Freitag, 30. Dezember 2016

Zum Glück ein Jahr - Sophia Bergman



Als ich den Klappentext von Zum Glück ein Jahr von Sophia Bergmann gelesen habe, dachte ich, dass es das perfekte Buch für die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr wäre. In dieser Geschichte geht es nämlich um Neujahrsvorsätze. Die Protagonistinnen Nelly und Julia sind seit Jahren miteinander befreundet und gehen gemeinsam durch dick und dünn. Besonders jetzt brauchen die beiden einander, denn Nellys Mann ist ganz unerwartet verstorben. Dies veranlasst die beiden dazu, dass sie und andere Freundinnen am Silvesterabend die Dinge aufschreiben, die sie unbedingt machen möchten, wenn sie nur noch ein Jahr zu leben hätten. Als Nelly und Julia später am Abend alleine sind, beschließen sie, genau diese Dinge in die Tat umzusetzen. Sie losen aus und jeder erhält mehrere Vorsätze, die er innerhalb des nächsten Jahres zu erledigen hat. Manche davon eher harmlos, wie beispielsweise eine Typberatung machen lassen, andere hingegen haben es in sich: Einen zwanzig Jahre jüngeren Mann verführen oder einen Roman schreiben. 

Als Leser begleitet man nun beide Frauen dabei, wie sie versuchen, ihre Aufgaben zu erfüllen. Das Problem: Besonders Julia hat immer wieder Zweifel, was den Sinn des ganzen Projektes angeht. Sie hat einen Ehemann und zwei kleine Kinder zu Hause und versucht, die Vorsätze vor ihnen zu verheimlichen. Doch das ist gar nicht so leicht und bringt sie wiederholt in unangenehme Situationen. Als Leser hat man das Gefühl, sie stellt sich den Aufgaben nicht, um sich selbst etwas Gutes zu tun, sondern nur um Nelly zufriedenzustellen. Julias Zweifel sind daher immer häufiger Streitthema zwischen den beiden Freundinnen. Doch auch Nelly hadert mit den ihr zugeteilten Vorsätzen und zusätzlich noch mit sich selbst. Es fällt ihr schwer, über den Tod ihres Mannes, ihres Seelenverwandten, hinwegzukommen. Sie weiß, dass sie sich gehen lässt, bringt es aber nicht über sich, etwas daran zu tun. Sie hofft, dass sie mithilfe des Silvester-Projekts wieder auf die Beine kommt und ihr Leben wieder in die Hand nimmt.

Die Motivation der beiden Frauen ist demnach ganz unterschiedlich. Trotzdem versuchen sie beide, die Aufgaben zu bewältigen und lernen dabei ganz neue oder längst vergessene Seiten an sich selbst kennen. Im Wechsel werden die Erfolge oder Misserfolge von Julia und Nelly geschildert. Häufig sind auch Emails abgedruckt, in denen die Freundinnen sich gegenseitig von ihren Geschehnissen berichten. Diese Mails sind sehr unterhaltsam geschrieben und waren die Passagen, die mir an Zum Glück ein Jahr am besten gefallen haben. Womit ich jedoch einige Probleme hatten, war die Art von Nelly und Julia miteinander umzugehen. Sie sind seit vielen Jahren befreundet, aber von einer tiefen, mitfühlenden Freundschaft zwischen ihnen ist im Großteil des Buches leider wenig zu spüren. Vielmehr fallen wiederholt Beleidigungen und zynische Kommentare über das Verhalten der anderen, was dann zum Streit führt. So war es für mich als Leser leider schwer nachzuvollziehen, dass sie so eng befreundet sind - sie haben doch ständig an der anderen etwas zu meckern und eher selten nette Worte übrig. Die ständige Zickerei hat mich auf Dauer ziemlich genervt. 

Zum Glück ein Jahr ist ein Buch über Vorsätze für das neue Jahr und passt daher perfekt in die aktuelle Jahreszeit. Auch wenn es sich nicht ganz erschließen mag, warum man die Vorsätze von jemand anderem und nicht nur die eigenen umsetzen sollte, wachsen die beiden Freundinnen an den Aufgaben. Ihre Erlebnisse waren zum Großteil sehr unterhaltsam sowie auf eine witzige Art geschildert und sowohl Nelly als auch Julia haben Probleme, denen sie sich stellen müssen. Die Art der beiden, miteinander umzugehen, hat mich jedoch wiederholt gestört. Als Leser hatte ich nur selten das Gefühl, dass die beiden eng miteinander verbunden sind. Von mir gibt es daher 3 von 5 Herzen.


Das Buch wurde mir kosten- und bedingungslos vom Verlag für eine Rezension zugeschickt.

336 Seiten, Klappenbroschur
Verlag: Diana
Reihe: Einzelband
Zum Glück ein Jahr bei Amazon

Ruby hat gesagt…

Huhu,

Gott bin ich froh. Ich hab das Buch gerade beendet und dachte schon mir ginge es genauso. Also bei Nelly als Freundin braucht man echt keine Freunde mehr XD Wobei mich Julia gerade zum Ende hin genervt hat. Und das ganze Ende im allgemeinen .... ;)

Tintengrüße von der Ruby

Pia hat gesagt…

@Ruby: Ja, ich kann dir nur zustimmen. Die Zickerei zwischen den beiden war auf Dauer wirklich nervig und auch der Schluss war eher semi - alles in allem hat mich das Buch unterhalten, aber es gab dennoch einige Kritikpunkte.

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