Mittwoch, 20. April 2016

Ein Sommer ohne uns - Sabine Both



Eine offene Beziehung. Für drei Monate. Zwischen Abi und Studium. Sich ausprobieren. Mit anderen. Danach ist alles wieder wie zuvor und Tom und Verena weiterhin ein Paar. Denn sie lieben sich und wollen für immer zusammen bleiben. Doch ist das wirklich so einfach, wie sie es sich vorstellen? 

Verena und Tom kennen sich von klein auf, sind ein Paar, seit sie dreizehn sind. Sie gehören einfach zusammen und das soll für immer so bleiben. 
Aber ein Gedanke lässt Verena – mitten im Abistress und voller Vorfreude auf das anstehende Studium – nicht mehr los: Sie hat noch nie einen anderen Jungen geküsst, geschweige denn Sex mit einem anderen gehabt. Doch sie liebt Tom und sich von ihm zu trennen oder ihn zu betrügen, kommt nicht infrage. 
Als sie schließlich mit Tom darüber spricht, treffen die beiden eine Vereinbarung: eine offene Beziehung, drei Monate Austobzeit nach dem Abi. Danach ist alles wieder wie vorher und die zwei wieder ein Paar. 
Zunächst genießen die beiden es, sich auszuprobieren. Doch sie haben nicht mit den Gefühlen gerechnet, die das Arrangement mit sich bringt: Zweifel tun sich auf. Ängste. Werden sie rechtzeitig einen Ausweg finden? 

(Quelle des Klappentextes und Covers: Loewe Verlag)

Tom und Verena sind nicht nur miteinander aufgewachsen, sondern auch ein Paar seit sie 13 Jahre alt sind. Beide stecken mitten im Abitur, weswegen ihr Leben im Begriff ist, sich grundlegend zu ändern: Abiprüfungen, das Elternhaus verlassen, die erste eigene Wohnung und ein Studium in einer neuen Stadt beginnen. Was sich nicht ändert: Tom und Verena möchten all diese Dinge gemeinsam erleben. Doch plötzlich scheint die Vertrautheit zwischen ihnen nicht mehr so wie früher. Schuld ist bestimmt der Prüfungsstress. Ist das Abi geschafft, wird bestimmt alles wieder so, wie es war - oder?

Ein Sommer ohne uns von Sabine Both, die Geschichte von Verena und Tom, hat es mir nicht leicht gemacht. Zunächst fand ich den Einstieg sehr schwierig. Zu Beginn wird ein Rückblick zu dem Tag gegeben, an dem die Beziehung zwischen den 13-Jährigen beginnt. Hier wird schnell deutlich, dass die Familien der beiden, die auch direkt nebeneinander wohnen, ein sehr enges Verhältnis haben und sehr gut miteinander befreundet sind. Es werden am Anfang jedoch gefühlt wahllos so viele Namen genannt, dass ich sofort den Überblick verloren habe. Wer ist der Vater von wem? Und wer ist jetzt Inge? Dies hat sich leider auch während des restlichen Buches bei mir nicht verändert. Die Namen der Eltern konnte ich beim besten Willen nicht auseinander halten. Abgesehen der beiden Protagonisten blieben die übrigen Charaktere sehr blass und austauschbar.

Wie bereits erwähnt ist das Verhältnis beider Familien untereinander sehr eng. Dieser Eindruck bleibt auch beim weiteren Lesen erhalten: Tom und Verena gehen beim jeweils anderen ein und aus, egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit. Die Eltern von Tom behandeln Verena wie ihre eigene Tochter und umgekehrt. Auch was die Beziehung zwischen den beiden Jugendlichen angeht, ist schnell zu spüren, dass sie bereits viele Jahre miteinander verbracht haben und sich in und auswendig kennen. Doch andererseits wird im laufe der Geschichte deutlich, dass beide den jeweils anderen nicht mehr durch die rosarote Brille sehen - nach fünf Jahren Beziehung und noch dazu in so einem jungen Alter überrascht das nicht. In der Geschichte begleitet man die beiden nun dabei, wie sie versuchen, mit der Veränderung sowie der Neugier auf andere Partner zurechtzukommen - oder diese auch auszuleben versuchen.

Die Autorin gibt dabei einen Einblick in die Perspektiven beider Jugendlicher. Im Wechsel berichten jeweils Verena und Tom von den Ereignissen und ihren Gefühlen. So hätte man das Verhalten beider als Leser theoretisch gut nachvollziehen können. Trotzdem hatte ich damit meine Probleme. Der Grund: Die einzelnen Passagen sind mir viel zu kurz geraten. Gefühlt war nach jeweils einer Seite ein Perspektivenwechsel - das war mir persönlich leider viel zu schnell. Zudem war mir Verena aufgrund ihres Verhaltens leider vollkommen unsympathisch. Mitgefühl kam von meiner Seite überhaupt nicht auf, als Verena nicht nur bezüglich Tom eine schwierige Zeit durchmachen muss. Apropos: In der zweiten Hälfte des Buches hat die Autorin versucht, noch richtig viel Drama unterzubringen und auf die Tränendrüse zu drücken. Das war mir einfach zu viel und hat meiner Meinung nach überhaupt nicht in die Geschichte gepasst. 

Ein Sommer ohne uns hat leider nicht meinem Geschmack entsprochen und mich eher enttäuscht zurückgelassen. Das Verhalten der beiden Protagonisten war nicht wirklich nachvollziehbar. Sämtliche Probleme hätte man auch einfach aus der Welt schaffen können, wenn man mal darüber gesprochen hätte - aber genau das passiert nicht. Sie reden nicht miteinander und machen dadurch alles noch schlimmer. Insgesamt wirkte die komplette Geschichte überladen mit Problemen und Drama, Emotionen kamen hingegen bei mir keine hoch.

2 von 5 Herzen

Das Buch wurde mir kosten- und bedingungslos vom Verlag für eine Rezension zur Verfügung gestellt.

240 Seiten, Broschur; auch als eBook erhältlich
Verlag: Loewe Verlag
Reihe: Einzelband
Ein Sommer ohne uns bei Amazon

1 Kommentar:

Livi hat gesagt…

Okay, das klingt nicht wirklich gut.... aber das bestärkt mich nur noch in meinem Eindruck, dass dieses Buch nichts für mich ist. Also danke dafür! :)

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