Donnerstag, 1. Dezember 2016

Die Mühle - Elisabeth Herrmann



Eine Handvoll junger Erwachsener wird mitten im Nichts von einem Unbekannten in einer alten Mühle gefangen gehalten - klingt spannend? Ist es auch! Die Mühle von Elisabeth Herrmann hat mir ein nervenzerreißendes Lesevergnügen bereitet und passt perfekt in diese düstere Jahreszeit. Erzählt werden die Ereignisse des Thrillers von Lana, die in Berlin studiert und zufällig in ein Szenario hineinschliddert, für deren Ursache sie nichts kann. Trotzdem muss sie nun für die Sünden anderer büßen - mitgegangen mitgehangen. Während ihrer Schulzeit hat Lana zu einer Gruppe von Freunden, The Court genannt, hochgeschaut, ist aber nie wirklich mit ihnen in Berührung gekommen. Durch Zufall gelangt sie nun aber an eine Einladung nach Karlsbad für ein Wochenende. Hier findet eine Reunion von The Court statt und sie soll stellvertretend für ein Gruppenmitglied daran teilnehmen. Von Beginn an sind die Zusammenhänge rund um dieses arrangierte Treffen rätselhaft: Niemand aus der Gruppe hat scheinbar die Einladungen verschickt - oder möchte der Verantwortliche es nur nicht zugeben?

Dies ist eine der vielen Fragen, die sich beim Lesen von Die Mühle stellt. Als Leser ist einem ziemlich schnell klar, dass bei diesem Treffen nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Irgendwann merken auch Lana und die Übrigen, dass etwas gehörig faul ist. Sie werden zu einem Picknick eingeladen - ein Festmahl mitten im Nirgendwo. Doch irgendwann bemerken sie, dass sie von dort nicht mehr wegkommen und auch niemand vor hat, sie abzuholen. Zuflucht suchen sie in einer alten Mühle, doch genau hier beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen.

Da die Geschichte aus der Sichtweise von Lana erzählt wird, ist sie die einzige Person, der man in diesem ganzen Buch vertraut. Dies hat das Buch für mich unfassbar spannend gemacht. Denn sollte man in irgendeiner Form Sympathie zu einem der übrigen Charaktere empfinden, hält das in der Regel nicht lange vor. The Court - diese Clique war schon zu Schulzeiten unnahbar und auch noch jetzt, einige Jahre später, gedulden sie kein neues Gesicht in ihrer Gruppe. Lana ist von Beginn an der Außenseiter, der laufend für die Geschehnisse verantwortlich gemacht wird. Daraus ergibt sich wiederholt eine ähnliche Diskussion unter den Gefangenen in der Mühle: Warum ist Lana da? Dabei ist ihnen die Antwort schon klar: Sie ist diejenige, die alle unter falschem Vorwand hergelockt hat und nun Rache übt. Da dies mehrmals angesprochen wird, haben diese Diskussionen einen leicht repetitiven Charakter - der Spannung tut dies aber keinen Abbruch. Im Gegenteil: Lana erzählt die Ereignisse aus ihrer Sicht und kann demnach nicht der Übeltäter sein - aber wer ist es dann? Doch jemand aus der Gruppe oder jemand Außenstehendes? Klar ist aber, dass dieser Jemand The Court nichts Gutes möchte.

Bei mir hat sich beim Lesen immer wieder die Frage aufgedrängt, ob doch alles nicht nur ein schlechter Scherz ist. Darauf werde ich natürlich nicht eingehen, aber diese Frage und viele weitere mehr haben mich dazu angetrieben, das Buch immer weiter zu lesen. Besonders die letzten 100 Seiten haben mich richtig mitgenommen. Ich habe mich mit Lana gegruselt und gehofft, dass sich endlich alles aufklärt. Die letztendliche Lösung fand ich gut, auch wenn ich nicht zu Hundert Prozent damit zufrieden war. Die Mühle liest sich wie ein Erfahrungsbericht, was die Geschehnisse zusätzlich spannend macht. Denn Lana gibt rückblickend immer wieder Kommentare und Wertungen ab - so weiß man, dass sie es irgendwie dort heraus geschafft hat, aber gleichzeitig gibt sie zu verstehen, dass es noch viel schlimmer wird. Insgesamt ein toller Thriller, der mich sehr gut unterhalten hat. Von mir gibt es daher 4 von 5 Herzen.


Das Buch wurde mir kosten- und bedingungslos vom Verlag für eine Rezension zur Verfügung gestellt.

448 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
Verlag: cbt
Übersetzer: -
Reihe: Einzelband

Chrissis Federecke hat gesagt…

Guten Abend,

Ich mochte die Mühle wirklich gerne. Sie ist wirklich eine meine Lieblingsautorinen :)

Liebe Grüße

Pia hat gesagt…

@Chrissis Federecke: Es war mein erstes Buch der Autorin, aber ich werde mir die anderen auf jeden Fall auch noch anschauen! :)

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