Montag, 9. Juni 2014

Klammroth - Isa Grimm



Seit Jahren ist der uralte Tunnel stillgelegt. Doch etwas geht um in den Tiefen des Berges. Kinderstimmen wispern im Dunkel, und etwas regt sich in den Schatten.
Einst war Klammroth ein stiller Weinort am Fluss – bis eine Katastrophe die Idylle zerstörte.  Dutzende Kinder starben bei einem verheerenden Unfall im Tunnel, viele weitere wurden entstellt. Nun, sechzehn Jahre später, kehrt eine der Überlebenden nach Klammroth zurück: Anais hat die Qualen des Feuers noch nicht überwunden, als ihr Vater sie zu sich ruft. Etwas Unerklärliches erscheint des Nachts vor den Fenstern. Gespenstisches geschieht – und jemand fordert neue Opfer.
Der Tunnel hat Anais nicht vergessen ...


Bei Klammroth wusste ich nicht besonders viel über den Inhalt, aber trotzdem hat mich das Buch unfassbar gereizt. Ein Tunnel, eine Katastrophe, die dort passiert ist und eine Protagonistin namens Anais - das war alles, was ich wusste. Da ich also keine Vorstellung hatte, worum es hier im Detail geht, habe ich mich voller Vorfreude ans Lesen gemacht und wollte mich einfach von der Geschichte überraschen lassen. Und der Prolog hat mich auch nicht enttäuscht, sondern meine Neugier nur geweckt. Hier zeigt sich schon, dass der Tunnel ganz klar im Vordergrund steht und scheinbar ein Eigenleben hat. Er wirkt von Anfang an ungemein bedrohlich und geheimnisvoll, was sich auch im weiteren Verlauf der Handlung nicht verliert. 

Auch der Rest der Geschichte hat mir zu Beginn Rätsel aufgegeben. Anais kommt nach vielen Jahren das erste Mal zurück in ihre Heimat Klammroth, die sie immer versucht hat zu vergessen. Aber nun ist ihr Elternhaus abgebrannt und in den Flammen kam auch ihre Stiefmutter um. Warum das Feuer ausgebrochen ist, ist unklar. Und die Tatsache, dass Anais' Stiefmutter ausgerechnet zu dem Zeitpunkt im Haus war, ist noch rätselhafter. Schließlich ist das Haus seit langer Zeit unbewohnt und steht leer.
Anais macht sich nun mit ihrer Tochter auf nach Klammroth, um diese Angelegenheit zu klären. Dabei ist von Anfang an zu spüren, wie unwohl sich die Protagonistin in ihrer Heimat fühlt. Der Ort, der einst vor lauter Touristen brummte, scheint nun wie ausgestorben. Grund dafür ist ein Unfall, der sich auf der Zufahrtsstraße in den Ort in einem großen Tunnel ereignet hat und bei dem viele Jugendliche aus Klammroth entweder umgekommen, oder die seitdem von schweren Verbrennungen gezeichnet sind. Auch Anais war Opfer dieses Unfalls, aber im Vergleich zu den anderen Verunglückten ist sie noch glimpflich davon gekommen. Viele Bewohner des Ortes meiden sie deswegen - was mir völlig unverständlich war - und dies ist auch der Grund, weshalb sich Anais äußerst ungern in Klammroth aufhält.
Die Geschichte kreist immer wieder um den Tunnel und er ist scheinbar neben Anais ein weiterer "Protagonist" der Handlung. Er hat fast eine magische Anziehungskraft auf Anais und dies ist einer der ersten Plätze, den sie in Klammroth aufsucht. Während dieser Szene ahnt man sofort, dass dieser Tunnel kein gewöhnlicher Ort ist und es hier nicht mit rechten Dingen zugeht. Aber was genau hier wütet konnte ich nicht erahnen. 

Die Handlung gibt somit von Anfang an viele Rätsel auf und auch ich hatte auch nach vielen Seiten immer noch keine Idee, worauf das alles hinaus laufen sollte. In der Erwartung, dass nach und nach einige Fragen geklärt werden oder es eine logische Lösung gibt, habe ich weiter gelesen. Irgendwann war dann aber für mich der Punkt erreicht, an dem ich das Buch nicht mehr wirklich genießen konnte. Der bedrohliche Tunnel, Geister, die scheinbar am Werk sind, und mysteriöse Charaktere - alles das macht die Geschichte prinzipiell sehr spannend. Aber der wirkliche Nervenkitzel hat mir trotzdem gefehlt. Für mich war irgendwann die gesamte Handlung etwas zu abgefahren. Die Geschichte nimmt eine plötzliche Wendung, mit der ich nicht gerechnet habe und die mir leider völlig absurd erschien.

Klammroth wartet mit einer sehr außergewöhnlichen Handlung und einer düsteren, bedrohlichen Atmosphäre auf. Anfangs hat mich die Thematik sehr gereizt und Anais habe ich als starke Protagonistin empfunden. Nach einer Weile nahm für mich die Spannung jedoch ab, da mir die Geschichte etwas zu ungewöhnlich wurde. Das Ende wiederum fand ich gut gemacht, denn es bleibt dem Leser überlassen, seine eigenen Schlüsse zu ziehen. Insgesamt konnte mich Klammroth aber leider nicht vollkommen überzeugen.

3 von 5 Herzen

Das Buch wurde mir kosten- und bedingungslos vom Verlag für eine Rezension zur Verfügung gestellt.

336 Seiten, Taschenbuch
Verlag: Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum: 13. März 2014
Reihe: Nein
Klammroth bei Amazon


Kommentare:

Damaris Anna hat gesagt…

Liebe Pia,
Klammroth begegnet mir in letzter Zeit häufiger und ich mag Bücher mit dieser gruseligen, bedrückenden Atmosphäre. Schade, dass diese nicht bis zum Ende gehalten werden kann. Trotzdem reizt mich das Buch sehr. Vielen Dank für deine Vorstellung.
Grüße dich lieb,
Damaris

er.lesen.e Jahreszeiten hat gesagt…

Liebe Pia,

du hast einen tollen YouTube Kanal. Durch ihn habe ich auch deinen Blog entdeckt. Hast eine Leserin mehr:-)
The Bell Jar ist super. Die Rory Gilmore challenge finde ich als GG-Fan sehr gut. Danke für viele Anregungen!

Liebe Grüssse von Barbara (die nur bloggt)

http://erlesene-jahreszeiten.blogspot.de

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