Freitag, 20. März 2015

Ich sehe was, was niemand sieht - Tim O'Rourke




Charley hat seit ihrer Kindheit schreckliche Visionen, in denen sie Menschen sterben sieht. Sie nennt diese Visionen Blitze, allerdings glaubt ihr niemand, dass diese wirklich existieren.
Schon mehrfach wurde sie von Ärzten untersucht, um festzustellen, ob die Blitze auf gesundheitliche Probleme zurückzuführen sind, eine Ursache konnte jedoch nie gefunden werden.
Charley ist somit eher ein Außenseiter und sie hat nur eine Freundin, die ihr glaubt: Natalie. Doch zu Charleys Entsetzen stirbt ihre Freundin ganz plötzlich, indem sie von einem Zug überrollt wird.
Kurz darauf kommt es noch schlimmer: Charley hat eine erneute Vision, in der sie sieht, wie ein junges Mädchen von einem Fremden entführt und zu den Gleisen gebracht wird, an denen auch Natalie ihr Leben lassen musste.
Charley versucht nun Genaueres über dieses Mädchen herauszufinden und sie muss feststellen, dass auch sie von einem Zug erfasst und überfahren wurde – genau wie Natalie. Nachdem sie den jungen Polizisten Tom kennenlernt, der im Gegensatz zu allen anderen glaubt, dass Charleys Blitze tatsächlich existieren, versuchen siezusammen, dem Mörder auf die Spur zu kommen. Denn dass es sich bei den Todesfällen um Mord handelt, steht für beide außer Frage.



Ich sehe was, was niemand sieht ist ein Mysterythriller für Jugendliche und die Handlung verspricht große Spannung. Leider konnte mich die Geschichte jedoch nicht ganz so packen wie erhofft.

Schwierigkeiten hatte ich zu Beginn vor allem mit der Protagonistin Charley. Sie war mir zwar nicht unsympathisch, aber ich habe besonders am Anfang – und dies hat sich auch im weiteren Verlauf der Handlung nicht wirklich geändert – keinen wirklichen Zugang zu ihr gefunden. Während des gesamten Buches blieb sie mir leider eher fremd und unvertraut. Die Vorstellung, solche Visionen, wie Charley sie regelmäßig durchlebt, zu haben, ist schrecklich. Ihre Emotionen kamen bei mir allerdings trotzdem nicht wirklich an. 
Seit vielen Jahren ist Charley eher auf sich allein gestellt, da ihre Mutter früh verstorben ist und sie ihren Vater zu Hause kaum zu Gesicht bekommt. Man sollte daher meinen, dass sie mit ihren 17 Jahren doch ein selbständiges Mädchen ist. Auf mich hat sie jedoch immer wieder recht unreif gewirkt und auf viele Begebenheiten ziemlich empfindlich reagiert. 

Tom hingegen, aus dessen Sicht die Geschichte ebenfalls erzählt wird, mochte ich schon am Anfang sehr: Er ist noch sehr jung, hat gerade erst bei der Kripo angefangen – das vom Zug überfahrene Mädchen aus Charleys Vision ist sein erster Fall – und er ist sehr engagiert. Er glaubt im Gegensatz zu seinen Kollegen nicht an einen Unfall, und als er Charley kennenlernt, festigt sich seine Meinung nur noch mehr.
Mit ihm und Charley zusammen begibt man sich als Leser auf die Jagd nach dem Mörder des unbekannten Mädchens und Natalies. Denn Charley weiß schnell, dass auch Natalies Tod kein Unfall gewesen sein kann. Nach und nach finden sie Indizien, teilweise aus Charleys Blitzen, teilweise durch Ermittlungen. Über diese Ermittlungsarbeiten und die Art und Weise, wie Charley und Tom dem Mörder immer näher kommen, habe ich gerne gelesen und wollte wissen, wie sich die Ereignisse weiter entwickeln. Allerdings lag es insgesamt eher an meiner Neugier, ob sich ein bestimmter Verdacht bezüglich des Täters bestätigt, als an einer nervenaufreibenden Spannung, die mich dazu angetrieben hat, zu lesen.
Gegen Ende der Geschichte haben sich die Ereignisse dann allerdings ziemlich überschlagen, weshalb mir die letzten Seiten besonders gut gefallen haben. Vor allem hielt das Buch hier eine große Überraschung für mich bereit - definitiv ein Pluspunkt.
Ganz zufrieden war ich aber auch nach Zuklappen des Buches nicht. Die Erklärung von ein paar Einzelheiten wäre für mich noch wünschenswert gewesen, auf diese wird jedoch überhaupt nicht eingegangen.

Insgesamt habe ich Ich sehe was, was niemand sieht dennoch gerne und sehr fix gelesen.  Besonders das Ende konnte mich fesseln, aber leider hat mir während der restlichen Handlung doch die Spannung gefehlt.

3 von 5 Herzen

Das Buch wurde mir kosten- und bedingungslos vom Verlag für eine Rezension zur Verfügung gestellt.

336 Seiten, broschiert
Verlag: Chicken House
Reihe: Nein

Kommentare:

Nelly G. hat gesagt…

Huhu,
das Buch hatte ich bisher noch gar nicht auf dem Radar. Aber deine Rezi hat mich total angesprochen und daher landet es jetzt auf meiner WuLi. Daher: danke für die Rezi.

Außerdem bin ich auch direkt Leserin geworden und werd nun öfter mal vorbeischauen.

Viele liebe Grüße
Nelly

René u. Jessi Swiecik hat gesagt…

Hallo ;D

Bin gerade über deinen Blog gestoßen und finde ihn echt toll :D Deine Rezis sind echt gut und die "Rory Gilmore" challlenge sieht interessant aus :D

Ich werde dir mal folgen und ich würde mich riesig über einen Gegenbesuch freuen.

Liebe Grüße
Jessi
http://jessireneleseratten.blogspot.de/

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