Sonntag, 9. April 2017

Emma, der Faun und das vergessene Buch - Mechthild Gläser


Wer auf der Suche nach einer niedlichen, kurzweiligen Geschichte ist, ist bei Emma, der Faun und das vergessene Buch genau richtig. Im Mittelpunkt steht hier die 16-jährige Emma, die nach den Ferien bei ihrer Mutter wieder zurück im Internat Schloss Stolzenburg ankommt. Ziemlich direkt zu Beginn der Geschichte findet sie in der Bibliothek ein geheimnisvolles, altes Buch. Neugierig fängt Emma an zu lesen und stellt fest, dass es sich um eine Chronik handelt, in der die Bewohner von Schloss Stolzenburg der letzten Jahrhunderte sämtliche Geschehnisse aufgeschrieben haben. Emma ist von den alten Einträgen fasziniert und beschließt, die Tradition fortzuführen und dort ebenfalls die Ereignisse im Internat festzuhalten. Doch kurz darauf geschehen an der Schule jede Menge merkwürdige Dinge und Emma beginnt zu verstehen, dass es sich bei dem Buch nicht einfach nur um eine Chronik handelt, sondern dass das Buch ganz besondere Kräfte hat.  

Emma versteht recht schnell, dass Magie in dem Buch schlummert - aber sie stellt ebenfalls schnell fest, dass sie mit dieser Magie sehr vorsichtig umgehen muss. Ihr kleines Geheimnis, das sie aber natürlich mit ihren beiden besten Freundinnen teilt, stellt Emmas Leben ganz schön auf den Kopf. Erschwerend hinzu kommt die plötzlich Ankunft von Darcy - seinen Vorfahren gehörte Schloss Stolzenburg, das nun als Internat dient, auf dem er selbst vor einigen Jahren zusammen mit seiner Schwester gelebt hat. Doch dann verschwand seine Schwester Gina und wurde seitdem nie mehr gesehen. Darcy hat die Hoffnung auf eine Rückkehr Ginas nicht aufgegeben und ist nun zurückgekehrt, um sie zu suchen. Emma passt das allerdings überhaupt nicht in den Kram. Sie hat mit der Suche nach dem geheimnisvollen Faun, der wiederholt in der Chronik erwähnt wird, genug am Hals - da kann sie den Fragen stellenden, herumschnüffelnden und arroganten Darcy wirklich nicht gebrauchen. Und Emma hat auch keine Scheu, Darcy gehörig ihre Meinung zu sagen. Das war unter anderem ein Grund, weshalb ich Emma, der Faun und das vergessene Buch von der ersten bis zur letzten Seite genossen habe: Emma ist ein aufgewecktes und mutiges Mädchen, das für sich selbst einsteht. Die Geschichte wird aus ihrer Sicht erzählt, sodass man einen guten Einblick in ihre Gefühle bekommt. Sie ist vom ersten Moment an sympathisch und - im Gegensatz zu anderen gleichaltrigen Protagonistinnen - nicht naiv. Stattdessen hinterfragt sie Dinge und macht sich selbst daran, diesen auf den Grund zu gehen.

Zum anderen haben der flüssige und leicht zu lesende Schreibstil der Autorin sowie die fantasievolle Geschichte das Buch zu einem Vergnügen gemacht. Die Seiten fliegen nur so dahin und es macht einen regelrecht traurig, wenn man das Buch für einige Zeit zur Seite legen muss. Mehrere Fragen ziehen sich durchgehend durch die Handlung, beispielsweise was es mit dem Faun auf sich hat, der genaue Hintergrund der Chronik und was vor vier Jahren mit Darcys Schwester Gina passiert ist. Emma versucht, all diese Fragen zu beantworten und spekuliert darüber durchweg in der ganzen Geschichte. Hier hatte man konstant das Gefühl, auf dem gleichen Wissenstand mit der Protagonistin zu sein und ihr kein Wissen voraus zu haben. Auf Lösungen, die als Leser vermeintlich offensichtlich sind, kommt Emma ebenfalls und zieht diese bei ihren Recherchen in Betracht - ob diese nun wahr sind oder nicht, ist wiederum eine andere Sache.

Insgesamt ist Emma, der Faun und das vergessene Buch eine magische Geschichte, die großen Spaß macht. Die Protagonistin ist mutig, hat Witz und steht für sich selbst ein - ein großer Pluspunkt und im Vergleich mit anderen Jugendbüchern herrlich erfrischend. Dafür gab es von mir 4 von 5 Herzen.


Das Buch wurde mir kosten- und bedingungslos vom Verlag für eine Rezension zugeschickt.

416 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag (auch als Ebook erhältlich)
Verlag: Loewe Verlag
Reihe: Einzelband

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