzdem ist seine Verwirrung über das Geschehen und vor allem auch sein Leid deutlich spürbar; seine Reaktionen auf bestimmte Dinge haben mich meist sehr mitgenommen und richtig mitfühlen lassen. Zum Teil ist der Text aber auch mit von Ben aufgeschriebenen Erinnerungen an Gespräche mit Tomomi versetzt. Diese Ausschnitte ihrer Freundschaft haben mich zum Nachdenken angeregt, denn in den Erinnerungsfetzen wirken sie vertraut, aber während der Schatzsuche stellt sich für Ben immer wieder die Frage, wie gut er Tomomi eigentlich kannte. Diese Elemente bilden so einen spannenden, bemerkenswerten Kontrast.

Für mich ist Die drei Leben der Tomomi Ishikawa ein außergewöhnliches Buch, das mich auch in Lesepausen und nach dem finalen Zuklappen der Buchdeckel noch beschäftigt hat. Viele Fragen werden aufgeworfen, aber nicht alle werden am Schluss geklärt. 
Die Geschichte hat mich aufgrund der ungewöhnlichen, aber trotzdem packenden Handlung von Anfang an fasziniert und der wunderbare, sowohl von Witz als auch Trauer durchzogene Schreibstil haben diese Geschichte zu etwas ganz Besonderem gemacht. 
Dieses Buch ist für mich ein richtiges Goldstück, ein Schatz sozusagen, den ich jedem nur ans Herz legen kann.

5 von 5 Herzen und am liebsten noch mehr

Das Buch wurde mir kosten- und bedingungslos vom Verlag für eine Rezension zur Verfügung gestellt.

384 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
Verlag: Script5
Erscheinungsdatum: 16. September 2013
Reihe: Nein
Die drei Leben der Tomomi Ishikawa bei Amazon


Kommentare:

Catherine Madeleine Buchling hat gesagt…

Wirklich ein tolles Buch! Habs auch grade ausgelesen und bin total begeistert.

LG Cat

his + her books hat gesagt…

Aaaah! Habe jetzt so lange auf die ersten Meinungen gewartet und es klingt wirklich richtig überzeugend.
Wird auf die WuLi gepackt :-)

Danke für die Rezi <3

Liebe Grüße

Steffi

Seelenscherbe hat gesagt…

Ich bin schon ziemlich gespannt drauf, da du es schon mehrfach so gelobt hast und werde es mir die Tage erstmal als E-book holen.

Ich kommentiere hier zum ersten Mal und möchte dir direkt etwas an Herzen legen und ich hoffe du nimmst mir das nicht übel aber deine Rechtklickssperre finde ich wirklich ganz furchtbar...
Ich meine wenn ich ein Bild von dir klauen möchte (rein theoretisch, keine Sorge) dann kann ich es mir doch genauso gut screenen oder aus dem Seitenquelltext holen.
Das kostet mich lediglich ein paar Sekunden mehr.
Die einzigen die du mit der Rechtsklicksperre wirklich bestrafst sind Leser die deinen Blog interessant finden und ihn Durchstöbern wollen. Du verhinderst nämlich vor allem ein Rechtsklick -> neuer Tab oder sogar ein Rechtsklick -> Link kopieren um deine Feedadresse zu kopieren und sie im Feedreader einzufügen.

Daher meine Frage, ob sich diese Sperre für dich wirklich lohnt. Ich mein, wenn du sagst, dass dir schon oft Bilder geklaut wurden und es dank der Sperre besser geht dann kann ich es vielleicht sogar nachvollziehn aber ich wollte dich zumindest mal auf das Thema ansprechen.

Tut mir leid wenn ich jetzt gar nicht näher auf dein wirklich gut geschriebenes Review eingegangen bin >.<
Ich freu mich auf jeden Fall schon auf dein nächstes Video, Sperre hin oder her ;)
Übigens bist du mit dran Schuld, dass ich mir ein 3. Bücherregal zulegen muss ;)

his + her books hat gesagt…

Ich fürchte eher, dass es um Texte-Herauskopieren geht... Aber dasselbe Problem habe ich auch. Ich öffne oftmals Links in einem neuen Tab, damit ich beim ursprünglichen Beitrag bleiben kann :-(

Pia hat gesagt…

@Seelenscherbe: Quatsch, nehme ich dir doch nicht übel! Ich habe die Sperre vor Ewigkeiten mal eingebaut und vor einigen Monaten auch versucht, die wieder weg zu bekommen. Habe den Code aber nicht mehr gefunden und es dann so gelassen. Im Prinzip sind diese Sperren ja auch ganz einfach zu umgehen, wenn man die richtigen Tastenkombinationen kennt.
Jedenfalls habe ich mich jetzt noch mal auf die Suche gemacht und bin fündig geworden! Gut also, dass du mich noch einmal daran erinnert hast. ;) Die Sperre habe ich direkt gelöscht. :)

Ganz viel Spaß mit dem Buch übrigens, wenn du es dir demnächst holst. Ich hoffe, dass es dir genauso gut gefallen wird wie mir.
Und ich entschuldige mich für das dritte Bücherregal. ;) Hehe. Ich könnte aber auch mal wieder ein neues gebraucht. ;)

Pia hat gesagt…

@Steffi: Ich freue mich, dass dich die Rezi überzeugen konnte! Ein fantastisches Buch und ich bin gespannt, wie es dir gefallen wird! :)

Pia hat gesagt…

@Catherine Madeleine Buchling: Noch jemand, der so begeistert ist! Yay. :) Ich konnte es wirklich kaum weglegen und könnte es gerade direkt auch noch ein 2. Mal lesen. :)

his + her books hat gesagt…

ich auch :-)

lg und einen schönen Abend <3

Steffi

his + her books hat gesagt…

...jetzt bin ich mal richtig neugierig geworden! Bisher hat mich das Buch, vermutlich auch wegen dem Titel, so gar nicht interessiert...Deine Rezension hat das jetzt aber mehr als deutlich geändert! Ich glaube, ich MUSS das Buch jetzt haben...Danke für diese geniale Rezension!

LG

Kay

Kermit hat gesagt…

Von diesem Buch hatte ich noch nichts gehört, aber nach deiner fantastischen Rezi würde ich es am liebsten sofort bestellen! Wandert definitiv in den Wunschbrunnen, vielen Dank :)

beautifullife hat gesagt…

Kling echt super. Werde es auf meinen Wunschzettel setzen (:

GirlWithTheBooks hat gesagt…

Huhu,
woooow, ich möchte das Buch unbedingt haben und werde wohl bald auf Shoppingtur gehen ;) Nachdem man auf deinem Blog nur entlang scrollt.. *-* Einfach herrlich!

LG Jenny ♥

http://jemasija8.blogspot.de/

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