Sonntag, 12. Februar 2017

Irre glücklich - Jenny Lawson


Irre glücklich von Jenny Lawson fällt eigentlich nicht in die Kategorie der Bücher, die ich normalerweise lese - zumindest dachte ich es am Anfang. Die Beschreibung auf der Rückseite klang für mich wie eine Art Selbsthilfebuch, in dem die Autorin ihre eigene Geschichte zum Thema Depressionen erzählt und Tipps gibt, wie man mit der Krankheit umgehen kann. Hinterher habe ich aber festgestellt, dass es sich hier nicht um einen klassischen Ratgeber handelt. 

Was meine Aufmerksamkeit  auf das Buch gezogen hat, war das ungewöhnliche Cover: Ein Waschbär, der - wie der Titel des Buches sagt - irre glücklich aussieht. Da es mir zu der Zeit, als ich auf das Buch gestoßen bin, nicht ganz so gut ging, wollte ich es unbedingt lesen - auch wenn Ratgeber normalerweise nicht in mein Beuteschema fallen. Als ich es dann in den Händen hielt, hatte ich einen dieser berühmten Aha-Momente. Plötzlich wusste ich, warum mir der Name der Autorin so bekannt vorkam! Jenny Lawson ist im Internet auch als "The Bloggess" bekannt und schreibt seit vielen Jahren einen Blog, in dem sie auf sehr unterhaltsame Weise aus ihrem Leben erzählt. (Besonders im Kopf geblieben ist mir der Post über Beyonce, dem riesen Huhn aus Metall, über den ich mich sehr amüsiert habe.) Regelmäßig verfolgt habe ich den Blog allerdings nicht, sodass ich auch nicht mitbekommen habe, dass sie ein zweites Buch veröffentlicht hat: Irre glücklich. 

Was ich ebenfalls nicht wusste, da ich "The Bloggess" vor einigen Jahren nur sporadisch besucht habe, ist, dass Jenny Lawson an Depressionen und unter Angststörungen leidet. Irre glücklich ist eine Sammlung an Geschichten aus ihrem Leben und wie sie versucht, das Beste daraus zu machen. Denn auch wenn die Krankheiten ihr das Leben schwer machen - in den Momenten, in denen sie nicht die Oberhand gewinnen, möchte sie alles, was möglich ist rausholen und einfach irre glücklich sein. Das Buch ist somit keine zusammenhängende Geschichte, sondern ganz viele verschiedene Episoden aus ihrem Leben. Abgedruckt sind kleine Streitereien mit ihrem Ehemann, verrückte Geschichten über ihre Katzen oder über ausgestopfte Tiere (ja, wirklich), aber auch Momente, in denen die Autorin sich ihren Ängsten stellt. So erzählt sie beispielsweise von ihrer Reise nach Australien, die ein Abenteuer, aber auch eine große Herausforderung für sie war.

Bevor man das Buch in die Hand nimmt, muss man sich bewusst sein, dass Jenny Lawson - in einer ganz liebevollen Art und Weise - schon ein bisschen verrückt ist. Ihre Gedankengänge und Ideen sind unfassbar komisch, aber auf diese Art Humor muss man stehen. Meinen Geschmack trifft es, sodass ich in jedem Kapitel mindestens einmal laut aufgelacht habe. Was mich aber erstaunt hat, war die Art und Weise, wie die Autorin über ihre Krankheiten spricht. Manchmal wird in einem kurzen Absatz oder auch nur in einem Nebensatz erwähnt, welche Auswirkungen diese auf ihr Leben haben - und diese sind wirklich immens. Die Passagen sind bedrückend und traurig, aber trotzdem schafft Jenny Lawson es, dass im gesamten Buch der Humor überwiegt. Es beeindruckt, wie sie mit ihrer Situation umgeht und inspiriert dazu, sich den eigenen Ängsten zu stellen. Ich habe das Buch sehr genossen und kann es daher nur empfehlen. Ganze 5 von 5 Herzen gab es für Irre glücklich


Das Buch wurde mir kosten- und bedingungslos vom Verlag für eine Rezension zugeschickt.

320 Seiten, Klappenbroschur
Verlag: Kailash
Reihe: Einzelband
Irre glücklich bei Amazon

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