Mittwoch, 6. November 2013

Ghostman - Roger Hobbs




 Sich unsichtbar zu machen, ist sein tägliches Geschäft. Alles Mögliche verschwinden zu lassen, damit kennt er sich aus. Diesmal geht es um einen misslungenen Überfall auf ein Kasino. Er soll aufräumen, die Spuren beseitigen. Eine Millionen Dollar in bar stehen auf dem Spiel – 48 Stunden hat er Zeit. Und da draußen gibt es jemanden, der es auf seinen Kopf abgesehen hat. Aber auch der wird ihn zuerst einmal finden müssen. Sie nennen ihn schließlich nicht umsonst „Ghostman“.

(Quelle des Klappentextes)


Was macht man, wenn ein Überfall so richtig daneben geht? Man ruft den Ghostman!
Jack ist dieser Ghostman. Er hat nicht nur ein Talent dafür, immer wieder unerkannt unterzutauchen, sondern er hat auch noch richtig Köpfchen. Wäre Jack allerdings vor einigen Jahren nicht ein großer Fehler unterlaufen, hätte er seinen neusten Auftrag sicherlich nicht angenommen. Er ist jedoch noch einen Gefallen schuldig und hat damit keine andere Wahl, als nach einem missglückten Überfall auf einen Geldtransporter aufzuräumen: einer der Täter wurde erschossen, der zweite konnte vom Tatort fliehen und ist seitdem nicht mehr aufzufinden - und mit ihm die Beute. Für Jack beginnt ein Rennen gegen die Zeit, bei der der Jäger schnell selbst zum Gejagten wird.
Ghostman verspricht dem Leser somit eine rasante Geschichte, die sofort fesselt. Mich konnte das Buch nicht vollends mitreißen, auch wenn es immer wieder Passagen gab, die ich doch sehr spannend fand. 

Der Anfang hat mich schnell neugierig gemacht. Es wird direkt zu Beginn geschildert, wie der Überfall auf den Geldtransporter vonstattengeht, beziehungsweise wie er daneben geht. Kurz darauf rückt Jack in den Fokus, von dem man im gesamten Buch recht wenig erfährt. Zu der Geschichte hat dies jedoch gut gepasst, schließlich weiß niemand, wer Jack wirklich ist; er hat mehrere Identitäten und wechselt diese immer wieder. Somit erfährt man auch als Leser nicht richtig, mit wem genau man es hier zu tun hat.
Trotzdem ist Jack kein distanzierter Protagonist, dessen Gedankengänge einem komplett verschlossen bleiben. Er hat immer wieder clevere Einfälle, an denen man als Leser teilnimmt und die Jack aus vielen bedränglichen Situationen wieder hinaus verhelfen.
Allerdings hatte ich beim Lesen hin und wieder das Gefühl, dass Jack für meinen Geschmack doch zu schnell und leicht aus diesen brenzligen Lagen heraus kommt. So nimmt die zuvor aufgebaute Spannung in solchen Situationen leider doch recht schnell auch wieder ab.

Besonders fesseln konnten mich die Rückblicke in Jacks Vergangenheit. Zu Anfang erfährt man, dass Jack aufgrund eines schweren Fehlers gezwungen ist, den Auftrag des missglückten Transpoter-Überfalls zu übernehmen. Doch was genau dieser Fehler war, wird erst nach und nach in kleinen Ausschnitten enthüllt. Die Frage, worin genau nun Jacks Fehler lag, hat mich brennend interessiert und war für mich der größte Spannungspunkt. Die restliche Handlung hielt für meinen Geschmack leider keine großen Überraschungen bereit und konnte mich daher nur mäßig fesseln.

Insgesamt hat mich Ghostman leider nicht so sehr mitgerissen, wie mich der Klappentext hat hoffen lassen. Es gibt viele knifflige Situationen, aus denen Jack heraus kommen muss - und das auch noch unter enormen Zeitdruck -, trotzdem hält die Spannung an diesen Stellen nicht besonders lange vor. Die Rückblicke in Jacks Vergangenheit und den kleinen Einblick in ein Verbrecherleben fand ich jedoch sehr interessant und lesenswert.

3 von 5 Herzen
Das Buch wurde mir kosten- und bedingungslos vom Verlag für eine Rezension zur Verfügung gestellt.

384 Seiten, Klappenbroschur
Verlag: Goldmann
Erscheinungsdatum: 22. Juli 2013
Reihe: Nein
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