Samstag, 10. Mai 2014

Glasgow Rain - Martina Riemer



Endlich bricht für Vic das letzte Highschool Jahr an und sie kann es kaum erwarten, die lästige Schuluniform einzumotten. Doch es beginnt anders als gedacht: Sie trifft immer wieder auf Rafael, einen mysteriösen Schüler, der plötzlich überall auftaucht. Trotzdem schafft er es, sich nicht nur in ihr Leben zu schleichen, sondern auch in ihr Herz. 

Wäre da nicht ein großes Problem: Seit sie ihn besser kennengelernt hat, bekommt sie das beklemmende Gefühl nicht los, ständig beobachtet zu werden. Zusätzlich jagen ihr die Frauenmorde, die in den letzten Wochen Glasgow überschatten, eine große Angst ein, bis sich Vic nicht mehr sicher ist, ob sie verrückt wird oder ob tatsächlich etwas vor sich geht. Bald verliert sich Vic in dem Gefühl der Verfolgung und der Liebe zu Rafael. Aber ist er wirklich der, für den sie ihn hält? Sie weiß nicht mehr, wem sie trauen kann oder wer ein falsches Spiel mit ihr treibt. 

Kann die Liebe bestehen, wenn die Angst einem die Luft abschnürt?

(Quelle des Klappentextes)


Eine Geschichte über eine junge Frau, die sich Hals über Kopf in einen mysteriösen, aber unfassbar attraktiven Mann verliebt, klingt auf den ersten Blick nicht großartig neu. Trotzdem haben mich der Klappentext und die vielen positiven Rezensionen von Glasgow Rain sehr neugierig gemacht, sodass ich voller Vorfreude begonnen habe zu lesen. Der Klappentext gibt nicht wirklich her, ob das Buch fantastische Elemente hat oder nicht, aber prinzipiell kommt dies bei solch einer Grundkonstellation - Mädchen trifft rätselhaften jungen Mann und verliebt sich - ja häufiger vor. Dieses Rätseln und die Ungewissheit, was es mit Rafael auf sich hat, hat den Anfang des Buches wirklich sehr spannend gemacht und meine Neugier auf den weiteren Verlauf war direkt geweckt. Zusätzlich ist der Geschichte ein dramatischer Prolog voran gestellt, in dem der Leser einen kurzen Einblick in die Nacht erhält, in der Victorias Mutter gestorben ist. Der Einstieg in die Geschichte fiel mir demnach sehr leicht.

Die erste Begegnung zwischen Vic und Rafael wird nicht lange hinausgezögert, wodurch die Handlung schnell in Gang kommt. Es wird geschildert, wie die beiden sich näher kennen lernen und Rafael hinterlässt einen bleibenden Eindruck bei Vic. Allerdings hat sie kurz danach wiederholt das Gefühl, verfolgt zu werden. Als Leser weiß man nicht, ob man Rafael trauen kann, zumal man nur recht wenig über ihn erfährt. Rafael hat mir längere Zeit Rätsel aufgegeben, wodurch die Spannung zunächst auch gut aufrecht erhalten wurde. Mit der Zeit hatte ich jedoch das Gefühl, dass es mit der eigentlichen Geschichte nicht wirklich voran geht. Es wird viel Zeit darauf verwendet zu schildern, wie sich Vic und Rafael nach und nach näher kommen und wie das Umfeld der beiden darauf reagiert. Andere Geschehnisse wie das Auffinden von Frauenleichen werden zwischendurch erwähnt, wirken insgesamt aber eher nebensächlich. Ich hätte mir gewünscht, dass diesem Aspekt schon früher etwas mehr Raum gegeben wird, so nahm für mich jedoch die Spannung mit der Zeit leider etwas ab.
Der sich anbahnenden Beziehung zwischen Rafael und Vic wird wie bereits erwähnt viel Zeit gewidmet. Trotzdem ging für mich die komplette Liebesgeschichte der beiden aber auch etwas schnell. Victoria fasst schnell Vertrauen in Rafael, was aufgrund ihres Hintergrunds dann aber eher etwas unglaubwürdig wirkt. Zumindest erwähnt sie zu Beginn des Romans mehrfach, dass sie Berührungsängste hat und auch bei ihren langjährigen Freunden eher auf Abstand geht. Auch das Verhalten einiger anderer Personen war für mich nicht ganz nachvollziehbar. Vieles wird gegen Ende zwar erklärt und so begründet, aber ohne diesen Zusammenhang wirkt das Verhalten einiger Personen doch eher übertrieben.
Im letzten Drittel des Buches nimmt die Handlung aber wieder an Fahrt auf. Auf geschickte Art und Weise werden beim Leser Vermutungen über das Ende geweckt, sodass man nichts Gutes ahnt und voller Spannung weiter liest.

Die Gefühle der Protagonistin werden sehr gut zum Ausdruck gebracht, sodass man sich als Leser zum Großteil gut in sie hineinversetzen kann - einzig den oben beschriebenen Punkt, was ihr schnelles Vertrauen in Rafael angeht, konnte ich nicht nachvollziehen. Rafael blieb für mich hingegen fast ein bisschen zu blass. Es ist logisch, dass man als Leser Victoria viel näher näher steht, da die Geschichte aus ihrer Sicht erzählt wird. Aber nach Beenden des Buches hatte ich immer noch das Gefühl, dass ich über Rafael eigentlich gar nichts weiß.
Die besten Freunde von Victoria, das Geschwisterpaar Aimee und Stew, habe ich schnell ins Herz geschlossen. Vor allem Stew mit seinen lustigen Sprüchen muss man einfach mögen. Er ist ein Charakter, der ordentlich Schwung in die Geschichte bringt. 

Glasgow Rain weist insgesamt zwischendurch für mich ein paar Längen auf, da sich sehr auf die Beziehung zwischen Victoria und Rafael konzentriert wird. Nachdem von den ersten rätselhaften Frauenmorden berichtet wurde, hatte ich jedoch erwartet, dass diesen schnell eine große Bedeutung zukommt. Diese Erwartungen wurden bei mir leider enttäuscht. Gegen Ende kommt jedoch wieder eine Portion Spannung auf, auch wenn ein großer Überraschungseffekt bei mir leider ausblieb.
Wer aber gerne Liebesgeschichten über ein Paar liest, dem jede Menge Steine in den Weg gelegt werden, der sollte sich Glasgow Rain näher anschauen.

3 von 5 Herzen

Das Buch wurde mir kosten- und bedingungslos von der Autorin für eine Rezension zur Verfügung gestellt.

ca. 300 Seiten, eBook
Reihe: Nein

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