Sonntag, 22. Januar 2017

Anstmädchen - Jenny Milewski



Wenn es draußen kalt und trüb ist, ist ein Thriller, den man nicht mehr aus der Hand legen kann, genau das Richtige für mich. Daher war ich Feuer und Flamme, als ich den Klappentext von Angstmädchen von Jenny Milewi gelesen habe: Das klingt genau nach dem richtigen Winter-Buch für mich! Die junge Protagonistin Malin studiert an der Uni in Linköping und bekommt mitten im Semester endlich ein Zimmer in einem der Studentenwohnheime zugeteilt. Was sie zunächst nicht weiß: Das Zimmer ist plötzlich frei geworden, da sich die vorherige Bewohnerin Yuko das Leben genommen hat. Eher zufällig erfährt sie von ihren Mitbewohnern, dass sich Yuko in ihrer Badewanne die Pulsadern aufgeschnitten hat. Daraufhin geschehen zunehmend merkwürdige Dinge. Malin findet büschelweise Haare, die nicht von ihr stammen können, sie hat Albträume und sieht  nachts immer wieder eine gruselige Gestalt. Ihre anfängliche Freude über das Zimmer weicht schnell, stattdessen wird es ihr immer unheimlicher. Sie ist sich sicher: Yuko ist noch da und möchte ihr und auch den anderen Bewohnern nichts Gutes - eine Handlung, die große Spannung verspricht.

Der Einstieg in die Geschichte fällt leicht. Mit einem kurzen Prolog wird die Spannung sofort geschürt und die ersten 100 Seiten haben mich nicht enttäuscht. Ohne Vorgeplänkel ist man direkt mitten in der Geschichte und begleitet Malin dabei, wie sie ihr neues Zimmer bezieht und ihre Mitbewohner kennenlernt. Und es dauert auch nicht lang, bis die ersten merkwürdigen Geschehnisse in Malins Zimmer eintreten, von denen man als Leser weiß, dass sie nichts Gutes bedeuten können. Doch nach einer kleinen Weile hat sich die Handlung für meinen Geschmack ein wenig gezogen. Es wurde versucht, durch kleinere unheimliche Geschehnisse Spannung und Angst aufzubauen. Diese Spannung war aber leider nur von kurzer Dauer.  So ganz konnte mich das Buch hier leider nicht packen. Erst das letzte Drittel hat es wieder in sich und hat mich mitreißen können. Der Schluss dagegen ließ mich etwas enttäuscht zurück - dieser war leider keine Überraschung. Fragen blieben ungeklärt und es hat der besondere Kniff gefehlt. 

So richtig konnte mich Angstmädchen daher leider nicht fesseln. Malin als Charakter mochte ich gerne, die übrigen Charaktere wie ihre Mitbewohner blieben hingegen etwas blass. Ich hatte Schwierigkeiten damit, sie auseinander zu halten und hätte mir gewünscht, mehr über sie zu erfahren. Was mir gefallen hat, war das Einbringen japanischer Folklore in die Geschichte - auch wenn dies leider erst zu einem recht späten Zeitpunkt geschieht. Da mir der Einstieg sehr gut gefallen hat und mich das letzte Drittel gruseln konnte, bekommt das Buch insgesamt 3 von 5 Herzen von mir.


Das Buch wurde mir kosten- und bedingungslos vom Verlag für eine Rezension zugeschickt.

336 Seiten, Klappenbroschur
Verlag: Heyne
Übersetzer: Maximilian Stadler
Reihe: Einzelband
Angstmädchen bei Amazon

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